Category Archives: Ethik

Alexa, Cortana & Co: Deutsche sind offen für Sprachassistenten, haben aber Angst um ihre Daten

Sprachassistenten wie Amazon Echo und Google Home sind inzwischen im deutschen Markt angekommen. 90 Prozent der Deutschen haben bereits von Sprachassistenten gehört,  bei der Nutzung von Amazon Echo & Co. halten sich diese jedoch noch zurück: Lediglich 14 Prozent der Deutschen besitzen bereits einen Sprachassistenten. Das belegt eine repräsentative Studie, die Statista im Auftrag von nextMedia.Hamburg durchgeführt hat.

An dieser Zurückhaltung gegenüber Voice Assistant-Anwendungen scheint sich laut Umfrageergebnissen auch in naher Zukunft erst einmal nichts zu ändern: Nur ein Prozent der Deutschen hält es für realistisch, dass sich Sprachassistenten innerhalb des nächsten Jahres in der Gesellschaft durchsetzen werden. Jeder Siebte glaubt sogar, dass sich Amazon Alexa & Co. niemals flächendeckend etablieren können.

Ein Grund für diese Skepsis gegenüber Sprachassistenten ist den Studienergebnissen zufolge das Thema Datenschutz. Mehr als drei Viertel der Deutschen (77 Prozent) fühlen sich in Bezug auf Datenschutz bei Sprachassistenten unsicher. Umso erstaunlicher in diesem Zusammenhang: Ein Großteil der Deutschen steht der Kommunikation mit Künstlicher Intelligenz und somit Technologien wie Sprachassistenten offen gegenüber.

Hier zeigt die Studie von nextMedia.Hamburg: 58 Prozent der Befragten können sich vorstellen, mit Künstlicher Intelligenz zu kommunizieren. Schon jetzt beurteilen 24 Prozent derjenigen Deutschen, die bereits einen Sprachassistenten besitzen, die Kommunikation als normal, ähnlich wie mit einem Menschen. 70 Prozent der Nutzer empfinden die Kommunikation noch als ungewohnt, glauben aber, dass diese in Zukunft alltäglich wird.

Die meisten Deutschen sind also offen für die Kommunikation mit Künstlicher Intelligenz und Sprachassistenten. Bei jenen, die schon heute einen Sprachassistenten besitzen, sind besonders Service- und Newsangebote wie Wetter- und Verkehrsmeldungen beliebt. 70 Prozent der Befragten nutzen bereits derartige Angebote.

Auch für den Medienkonsum wie dem hören von Musik (58 Prozent) und für organisatorische Dinge (41 Prozent) erfüllen Sprachassistenten laut Umfrageergebnissen ihren Zweck. Weniger relevant sind Sprachassistenten hingegen für die Kommunikation (34 Prozent) und Smart-Home-Anwendungen (30 Prozent). Unschlüssig sind sich die Besitzer von Sprachassistenten jedoch in Bezug auf den konkreten Nutzen der Technologie: Während 47 Prozent keinen Nutzen zum jetzigen Zeitpunkt sehen, halten immerhin 53 Prozent Sprachassistenten für hilfreich.

Während Smart-Home-Dienste über Sprachassistenten heute noch wenig Anwendung finden, scheint hier in Zukunft viel Potenzial zu liegen: 44 Prozent der Befragten können sich vorstellen, in Zukunft Sprachassistenten für Smart-Home-Anwendungen zu nutzen. Vor allem jüngere Nutzer (18 bis 39 Jahre) sehen darin eine sinnvolle Verwendung.

Ein wesentliches Potenzial von Sprachassistenten liegt darüber hinaus in Weiterbildungs-Angeboten: 49 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, Sprachassistenten z.B. zum Lernen von Fremdsprachen zu verwenden. Ein geringes Nutzungspotenzial von Amazon Alexa & Co. sehen Deutsche hingegen in Shopping-Dienstleistungen. Lediglich 15 Prozent möchten Sprachassistenten zukünftig für den Kauf von den Produkten und Waren nutzen, nur 9 Prozent hält die Buchung von Reisen und Hotels über Voice-Assistant-Anwendungen für sinnvoll.

Die Studie von nextMedia.Hamburg zeigt, dass Deutsche durchaus Interesse an Sprachassistenten und der Kommunikation mit Künstlicher Intelligenz haben. Ein Großteil hält die Durchsetzung von Sprachassistenten jedoch erst in ein paar Jahren für realistisch und ist sich deren Nutzen zum jetzigen Zeitpunkt noch unschlüssig. Um zukünftig mehr Nutzer für Sprachassistenten zu gewinnen, erscheint es dabei zum einen sinnvoll, das Angebot an Diensten zu erweitern und die technischen Möglichkeiten zu verbessern. Zum anderen ist es notwendig, beim Thema Datenschutz mehr Transparenz und Vertrauen zu schaffen.

Diese repräsentative Studie wurde zwischen dem 31. Januar und 6. Februar 2018 und im Vorfeld des Voice Assistant Day der Hamburg Media School durchgeführt.

Was riecht denn da? – Elektronische Nase erkennt unterschiedliche Gerüche

Die elektronische Nase nimmt wie die menschliche Nase komplexe Gasgemische – also Gerüche – wahr und kann sie anhand spezifischer Signalmuster erkennen. (Foto: Amadeus Bramsiepe, KIT)

Die elektronische Nase nimmt wie die menschliche Nase komplexe Gasgemische – also Gerüche – wahr und kann sie anhand spezifischer Signalmuster erkennen. (Foto: Amadeus Bramsiepe, KIT)

Frisch gemahlener Kaffee, Popcorn, Bioabfall oder Rauch – im Laufe unseres Lebens lernen wir die verschiedensten Gerüche kennen und können sie dank unserer Nase unterscheiden, auch ohne die Quelle des Geruchs zu sehen. Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben in dem Projekt smelldect einen Sensor entwickelt, dem man die unterschiedlichsten Gerüche beibringen kann. Die „elektronische Nase“ soll alltagstauglich sein und mögliche Gefahren wie schwelende Kabel oder verdorbene Lebensmittel früher als ein Mensch erschnuppern.

Die Nase des Menschen besteht aus etwa zehn Millionen Riechzellen, mit rund 400 unterschiedlichen Geruchsrezeptoren. Diese Rezeptoren nehmen die Gerüche wahr und erzeugen ein spezifisches Signalmuster. Das Gehirn ordnet das Signalmuster einem bestimmten Geruch zu. „Wir haben uns die biologische Nase als Vorbild genommen“, sagt Dr. Martin Sommer, der das Projekt smelldect am Institut für Mikrostrukturtechnik des KIT betreut. „Bei unserer elektronischen Nase reagieren Nanofasern auf komplexe Gasgemische – also Gerüche – und bilden ebenfalls Signalmuster, anhand derer der Sensor diese erkennt.“ Das Ziel von smelldect ist, einen preiswerten massen- und alltagstauglichen Geruchssensor zu entwickeln.

