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Studie: Deutsche sind kaum gestresst durch Digitalisierung

Grafik2_Berufsunfähigkeit_291116Die Deutschen fühlen sich kaum gestresst durch die Digitalisierung. Das bringt jetzt eine Studie von Community Life ans Licht, für die 1012 Deutsche zwischen 14 und 69 Jahren befragt wurden. Demnach geben sich die Deutschen durchschnittlich eine 4,2 auf der digitalen Stress-Skala von 1-10.

Nur einer von Hundert Deutschen sieht sich als extrem gestresst an und gibt sich die maximale Punktzahl von zehn. Während es zwischen Männern und Frauen keine Unterschiede gibt, zeigen sich beim Alter Differenzen.

Bei den 30-39-Jährigen – den „Millennials“ – ist das Stressempfinden besonders hoch. Am wenigsten Stress empfinden Menschen über 50 Jahren.

Umgangsformen im Zusammenhang mit Smartphone und Tablet

Das Versicherungs-Start-up hat zudem ermittelt, welche Umgangsformen im Zusammenhang mit Smartphone und Tablet besonders stören. An erster Stelle rangiert hier die Nutzung des Smartphones im Kino und Theater: Drei Viertel der Deutschen sagen ganz klar, dass das nicht geht. Und nur drei Prozent finden die Handynutzung an diesen Orten völlig in Ordnung. An zweiter Stelle der No-Gos folgt das Hören von lauter Musik via Handy.

Das ist für 67 Prozent der Deutschen nicht akzeptabel. Fast ebenso viele finden, dass es unhöflich ist, von ihnen ein Handyfoto zu machen, ohne vorher gefragt zu werden. Selbst im Büro wird eine sofortige Unterbrechung der Arbeit wegen eines Anrufs von 58 Prozent der Deutschen als unhöflich empfunden.

Nur fünf Prozent würden das tun. Und schließlich sind 58 Prozent der Meinung, dass Telefonate zu privaten oder vertraulichen Themen nicht mobil in der Öffentlichkeit geführt werden sollten.

Die Top-No-Gos im Umgang mit Smartphones: Was ist unhöflich?

  1. Im Kino oder Theater das Smartphone zu benutzen (76 %)
  2. Über das Smartphone laute Musik hören (67 %)
  3. Ein Handyfoto von anderen zu machen, ohne zu fragen (65 %)
  4. Ein Arbeitsmeeting sofort unterbrechen, nur weil das Handy brummt oder klingelt (58 %Telefonate zu privaten oder geheimen Themen in der Öffentlichkeit führen (58 %)

(Quelle: Community Life, onlinerepräsentative Umfrage unter 1012 Deutschen von 14 bis 69 Jahren zum Umgang und Stressempfinden mit dem Smartphone, Mai 2017)

Die Studie hat zudem herausgefunden, dass sich ältere Menschen eher von Smartphones gestört fühlen als die jüngere Generation: So empfindet beispielsweise nur jeder Dritte unter 29 das Führen privater Gespräche in der Öffentlichkeit als Belästigung, bei den ab 60-Jährigen sind es acht von zehn. Weitere Erkenntnis: Frauen sind bei allen abgefragten Verhaltensweise mit dem Smartphone ein wenig störanfälliger als Männer.

„Die Umfrage zeigt, dass die Menschen lernen, der Digitalisierung für sich selbst ein gesundes Maß und einen Sinn zu geben. Dort wo es unser Leben einfacher macht, werden mobile Services gern genutzt. Längst haben sich aber auch gesellschaftliche Regeln etabliert, wo es Ruhezonen gibt und wann der Mensch mir gegenüber wichtiger ist, als das Handy. Dieser erwachsene Umgang mit Technologie führt dann auch zu weniger digitalem Stress“, kommentiert Claudia Lang, die Gründerin der Online-Versicherungsplattform.

Studiensteckbrief

Die Umfrage zum Thema „Digitale Stressfaktoren“ hat die Marktforschungsberatung Facts and Stories GmbH mit dem Online-Befragungsspezialisten Gapfish im Mai 2017 im Auftrag von Community Life durchgeführt. Für die Studie wurden 1.012 Personen ab 14 Jahren in Deutschland online befragt.

Aktuelles Urteil: Nachlass im Internet und in sozialen Medien

Ein 15-jähriges Mädchen stirbt und die Mutter darf nicht auf sein Facebook-Konto zugreifen. Das hat das Kammergericht Berlin ganz aktuell entschieden – wenn auch noch nicht rechtskräftig (Az.: 21 W 23/16).

Die Entscheidung sorgt für Verwirrung. Doch was kann man tun, wenn man nach dem eigenen Ableben nicht ewig in den unendlichen Weiten des Netzes schweben möchte? Ein eindeutiges Testament hilft – oder eine entsprechende Einstellung im eigenen Facebook-Profil. Arag-Experten sagen Ihnen, wie Sie Ihr digitales Erbe am besten ordnen.

Erben handlungsfähig machen

Wenn Sie ein Testament machen, sollten Sie nicht nur Verfügungen über Geld, Wertgegenstände und Immobilien treffen, sondern am besten auch Ihren digitalen Nachlass ordnen.