Die elektronische Nase ist nur wenige Zentimeter groß.

Sie enthält die gesamte Betriebselektronik, inklusive der Technologie zur Auswertung der Gase. Die „Nase“ besteht aus einem Sensorchip, auf dem Nanodrähte aus Zinndioxid auf vielen einzelnen Sensoren angebracht sind. Spezifische Signalmuster errechnet der Chip über die Widerstandsänderungen der Einzelsensoren. Diese hängen von den Molekülen aus der Umgebungsluft ab, sind für verschiedene Gerüche jeweils unterschiedlich – und damit charakteristisch und wiedererkennbar. Wurde dieses Muster vorher in den Chip eingelernt, kann es der Geruchssensor innerhalb von Sekunden erkennen.

Um das Verfahren in Gang zu bringen, setzen die Forscher auf eine in das Sensorgehäuse integrierte Leuchtdiode, welche die Nanodrähte mit UV-Licht bestrahlt. Dadurch sinkt der ursprünglich sehr hohe elektrische Widerstand des Zinndioxids soweit, dass Änderungen von diesem – hervorgerufen durch die für den Geruch verantwortlichen und auf der Zinndioxid-Oberfläche angelagerten Moleküle – überhaupt erst ermittelt werden können. „Nimmt der Sensor einen Geruch wahr, sinkt der Widerstand noch weiter. Verschwindet der Geruch, dann stellen sich die ursprünglichen Verhältnisse mit entsprechend hohem elektrischen Widerstand wieder ein, sodass die „Nase“ für weitere Geruchsmessungen bereit ist“, sagt Sommer.

Der Sensorchip kann eine Vielzahl unterschiedlicher Gerüche erlernen und ist damit vielseitig einsetzbar

Ob im Haushalt zur Kontrolle der Raumluft oder als Brandmelder, beim Einkaufen, um zu erkennen, wie frisch Fisch oder Fleisch ist, in der Qualitätsendkontrolle beispielsweise von Honig oder als Nase für einen Roboter. „Die Schwierigkeit ist, dass Geruch nicht gleich Geruch ist. Eine Rose beispielsweise riecht bei Sonnenschein anders als bei Regen“, so der Physiker. „Deshalb trainieren wir die elektronische Nase momentan für spezifische Einsatzzwecke, die aber universell wählbar sind.“

Die Wissenschaftler des KIT wollen einen möglichst preiswerten Sensor entwickeln, um ihn massentauglich zu machen. „So könnte man die elektronische Nase in Zukunft beispielsweise in alle Elektrogeräte einbauen, um Kabelbränden vorzubeugen. Oder wir statten Smartphones damit aus. Jeder hätte dann beim Einkaufen seine eigene, hochsensible elektronische Nase dabei“, sagt Sommer.

Bei der industriellen Herstellung und dem Vertrieb unterstützen die Projektpartner JVI-Elektronik und FireEater das KIT. Beide haben bereits 2015 zusammen mit dem KIT im EU-Projekt „SmokeSense“ einen intelligenten Brandmelder auf Basis einer elektronischen Nase entwickelten. Er spürt Schwel- und Brandgase auf und bietet eine zuverlässige Analyse, um welches brennende Material es sich handelt.

 

 

Bedrohen Roboter und Co. Arbeitsplätze in Deutschland?

(Bildquelle: DIVSI)

(Bildquelle: DIVSI)

Die Menschen in Deutschland haben mehrheitlich ein banges Gefühl bei der Vorstellung, dass in Zukunft viele Arbeitsplätze von Robotern, künstlicher Intelligenz oder Algorithmen übernommen werden könnten. 60 % von ihnen bereitet dieser Gedanke Sorge. Gleichzeitig sieht eine Mehrheit der Bevölkerung von 54 % aktuell mehr Risiken als Chancen durch die Automatisierung von Arbeitswelten. Das sind die Kernaussagen einer aktuellen Umfrage des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI), realisiert von dimap.

DIVSI-Direktor Matthias Kammer zu den Umfrageergebnissen: „Niemand kann heute mit Sicherheit voraussagen, wie sich der fortschreitende Einsatz automatisierter Technik letztlich auf den Arbeitsmarkt auswirken wird. Umso mehr sind wir alle bereits jetzt gefordert, jeden Einzelnen mit geeigneten Mitteln fit für die Zukunft in einer technologiebasierten Welt zu machen. Nur dann lassen sich offenbar vorhandene Ängste abbauen.“

Tatsächlich scheint aktuell der Schulabschluss den Blick auf die Übernahme von Tätigkeiten durch Technik zu prägen. Die Umfrage zeigt, dass Menschen mit höherem Bildungsgrad weniger besorgt auf Folgen der Automatisierung schauen. Ihnen bereitet mehrheitlich der Gedanke keine Sorgen, dass Roboter und Co. Arbeitsplätze übernehmen könnten (51 %). Und 60 % von ihnen erklären, in dieser Entwicklung mehr Chancen als Risiken zu sehen. Im Gegensatz dazu blickt eine Mehrheit der Bevölkerung mit niedrigem (62 %) und mittlerem Bildungsabschluss (66 %) sorgenvoll darauf, dass technische Innovationen menschliche Tätigkeiten übernehmen könnten.

Technische Details der Umfrage: Befragt wurden in der ersten Hälfte des April 2018 insgesamt 1005 in Deutschland lebende Menschen ab 14 Jahren. Die Interviews wurden telefonisch nach einer repräsentativen Zufallsauswahl geführt.

 

Social-Media-Nutzer räumen Freundesliste auf: Fast jeder Zweite entfolgt und entfreundet regelmäßig

Entfernte Bekannte, Freunde, mit denen man sich auseinander gelebt hat, oder Influencer, deren Themen nicht mehr zu den eigenen Interessen passen: Fast jeder zweite Social-Media-Nutzer (46 Prozent) prüft regelmäßig seine Kontakte in sozialen Netzwerken und entfreundet oder entfolgt einigen davon wieder.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Für den Trend, die eigenen Geräte aufzuräumen und online in den sozialen Netzwerken auszumisten, gibt es bereits einen eigenen Namen: Digital Declutter. Das Alter spielt dabei keine Rolle. So geben 47 Prozent der 14- bis 29-Jährigen, 46 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und 45 Prozent der 50- bis 65 Jährigen an, regelmäßig online aufzuräumen.

„Wir vernetzen uns online miteinander, aber nicht zwingend für ein Leben lang. Das digitale Aufräumen kann den normalen Frühjahrsputz ergänzen“, sagt Linda van Rennings, Social-Media-Expertin beim Bitkom. „Es gibt Menschen, denen es vor allem darum geht, online viele Kontakte vorweisen zu können und andere, die sich – so wie im echten Leben auch – digital trennen, wenn man sich auseinander entwickelt hat.“

Über die Kontakte in sozialen Netzwerken hinaus gibt Bitkom fünf Tipps für den digitalen Frühjahrsputz

 Desktop

Wer einfach starten möchte und den Bildschirmhintergrund vor lauter Icons nicht mehr sieht, nimmt sich zuerst den eigenen Desktop vor. Keine Ahnung wohin mit den Dateien? Dann ist es vielleicht an der Zeit, sich ein Ablagesystem zu überlegen und Dateien und Verknüpfungen zu löschen, die ausgedient haben. Cloud-Lösungen können ebenfalls eine Möglichkeit sein, für Ordnung zu sorgen. Ausgeklügelte Suchfunktionen helfen nicht nur beim Suchen, sondern auch beim Sortieren.

E-Mails

Mit wenigen Schritten lässt sich Ordnung in den Posteingang bringen. Dazu gehört, den Gelöscht- und Spam-Ordner zu bereinigen, sich mit wenigen Klicks von allen Newslettern abzumelden, die einen nicht mehr interessieren, und Mails direkt nach dem Lesen und Bearbeiten zu löschen, wegzusortieren oder zu archivieren. Wer am Ende des Tages einen leeren Posteingang hat, kann befreit in den nächsten Tag starten.

Kontakte

Zum digitalen Frühjahrsputz gehört auch, einmal alle Kontakte aus der Vergangenheit durchzugehen. Mitunter hat man mit dem Schulfreund zuletzt in der Schule geredet und kein Interesse mehr an einem Kontakt, regt sich über die Beiträge der Bekannten eines Bekannten ohnehin nur auf oder verfolgt den YouTuber gar nicht mehr, von dem man vor Jahren noch jedes Video angeschaut hat. Auch Fake-Follower lassen sich mit Online-Tools identifizieren und ausmisten.

Apps

Smartphone- und Tablet-Nutzer können beim digitalen Frühjahrsputz auch die Apps durchgehen, die sie nicht mehr benutzen und diese deinstallieren. Nicht nur, dass man dann wieder etwas mehr Speicher auf dem Gerät hat, manche Apps verbrauchen je nach Betriebssystem im Hintergrund, auch wenn sie nicht aktiv benutzt werden, Energie oder verbinden sich mit dem Internet.

Fotos

4000 Bilder und mehr sind auf dem Smartphone heute keine Seltenheit mehr. Darunter tummeln sich häufig Messenger-Bilder, die automatisch in der Galerie landen, und Screenshots, die die wenigsten regelmäßig durchgehen, etwa eine alte Bahnverbindung. Wer nach all dem Digital Declutter noch Lust hat, kann die Fotos in der Galerie sichten und löschen. Für besonders schöne Schnappschüsse lohnt es sich eventuell, ein Fotoalbum anzulegen.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Online-Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.212 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt, darunter 1.011 Social-Media-Nutzer (83 Prozent). Die Fragestellung lautete: „Prüfen Sie regelmäßig Ihre Kontakte in sozialen Netzwerken und entfreunden bzw. entfolgen Kontakten wieder?“

Bündnis zwischen Internetwirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen gegen europäische Upload-Filter-Regelung

In einem Offenen Brief an die geschäftsführende Bundesregierung sowie an Europaabgeordnete aus Deutschland fordern Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und der Internetkultur ein klares Bekenntnis zum Einsatz gegen die von der EU-Kommission geforderten automatisierten Filtersysteme für Online-Plattformen, die mit nutzergenerierten Inhalten arbeiten.

 

Ein breites Bündnis vom Digitalverband Bitkom, Verbraucherzentrale Bundesverband, Wikimedia Deutschland, der Bundesverband Deutsche Startups, der Bundesverband Digitale Wirtschaft, der Bundesverband IT-Mittelstand, Bundesverband mittelständische Wirtschaft Unternehmerverband Deutschland, der Chaos Computer Club, D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt, der Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur, der Deutsche Gründerverband, die Digitale Gesellschaft, eco – Verband der Internetwirtschaft, Jugendpresse Deutschland und Open Knowledge Foundation Deutschland sieht in der von der Kommission vorgeschlagenen Regelung eine akute Bedrohung der Vielfalt und Freiheit des Internets.

Egal ob Text, Bild oder Videobeitrag, sämtliche Inhalte einzelner Internetnutzenden sollen dem EU-Reformvorschlag nach bereits vor dem Hochladen (Upload) auf vermeintliche Urheberrechtsverletzungen geprüft und solche, die als potenziell rechtsverletzend maschinell erkannt werden, blockiert werden.

Die Upload-Filter bilden das zentrale Element des EU-Reformvorstoßes zur Erneuerung des Urheberrechts im digitalen Binnenmarkt. Von der Maßnahme betroffen wären alle Plattformen, die Inhalte Dritter speichern. Dies bedeutet eine radikale Abkehr von den bestehenden Regelungen zum Umgang mit Urheberrechtsverletzungen im digitalen Raum. Konkret werden den aktuellen Maßnahmen zur differenzierten Rechtsprüfung maschinelle Systeme entgegengesetzt. Dazu der Offene Brief: „Komplizierte Abwägungen, was erlaubt ist und was nicht, sei es Kritik, Satire oder Kunst, können automatisierte Filter nicht vornehmen.“

 Upload-Filter bedroht Meinungsfreiheit und Vielfalt

Aus Sicht der Unterzeichner ist die Folge ein erhöhtes Risiko fälschlicher Upload-Verbote, die langfristig eine unverhältnismäßige Einschränkung von Verbraucherrechten und eine Bedrohung der Vielfalt und Innovation im Internet darstellen. So erinnert der Offene Brief sowohl an das Bekenntnis der EU-Kommission zur Startup-Förderung wie auch an die dementsprechenden Verlautbarungen der Bundesregierung.

„Netzweite automatisierte Vorfilterung von Uploads würde nicht nur die Entstehung und Verbreitung Freien Wissens massiv behindern, sondern könnte gerade für kleinere Projekte auch finanziell existenzgefährdend werden und würde allgemein die Meinungsfreiheit im Netz gefährden”, führt Abraham Taherivand, Geschäftsführender Vorstand von Wikimedia Deutschland aus.