Dann erleben die Erben keine Überraschungen – beispielsweise mit Verträgen für Online-Dienste, die weiterlaufen und bezahlt werden müssen – und sind vor allem schnell handlungsfähig. Dabei wäre ein erster vernünftiger Schritt, eine oder mehrere Vertrauenspersonen zu benennen, die sich – analog zum Nachlassverwalter auf Facebook – kümmern sollen.

Überlegen Sie, was mit Ihrem E-Mail-Postfach, dem Facebook-Profil oder Ihrer digitalen Fotosammlung passieren soll. Alles löschen? Welche Verträge sollen weiterbestehen, welche gekündigt werden? Dafür müssen diese erst einmal gefunden werden. Daher befähigen Sie am besten die Ihnen vertrauten Menschen, in Ihrem Sinne zu handeln. Indem Sie besprechen, was zu tun ist und indem Sie ihnen Passwörter zugänglich machen. Oder zumindest mitteilen, wo Sie diese hinterlegt haben.

Passwörter sinnvoll hinterlegen

Passwörter in einem Safe oder Bankschließfach deponiert, lassen sich übrigens einfacher ändern, als wenn Sie bei einem Notar lagern. Denkbar wäre auch ein verschlüsselter USB-Stick oder ein Passwort-Manager, mit dem Sie Ihre Codewörter verwalten können. Vielleicht ist Ihnen wohler, einen Rechtsanwalt oder Notar insgesamt mit der Verwaltung Ihrer Daten zu bevollmächtigen, da diese zur Verschwiegenheit verpflichtet sind. Diese Tätigkeit ist allerdings gebührenpflichtig.

Facebook: Neue Einstellung im Profil

Facebook will seinen Nutzern das Verwalten ihres digitalen Nachlasses erleichtern: Mitglieder können Facebook im Voraus über die Einstellungen mitteilen, ob ihr Konto in den sogenannten Gedenkzustand versetzt werden soll. Außerdem kann ein digitaler Nachlassverwalter ernannt werden, der das in den Gedenkzustand versetzte Konto nach dem Tod weiterführt.

Die so ernannten Verwalter können dann zum Beispiel den Tod des Nutzers auf dessen Facebook-Seite bekannt geben und Bilder posten. So kann eine Art Gedenkstätte im Netz entstehen. Sie können sich allerdings nicht auf dem Facebook-Konto anmelden und auch nicht die Nachrichten des Verstorbenen lesen.

Dass Facebook dies in seinen Regelungen zu Recht ausschließt, hat das Kammergericht Berlin in seinem aktuellen Beschluss festgestellt. Denn ein Zugriff der Erben auf die Inhalte des Kontos verstoße gegen das Fernmeldegeheimnis. Alternativ können Nutzer in den Einstellungen aber auch auswählen, dass das Konto im Todesfall gelöscht wird. So soll verhindert werden, dass Verstorbene nicht mehr bei den automatisch erzeugten Vorschlägen für neue Freundschaften auftauchen, was oftmals für Verstörung sorgte.

Terminhinweis: Smart Cities – Wie werden wir leben, wohnen und arbeiten? (26.-28.09.2017 / Berlin)

Die seit geraumer Zeit geführte Diskussion über Smart Cities oder auch digitale Städte gewinnt spürbar an Dynamik. Mittlerweile liegen vielfältige Erfahrungsberichte aus der Praxis und nachhaltige Forschungsergebnisse vor. Auf der diesjährigen Messe Intergo in Berlin (26.-28.9.) wird der wachsenden Bedeutung durch einen Themenschwerpunkt im Kongress und einem eigenen Angebotsbereich mit dem Titel Smart City Solutions innerhalb der Fachmesse Rechnung getragen.

Erstmals in diesem Jahr beteiligt sich die Morgenstadt-Initiative unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO an der Intergo. „Wir wollen die Initiative noch stärker ins Bewusstsein der städtischen Vertreter und Unternehmen bringen und uns mit der Geo-Branche in unserem Innovationsnetzwerk verbinden. Dafür bietet die Intergo national, wie auch im europäischen Kontext eine hervorragende Chance“, meint Projektdirektor Alanus von Radecki vom Fraunhofer IAO in Stuttgart, welches das Verbundprojekt bestehend aus 15 internationalen Städten, 24 internationalen Unternehmen und 11 verschiedenen Fraunhofer-Instituten, leitet.

Im Intergo-Kongress nimmt das Smart City Thema nach der großen Resonanz im vergangenen Jahr in Hamburg wieder einen breiten Raum ein. Hier werden insbesondere die Schwerpunkte ‚Energie’ und ‚Mobilität’ thematisiert. DVW-Präsident Prof. Dr. Hansjörg Kutterer betont, dass im Bereich der Mobilität insbesondere hochgenaue Umgebungsinformationen und deren Visualisierung einen wichtigen Entwicklungsschritt bedeuten. Im Themenbereich Energie gehe es, so Kutterer, vor allem um die Frage, wie der Energiefluss in einer Stadt gestaltet, Energie optimiert und der Verbrauch minimiert werden kann.