„Bei einer Einführung von Mechanismen wie Upload-Filtern wäre die Vielfalt von Plattformen und Inhalten im Internet bedroht. Damit sinkt die Wahlfreiheit für Verbraucher. Das darf nicht passieren“, ergänzt Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands. „Was so harmlos als Upload-Filter daherkommt, ist faktisch eine maschinelle Zensur im Internet. Die Kommission hat bei ihrem Vorschlag jegliches Augenmaß verloren und versagt bei dem Versuch, das Recht auf freie Meinungsäußerung einerseits und das Recht der Urheber andererseits gegeneinander abzuwägen”, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Diese Bedenken teilen nicht allein die Unterzeichnenden des Offenen Briefes. Auch die Spitzen von CDU, CSU und SPD haben sich im Entwurf zum Koalitionsvertrag klar gegen Upload-Filter ausgesprochen. So heißt es in dem Dokument: „Eine Verpflichtung von Plattformen zum Einsatz von Upload-Filtern, um von Nutzern hochgeladene Inhalte nach urheberrechtsverletzenden Inhalten zu ‘filtern’, lehnen wir als unverhältnismäßig ab.” In diesem Sinne fordert das Bündnis verbindliche Zusagen für eine zukunftsgerichtete Digital- und Urheberrechtspolitik auf nationaler und europäischer Ebene und somit einen klaren Einsatz gegen Upload-Filter.

Große Mehrheit für Künstliche Intelligenz in der Polizeiarbeit

Mit Künstlicher Intelligenz Verbrechen voraussagen und verhindern – in der Polizeiarbeit ist das keine Science-Fiction mehr. Und die Mehrheit der Deutschen befürwortet solch ein Szenario. Sechs von zehn Bundesbürgern (61 Prozent) finden es sinnvoll, per KI Straftaten zu prognostizieren und so eine bessere Polizeipräsenz an potenziellen Tatorten zu ermöglichen.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Künstliche Intelligenz kann der beste Freund und Helfer für Polizei und Ermittlungsbehörden werden“, sagt die Bitkom-Sicherheitsexpertin Teresa Ritter. „Mit KI lassen sich Straftaten wie Wohnungseinbrüche auf bestimmte Muster hin analysieren, wodurch Wahrscheinlichkeiten für mögliche Tatorte und Tatzeiten berechnet werden können.“

Noch besser fänden es die Bundesbürger, KI bei der Bekämpfung der Finanzkriminalität einzusetzen – also etwa Muster von verdächtigen Geldflüssen zu identifizieren und damit Geldwäsche zu verhindern.

Neun von Zehn (92 Prozent) finden dies sinnvoll. Knapp zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) befürworten eine intelligente Gesichtserkennung, die bei der Fahndung nach Schwerkriminellen Videoaufnahmen zum Beispiel von Bahnhöfen oder öffentlichen Plätzen analysiert. Drei von zehn Bundesbürgern (31 Prozent) fänden es zweckmäßig, wenn intelligente Roboter in der Polizeiarbeit eingesetzt würden.

„Quer durch alle Altersklassen halten Menschen den Einsatz von KI in der Polizeiarbeit für sinnvoll. Wichtig ist, dass in einem so sensiblen Bereich strenge Auflagen gelten und ein Missbrauch der Technologie durch engmaschige Kontrollen ausgeschlossen wird“, so Ritter. „Ein KI-System kann Polizisten nicht ersetzen. Es kann den Behörden aber helfen, Menschen besser zu schützen.“

Wie künstliche Intelligenz bei der Beurteilung von Sicherheitslagen hilft und Finanzbetrug vorbeugen kann, ist auch Thema beim ersten AI Summit des Bitkom am 1. März in Hanau. Dort kommen Entscheider aus Großunternehmen, Mittelständlern und Start-ups mit KI-Experten, Wissenschaftlern und Politikern zusammen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur konkrete Anwendungsfälle aus dem Bereich Sicherheit, sondern Praxisbeispiele aus allen bedeutenden Wirtschaftszweigen. Alle Informationen zum AI Summit online unter https://www.big-data.ai/de/ai-summit

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.008 Bundesbürger ab 14 Jahren telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Frage lautete: „Bitte sagen Sie mir für die folgenden Anwendungsbereiche, ob Sie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz dort für sehr sinnvoll, eher sinnvoll, weniger sinnvoll oder überhaupt nicht sinnvoll halten.“

Cyberkriminalität: Jeder Vierte fürchtet Kamera-Spione

 Versteckte Beobachter in den eigenen vier Wänden zu haben – eine Horrorvorstellung für die meisten Menschen. Für Cyberkriminelle bieten Kameras in Computern und Handy genau das: ein mögliches Einfallstor, um Personen auszuspionieren. Viele Menschen wollen sich gezielt dagegen schützen. So deckt jeder vierte Nutzer (27 Prozent) von Laptops, Tablet-Computern und Smartphones die Kamera seines Geräts bewusst ab. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Der unerwünschte Blick ins Wohnzimmer

„Wenn Hightech-Geräte mit Schadprogrammen infiziert sind, können Cyberkriminelle die integrierten Kameras zur ungewollten Überwachung einsetzen“, sagt Dr. Nabil Alsabah, Referent für IT-Sicherheit beim Bitkom. „Wer ganz sicher gehen will und die Gerätekamera kaum nutzt, kann die Linse der Kamera auch abkleben.“ Der Komfort bei der Gerätenutzung werde dadurch aber eingeschränkt.

Doch die große Mehrheit der Gerätenutzer entscheidet sich dagegen. Zwei von Drei (69 Prozent) lassen ihre Kameralinsen unbedeckt. Vor heimlichen Kameraaufnahmen fürchten sich vor allem jüngere Nutzer. Mit 38 Prozent verdeckt mehr als jeder Dritte der 14- bis 29-Jährigen die Linse seines Laptops, Tablet-Computers oder Smartphones. Mit steigendem Alter nehmen diese Bedenken immer mehr ab. Verdecken bei den 50- bis 64-Jährigen noch 23 Prozent der Gerätenutzer ihre Linsen, so sind es bei den über-65-Jährigen nur noch 13 Prozent.

„Nutzer sollten die Software ihrer Geräte immer auf dem aktuellsten Stand halten, um möglichen Sicherheitslücken vorzubeugen“, so Alsabah. Bei verdächtigen Aktivitäten sollte ein Gerät mit Viren-Scannern auf Schadprogramme überprüft werden. „Die letzte Option ist immer, ein infiziertes Gerät zu formatieren, was alle Daten auf den internen Speichern löscht und Schadprogramme entfernt.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.166 Personen ab 14 Jahren befragt, die privat einen Computer oder ein Smartphone nutzen. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lautete: „Decken Sie Ihre Kameras an Laptops, Tablets oder Smartphones gezielt ab, um sich vor Angriffen von Hackern und Internetkriminellen zu schützen?“ 

 

 

Digitalcourage: Autonomes Fahren muss ohne Grundrechtsverletzungen möglich sein

Die Autoindustrie liefert sich ein Wettrennen um den Markteintritt mit alltagstauglichen autonomen Fahrzeugen. Digitalcourage warnt vor „Schutzranzen“ und anderen Umfelderkennungstechnologien, die auf Überwachung basieren.

Autonomes Fahren wird kommen. Dabei muss natürlich die Verkehrssicherheit gewährleistet sein. Digitalcourage warnt vor Konzepten wie „Schutzranzen“, die auf die Überwachung anderer Verkehrsteilnehmer setzen und fordert von der beteiligten Industrie, Wege zu finden, die nicht die Grundrechte aller Menschen verletzen.

„Selbstfahrende Fahrzeuge können uns bereichern, aber nur, wenn dabei unsere Grundrechte respektiert werden,“ meint Kerstin Demuth von Digitalcourage. „Die Industrie muss nach Lösungen forschen, die Verkehrssicherheit gewährleisten und gleichzeitig ohne Überwachung auskommen.“

Digitalcourage hat im Januar 2018 aufgedeckt, dass „Schutzranzen“-GPS-Tracker an Kinder in öffentlichen Grundschulen verteilt werden sollen. Der Geschäftsführer des Startups Coodriver, von dem das Produkt stammt, räumte inzwischen gegenüber Heise Online ein, dass die Technik als Werkzeug für selbstfahrende Fahrzeuge verwendet werden sollte. Digitalcourage fordert mit einem offenen Brief die Einstellung des Projekts „Schutzranzen“. Nachdem das Projekt nach Kritik der Datenschutzbeauftragten und des Landesschulamtes Niedersachsen in Wolfsburg gestoppt wurde, hält die Stadt Ludwigsburg weiter an den Konzept fest. Digitalcourage mahnt an, Fortschritt ohne Überwachung voranzutreiben.

„Wirtschaft, Politik, Bürgerinnen und Bürger müssen jetzt an die Technikfolgen von morgen denken“, warnt Friedemann Ebelt von Digitalcourage. „Überwachung darf keine Bedingung für Sicherheit im Straßenverkehr werden. Die Ethikkommission zum automatisierten Fahren warnte bereits vor drohender Totalüberwachung. Jetzt müssen Entscheidungen her, damit wir uns in Zukunft frei und unbeobachtet bewegen können.“

Olympia 2018: Spielwiese der Hacker

DigitalShadows_Winterspiele2018_FancyBearsGroßveranstaltungen wie die Olympischen Spiele bieten naturgemäß eine öffentliche Plattform für kriminelle und politisch aufgeladene Cyberaktivitäten – so auch bei den Winterspielen 2018 in Südkorea.

Bereits im Vorfeld verzeichnete Digital Shadows Datenleaks, Phishing-Versuche sowie Fake Domains und Social Media Konten, die sich sowohl gegen die Organisatoren und Partnerunternehmen der Spiele als auch gegen Teilnehmer, Besucher und Sportinteressierte richteten.

Neben politisch motivierten Aktionen (Hacktivismus) im Spannungsfeld von Nordkorea, Südkorea und Russland, sind vor allem Betrugsmaschen bei Geldautomaten sowie bei Kredit- und Bankkarten zu erwarten. Dabei profitieren die Angreifer von lokalen, ungeschützten Wi-Fi-Netzen sowie der hohen Zahl an getätigten Finanztransaktionen. Zu den gefährlichsten Cyberrisiken während der Spiele zählen:

  • Phishing & Fake Domainnamen: Im Netz finden sich bereits eine Vielzahl an Typo-Squat-Domains, die Markennamen der Olympischen Winterspiele 2018 und der World Anti-Doping Agency (WADA) verwenden. Mehr als die Hälfte der Adressen konnte nach Russland, der Ukraine und anderen Proy-Diensten zurückverfolgt werden.
  • Kompromittierte Zugangsdaten: Eine Überprüfung der Datenleaks der letzten 12 Monate deckte mehr als 300 Fälle auf, bei denen Login-Daten von Organisatoren der Spiele sowie von WADA gestohlen wurden.
  • Datenleaks: Im Januar veröffentlichte die Hacktivisten-Gruppe Fancy Bears den E-Mailverkehr zwischen dem IOCs sowie dem Internationaler Rennrodelverband. Weitere sensible Informationen über kanadische Athleten folgten, die den Verdacht von Doping nahelegten. Die Aktion scheint eine Reaktion auf das Teilnahmeverbot russischer Athleten wegen angeblichen Dopings gewesen zu sein.
  • Malware: Freiwillige Helfer wurden mit Emails überschwemmt, die Makro-Malware enthielt. Dabei wurde das offizielle IOC-Portal imitiert und angebliche logistische Details zur Organisation der Spiele bereitgestellt. Die Schadsoftware GoldDragon richtete sich gezielt an Organisationen, die mit den Spielen in Verbindung stehen.
  • Angriffe auf Wi-Fi-Netze: Öffentlich zugängliche Netz werden genutzt, um an die Daten von hochrangigen und damit lukrativen Zielen zu gelangen. Die DarkHotel-Kampagne zielt dabei auf Hotels in Asien, wobei sie sich über gefälschte Software-Updates Zugriff auf die Wi-Fi-Netzwerke verschafft.
  • Kreditkartenbetrug: Insbesondere in Stadtzentren, Hotels, Restaurants und Einkaufszentren rücken Besucher und Touristen ins Ziel der Angreifer. 2017 wurden bei Angriffen Kundenkarten von über 41 Hyatt Hotels in 11 Ländern kompromittiert. Darunter auch China (18 Standorte) sowie Südkorea und Japan.

Generell ist bei Emails, Webseiten oder beim Download von Apps, die mit den Olympischen Spielen werben, Wachsamkeit angesagt. Besucher sollten vor allem bei Geldautomaten auf Anzeichen von „Skimming“, dem illegalen Ausspähen von elektronischen Daten von Zahlungskarten (girocard und Kreditkarte). Dazu gehören beispielsweise wackelige Kartenleser, sichtbare Spuren im PIN-Code-Eingabebereich oder andere Manipulationen. Sinnvoll sind zudem alternative Zahlungsformen wie Chip und Pin, Prepaid- und Pre-Capped-Karten.

Um sicher von Unternehmensnetzwerken und Firmenkonten aus auf Wi-Fi-Netzwerke zuzugreifen, sollte Virtual Private Network (VPN) Tunneling sowie Multi-Faktor-Authentifizierung genutzt werden. Unternehmensmitarbeiter, die zum Zeitpunkt der Spiele vor Ort sind, können Geräte und Konten zudem vorübergehend auf separate Unternehmensnetzwerke laufen lassen. Bei der Rückkehr empfiehlt sich eine Art Quarantänezeit, um sicherzustellen, dass keine Schadsoftware als Mitbringsel nach Hause gebracht wurde.

Drei von zehn Deutschen daten online

Das Date für den Valentinstag oder gleich die ganz große Liebe: Drei von zehn Internetnutzern (29 Prozent; 2017: 26 Prozent) überlassen den spontanen Flirt oder die Suche nach einem Partner nicht länger dem Zufall und gehen ins Internet.

Die Suche nach der großen Liebe darf auch ruhig etwas kosten.

Kostenpflichtige Angebote wie Parship, eDarling oder ElitePartner haben 49 Prozent aller Nutzer schon mal in Anspruch genommen, weitere 28 Prozent können sich dies vorstellen. Insbesondere teilweise kostenlose Online-Flirt-Dienste wie Tinder, Grindr oder Lovoo werden immer beliebter: 35 Prozent nutzen sie bereits. Das sind 7 Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr. Weitere 16 Prozent können es sich vorstellen, solche Dienste zu nutzen.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom im Vorfeld des Valentinstages. Single-Foren in sozialen Netzwerken wie örtliche Facebook-Gruppen verwenden 25 Prozent. Danach folgen Single-Reisebörsen wie travelark.de, urlaubspartner.net und singlereisen.net mit 16 Prozent.

„Wie viele andere Bereiche unseres Lebens und Alltags beeinflusst die Digitalisierung auch die Art und Weise wie wir flirten und neue Partner kennenlernen. Online-Dating ist in Zeiten von „always on“ ein ganz normaler Weg bei der Partnersuche“, sagt Bitkom-Expertin Julia Miosga. „Die hohen Werte bei der potenziellen Nutzung zeigen, dass das Potenzial der Online-Dating-Dienste noch nicht erschöpft ist und immer mehr Menschen ihre Vorurteile gegenüber der Partnersuche im Web verlieren.“

Quer durch alle Altersklassen nutzt die überwältigende Mehrheit (94 Prozent) Online-Dating-Dienste, um einen festen Partner kennenzulernen. Das sagen 91 Prozent der Männer und 96 Prozent der Frauen. Weitere 4 Prozent geben an, auf der Suche nach Flirts zu sein. „Der Reiz des Online-Datings liegt darin, schnell und unkompliziert eine große Auswahl interessanter neuer Bekanntschaften zu machen, idealerweise sogar direkt in der näheren Umgebung“, sagt Miosga.

Im Schnitt geben die Nutzer von Online-Dating-Diensten dafür rund 38 Euro pro Monat dafür aus. Sechs von zehn Usern (59 Prozent) sind außerdem gleich bei mehreren Diensten angemeldet: So nutzen 28 Prozent lediglich einen Dienst, 34 Prozent sind bei zwei Dating-Diensten angemeldet, drei Dating-Portale nutzen 14 Prozent, vier und mehr 11 Prozent.

 Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.009 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt, darunter 829 Internetnutzer und 244 Nutzer von Online-Dating-Diensten. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Welche der folgenden Möglichkeiten, im Internet einen Partner kennenzulernen, haben Sie bereits genutzt oder können Sie sich vorstellen zu nutzen?“, „Wie viel zahlen Sie oder haben Sie pro Monat für Online-Dating-Dienste, also Dating-, Flirt- und Seitensprung-Portale, gezahlt?“, „Warum nutzen Sie Online-Dating-Dienste?“ und „Bei wie vielen Online-Dating-Diensten, also Dating-, Flirt- und Seitensprung-Portalen, sind oder waren Sie angemeldet?“.

 

1.Februar ist der „Change your Password Day“

Der 1. Februar ist der „Change your Password Day“. Aus diesem Anlass erinnert das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) an die wichtigsten Tipps zur Erstellung starker Passwörter.

HPI-Direktor Professor Christoph Meinel kritisiert, dass die Zahlenfolge „123456“ nach wie vor das weltweit beliebteste Passwort ist, dicht gefolgt von „12345678“, „111111“ und „qwerty“. Rund jeder fünfte Internetnutzer verwende nach einer Auswertung des Potsdamer Informatikinstituts das gleiche Passwort für mehrere Dienste. Dabei ließen sich Meinel zufolge die Risiken eines Identitätsdiebstahls leicht minimieren.

Einfache und kurze Passwörter können in nur wenigen Sekunden von professionellen Programmen geknackt werden

„Einfache und kurze Passwörter können in nur wenigen Sekunden von professionellen Programmen geknackt werden“, so der Informatikwissenschaftler. Zugleich seien sich viele Verbraucher der Folgen nicht bewusst, die ein Identitätsdiebstahl haben könnte: „Der Missbrauch von Passwörtern ist mittlerweile ein lukratives Geschäftsmodell“, warnt Meinel. Kriminelle könnten beispielsweise auf falschen Namen Einkäufe tätigen und E-Mails versenden.

Die wichtigsten Regeln zur Erstellung starker Passwörter

Die Länge des Passworts sollte mindestens 10 bis 15 Zeichen umfassen und verschiedene Zeichentypen (Buchstaben, Ziffern, Sonderzeichen) sowie Groß- und Kleinschreibung mit einbeziehen (ab 00:01:45). Beispiel: Während sogenannter Brute-Force-Attacken, bei denen Software die Abfolgen bestimmter Zeichen zum Entschlüsseln eines Passworts ausprobiert, wird für die Aufdeckung des Passworts „secret“ weniger als eine Sekunde benötigt. Für das Passwort „!sEcRe!2%9“ wären es nach aktuellem Stand über 19 Jahre.

Niemals persönliche Informationen wie Namen, Geburtsdaten, Haustiernamen, Namen der Partner oder der jeweiligen Anwendung (z.B. „Adobe“) verwenden. Diese Daten könnten leicht erraten werden.

Keine Begriffe aus dem Wörterbuch oder andere „sinnvolle“ Zeichenfolgen verwenden. Neben den Brute-Force-Attacken sind vor allem „Wörterbuchangriffe“ üblich, um Passworte zu knacken: Hierbei werden Listen mit Wörtern genutzt, um fremde Passwörter zu entschlüsseln.

Nie dasselbe Passwort für mehrere Konten verwenden. Wird ein Passwort geknackt, ermöglicht es Kriminellen sonst den Zugang zu allen anderen Diensten.

Meinel zufolge sollten Nutzer ihre Passwörter außerdem von Zeit zu Zeit auswechseln, keinesfalls sollte hierbei auf alte Passwörter oder Variationen zurückgegriffen werden (ab 00:03:21). Sofern Multi-Faktor-Authentifizierung angeboten wird, sollte diese Option genutzt werden. „Bei einem solchen Authentifizierungsprozess überprüft der jeweilige Dienst neben dem Passwort zusätzlich, ob der Nutzer einen bestimmten Gegenstand besitzt oder ein spezifisches Merkmal aufweist. Das macht es für Angreifer schwieriger, in ein fremdes Konto einzubrechen“, erklärt Meinel.

Opfer eines Datendiebstahls

Ob man selbst Opfer eines Datendiebstahls geworden ist, lässt sich mit dem Identity Leak Checker, einem Online-Sicherheitscheck des Hasso-Plattner-Instituts (HPI), sehr leicht überprüfen (ab 00:00:38). Seit 2014 kann dort jeder Internetnutzer unter https://sec.hpi.de/ilc kostenlos durch Eingabe seiner E-Mail-Adresse prüfen lassen, ob Identitätsdaten von ihm frei im Internet kursieren und missbraucht werden könnten. Die Sicherheitsforscher ermöglichen den Abgleich mit mittlerweile mehr als 5 Milliarden gestohlener und im Internet verfügbarer Identitätsdaten. Dabei liegt der Fokus auf Leaks, bei denen deutsche Nutzer betroffen sind.

Wie man sich sicher im Internet bewegen und dort seine Privatsphäre schützen kann, zeigt auch ein neuer Onlinekurs des HPI. Am 26. Februar startet der kostenlose Kurs „Internet Security for Beginners“ auf der interaktiven Bildungsplattform openHPI. Anmelden kann man sich unter https://open.hpi.de/courses/intsec2018

Jeder dritte Verbraucher berichtet von Missbrauch seiner Daten im Internet

 In kaum einem anderen Land wird so viel über die Nutzung von Daten und Privatsphäre diskutiert wie in Deutschland. Dennoch berichtet über ein Drittel deutscher Online-Nutzer von Erfahrungen, bei denen persönliche Daten im Internet missbraucht wurden.

Trotzdem empfinden die meisten Verbraucher ein hohes Sicherheitsgefühl bei Transaktionen im Internet – insbesondere beim Online-Banking. Dies ergab die aktuelle bevölkerungsrepräsentative Verbraucherbefragung der Creditreform Boniversum  zum Thema Datensicherheit im Internet.

Missbrauch von persönlichen Daten beim Online-Shopping

Der Missbrauch von persönlichen Daten beim Online-Shopping im Speziellen bzw. bei Transaktionen im Internet im Allgemeinen weist eine nicht zu unterschätzende Größenordnung auf. Über ein Drittel der befragten Personen gibt an (34 Prozent; 19,2 Millionen Verbraucher), bereits einmal erlebt zu haben, dass persönliche Daten im Internet missbraucht, d.h. gegen den eigenen ausdrücklichen Willen verwendet worden sind.

12 Prozent der Verbraucher berichten sogar von häufigen Missbrauchserfahrungen persönlicher Daten. Überdurchschnittlich betroffen sind Männer, Personen unter 40 Jahren, Personen mit gehobenem Bildungsabschluss, Gering- und Normalverdiener sowie Personen, die im Westen Deutschlands leben. Die gute Nachricht: Die meisten deutschen Online-Nutzer (66 Prozent) haben allerdings noch keine negativen Erfahrungen mit Datenmissbrauch im Internet gemacht.

Hohes Sicherheitsgefühl bei deutschen Verbrauchern

Trotzdem empfinden die meisten Verbraucher ein hohes Sicherheitsgefühl bei Transaktionen im Internet. Am sichersten fühlen sich Verbraucher beim Online-Banking und beim Online-Shopping. 69 Prozent der Befragten gibt an, dass sie die Weitergabe ihrer Daten bei Online-Bankgeschäften für sicher halten – 44 Prozent der Verbraucher haben beim Online-Shopping sicheres Gefühl.

Besonders wichtig ist den Verbrauchern beim Online-Einkauf die „Sicherheit der Bezahlung“ (94 Prozent). Danach folgen mit Abstand die Kriterien „Preis-Leistungsverhältnis“ (88 Prozent), „Einfachheit der Bezahlung“ (86 Prozent) sowie die „Einfachheit des Bestellvorgangs“ (84 Prozent).

Das Kriterium „Schnelligkeit der Lieferung“ wird von den Verbrauchern als am wenigsten wichtig eingestuft (75 Prozent). Wird die Forderung der Verbraucher nach sicheren Zahlarten nicht bedient, brechen sie den Kaufvorgang ab. 67 Prozent geben an, dies bereits schon mal getan zu haben. 38 Prozent der Verbraucher brechen ihren Bestellvorgang auch ab, wenn keine für sie passenden Bezahlverfahren angeboten werden.

Drei Bezahlverfahren dominieren das Online-Shopping der Verbraucher

Bezahlsysteme wie z.B. PayPal oder Sofortüberweisung.de (46 Prozent), Kauf auf Rechnung (31 Prozent) und Kreditkarte (9 Prozent) zählen zu den drei meistgenutzen und beliebtesten Bezahlverfahren der Deutschen. Ebenso werden diese Verfahren von den Verbrauchern als am sichersten eingestuft. Speziell beim „Kauf auf Rechnung“ steht der Sicherheitsaspekt bei den Verbrauchern im Vordergrund – insbesondere Frauen bevorzugen unter diesem Aspekt den Kauf auf Rechnung.

„Verbraucher empfinden den Kauf auf Rechnung nach wie vor als sichere Zahlart. Sie ist nicht nur sehr bequem – der Verbraucher kann sich die Ware vor Bezahlung in Ruhe ansehen – sondern er kann dabei auch sparsam mit seinen Daten umgehen. Er braucht nicht mehr Daten anzugeben als beispielsweise in einem öffentlichen Telefonbuch zu finden sind. Weiterer Vorteil: im Falle von Reklamationen und/oder Rücksendungen, muss der Verbraucher nicht warten bis das Geld wieder auf sein PayPal-, Kreditkarten-, oder Bankkonto zurücküberwiesen wird. Er zahlt die Ware ja erst, wenn er entschieden hat, dass er sie auch behält“, so Marion Lanaro, Mitglied der Geschäftsleitung bei Boniversum.

Im Rahmen der Umfrage wurden die Verbraucher auch nach ihrer allgemeinen Einschätzung zur Sicherheit beim Bezahlen im Internet befragt. Die Hälfte der Verbraucher (51 Prozent) geht davon aus, dass das Bezahlen im Internet in den letzten fünf Jahren sicherer geworden ist. Überwiegend sind Männer und jüngere Personengruppen dieser Auffassung.

 Die aktuelle Erhebung der Creditreform Boniversum, die auf einer repräsentativen Online-Umfrage von 1.045 Verbrauchern im Alter von 18 bis 69 Jahren basiert, befasst sich mit dem Thema „Datensicherheit im Internet“.

 

Aktion „Bezahlen Sie mit Ihren Daten!“ am Europäischen Datenschutztag 2018

Unter dem Motto „Bezahlen Sie mit Ihren Daten!“ will das Museum für Kommunikation Nürnberg am Sonntag (28.01.18) die Besucher über den Umgang mit persönlichen Daten im Internet informieren. Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V. unterstützt den Aktionstag gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht und dem DB Museum.

„Täglich werden die Verbraucher beim Online-Einkauf oder in den Sozialen Netzwerken verführt, persönliche Daten wie Alter und Adressen im Tausch für Rabatte oder kostenlose Angebote preiszugeben,“ sagte BvD-Vorstand Rudi Kramer. „Für einen eigenverantwortlichen Umgang mit personenbezogenen Daten fehlt oft das Bewusstsein. Damit geben die Verbraucher aber eigene Rechte preis“, warnte Kramer.

Am Aktionstag können die Besucher von 10 bis 15 Uhr selbst ausprobieren, wie es um ihre Datensensibilität bestellt ist. Fachleute der Bayerischen Datenschutzaufsicht, des BvD und von der Deutschen Bahn AG stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Zudem bietet das Museum Sonderführungen zum Datenschutz in der Geschichte der Kommunikation an. Auch die EU-Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO), die die Rechte der Betroffenen ab 25. Mai 2018 neu regelt, wird Thema sein.

Am Dienstag (23.01.2018) setzte das Kommunikationsmuseum in Kooperation mit dem BvD und dem BayLDA die Vortrags-Reihe „Daten-Dienstag“ fort. Der Nürnberger Kriminalhauptkommissar Stefan Malek spricht über die Anwerbetechniken Rechtsextremer im Internet. Am 6. Februar klärt der Unternehmer Ernst Schulten über Tracking im Internet auf.

 

Kommentar: „Die globales Zentrum für Cbersicherheit ist ein Schritt in die richtige Richtung“

Pete Godden ist VP EMEA bei Zerto.

Pete Godden ist VP EMEA bei Zerto.

Die Initiative des Weltwirtschaftsforums, ein globales Zentrum für Cybersicherheit zu gründen, ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, um die ständig wachsende Bedrohung durch Cyber-Angriffe auf die Weltbühne zu bringen, wo sie hingehört”. “Unternehmen sind jedoch bereits jetzt tagtäglich mit dem Risiko von Ransomware konfrontiert und benötigen technische Lösungen, um ihnen in der Gegenwart zu widerstehen. Es ist wichtig, dass jede Organisation versteht, dass es nicht darum geht, OB sie erfolgreich gehackt wird, sondern WANN. Ich hoffe, dass diese neue Initiative dazu beitragen wird, das Bewusstsein auf politischer Ebene für die Schwere der Bedrohung zu schärfen und zu einer breiteren Akzeptanz effektiver technischer Lösungen zu führen.”

Autor: Pete Godden ist VP EMEA bei Zerto, einem Anbieter für Lösungen zur Aufrechterhaltung des Betriebs von virtualisierten Infrastrukturen.

 

Studie: Mitarbeiter fürchten sich nicht vor Maschinen-Kollegen

Pega-Future of WorkPegasystems, Anbieter von strategischen Software-Lösungen für Vertrieb, Marketing, Service und Operations, hat in einer neuen weltweiten Untersuchung 845 Führungskräfte nach ihren Ansichten über die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierung für den Arbeitsplatz der Zukunft gefragt. An der Untersuchung nahmen leitende Angestellte aus unterschiedlichen Wirtschaftssektoren teil, so Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Fertigungsindustrie, Telekommunikation und Medien, Öffentlicher Sektor und Einzelhandel.

Arbeitsplätze durch intelligente Maschinen ersetzt ?

Entgegen der weit verbreiteten Auffassung, der zufolge Menschen besorgt sind, dass ihre Arbeitsplätze durch intelligente Maschinen ersetzt werden, sind 88 Prozent der Befragten mit der Einführung von Maschinen als Kollegen am Arbeitsplatz zufrieden. Tatsächlich erwarten mehr als zwei Drittel (69%), dass der Begriff „Arbeitskraft“ (Workforce) in Zukunft auch intelligente Maschinen umfassen wird, die mit den menschlichen Mitarbeitern, die sie steuern, zusammenarbeiten. Obwohl 70 Prozent angeben, dass KI innerhalb von 20 Jahren hauptsächlich menschliche Arbeitskräfte in administrativen Rollen ersetzen wird, sagen 69 Prozent, dass die Automatisierung ehemals manueller Prozesse es ermöglichen würde, diese in andere Bereiche des Geschäfts zu verlagern.

Vorteile einer Zusammenarbeit von Menschen mit intelligenten Maschinen

Die Studie zeigt eine Reihe von Vorteilen einer Zusammenarbeit von Menschen mit intelligenten Maschinen. 69 Prozent meinen, dass die Automatisierung von früher manuell ausgeführten Prozessen es Mitarbeitern ermöglichen wird, abwechslungsreichere und anspruchsvollere Aufgaben zu übernehmen. Dies könnte besonders für Mitarbeiter im Kundenkontakt gelten, die nach Meinung der Befragten Routineaufgaben an intelligente Maschinen übergeben könnten. 64% der Befragten erklären, KI werde die Selbstständigkeit von Mitarbeitern erhöhen.

Die Studie unterstreicht, dass Menschen weiterhin eine wichtige Rolle in Jobs spielen werden, die emotionale Intelligenz, Urteilsvermögen und kulturelles Verständnis erfordern. So erwarten nur 41Prozent, dass Künstliche Intelligenz menschliche Mitarbeiter in Aufgaben mit Kundenkontakt ersetzen kann, während 77 Prozent meinen, dass es innerhalb der nächsten fünf Jahre zum Standard wird, dass KI eingesetzt wird, um den Kundenservice-Mitarbeitern Next-Best-Actions vorzuschlagen.

Trotzdem macht die Studie auch deutlich, dass die Menschen die Kontrolle über intelligente Systeme behalten wollen. 79 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich mit einer intelligenten Maschine, die sie kontrolliert, nicht wohlfühlen würden: Interessanterweise gaben 78 Prozent an, es wäre ihnen in diesem Fall angenehmer, wenn es vollständige Transparenz und Nachprüfbarkeit der entsprechenden Entscheidungen geben würde.