Die rund 550 Aussteller setzen in diesem Jahr nochmals stärker auf das Zukunftsfeld Smart City. „Dies wird sich in vielen Präsentationen sichtbar niederschlagen“, so Daniel Katzer, Projektleiter der Intergo. „Die Verbindung von Geodaten und dem Digitalisierungsprozess ist eines der Schlüsselthemen der Intergo. Daher passt die Beteiligung der Morgenstadt Initiative hervorragend mit der derzeitigen Projektphase zusammen.“

Im Innovationsnetzwerk Morgenstadt werden die Erfahrungen aus mehr als 30 Smart City Projekten gesammelt und ausgewertet. Eines davon ist das durch die EU-Kommission geförderte Projekt TRIANGULUM, das anhand konkreter Vorreiterkonzepte in Manchester, Eindhoven und Stavanger eine Blaupause für weitere Städte geschaffen hat. Praktische  Erfahrungen daraus werden präsentiert und weitergeben.

Die Intergo findet vom 26. bis 28. September 2017 in der Messe Berlin statt.

Meldepflicht für Hacks und europäische Cybersicherheitsarchitektur gefordert

Übermittlung von Nachrichten, Verkehr, Industrieproduktion, Forschung, Verwaltung – nahezu kein Bereich kommt mehr ohne moderne Informations- und Kommunikationstechnologien aus. Angriffe auf die digitale Infrastruktur durch Kriminelle oder staatliche Organisationen sind folglich eine Gefahr für Wohlstand und Sicherheit, ja Freiheit und Demokratie.

Der große Hacker-Angriff „Wanna Cry“, von dem am vergangenen Wochenende zehntausende Computer auf der ganzen Welt betroffen waren, ist nur das jüngste einer langen Reihe von Beispielen, für das Gefahrenpotential, die Cyberattacken in hochentwickelten Ländern entfalten können. Zukünftig werde es noch weit bedrohlichere Angriffe von heute ungeahnter Wucht geben, warnt Jörn Müller-Quade vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Im dortigen Kompetenzzentren für IT-Sicherheitsforschung KASTEL wird heute schon an den Verteidigungsstrategien von morgen geforscht.

 Öffentliche Einrichtungen sind nicht ausreichend geschützt

Cybersicherheitsexperten wie Müller-Quade bemängeln schon lange, deutsche Firmen, öffentliche Einrichtungen und Institutionen, seien nicht ausreichend auf digitale Bedrohungen vorbereitet. Im Gegenteil: Durch die fortschreitende Vernetzung, die sich durch Trends wie Industrie 4.0, Smart Home oder selbstfahrende Autos noch potenzieren wird, würden die Angriffsflächen für Cyberschurken immer größer, warnt er.

Bei der Entwicklung vieler neuer Geräte, sei die Cybersicherheit überhaupt nicht berücksichtigt worden, bemängelt der Sicherheitsforscher. Gleichzeitig seien wegen immer stärkerer Arbeitsteilung und Hacking als käuflichem Service für eine effektive Cyberoffensive immer weniger individuelle Hackerkenntnisse notwendig.

In der Entwicklung befindliche Technologien wie Quantencomputer oder künstliche Intelligenz führten zudem dazu, dass Cyberangreifer in Zukunft noch mächtiger würden, erklärt Müller-Quade. „Gleichwohl ist mangelnde Cybersicherheit kein Zukunftsproblem, sie muss jetzt gewährleistet sein“, fordert er. Den Verteidigern im Cyberkrieg fehlen hingegen häufig die Mittel: Dass ein Sicherheitsanalyst die Schadsoftware „Wanna Cry“ stoppte, war nach Medienberichten purer Zufall.

Forderungen an die Politik

Gemeinsam mit Wissenschaftlern der  Cybersicherheitszentren CISPA in Saarbrücken und CRISP in Darmstadt hat Müller-Quade deshalb klare Forderungen an die Politik formuliert und in einem Thesenpapier an die Bundesregierung übergeben.

Cybersicherheit müsse in einem hochtechnisierten Land als Daseinsvorsorge begriffen werden, so der deutliche Anspruch der Forscher. So wie der Staat mit Straßen und Autobahnen eine Infrastruktur für den Verkehr bereitstelle und auf die Einhaltung der Verkehrsregeln durch die Nutzer achte, müsse er für die Sicherheit in der digitalen Gesellschaft sorgen, indem er Infrastrukturen für Cybersicherheit aufbaue.

Müller-Quade denkt zum Beispiel an öffentliche Prüflabore, die weit verbreitete Computerprogramme auf ihre Verlässlichkeit abklopfen. „Momentan kaufen wir in riesigem Umfang Software und wissen überhaupt nicht, was die eigentlich wirklich macht“, bemängelt der Wissenschaftler. „Im Moment sind wir abhängig von ausländischen Betriebssystemen, deren Quellcode wir noch nie gesehen haben.“

Die Folge sei nicht nur ein gravierender Mangel an Sicherheit, sondern auch der Verlust der „digitalen Souveränität: „Deutschland – und ganz Europa – verfügt derzeit nicht über die Fähigkeiten, für mehr Cybersicherheit wichtige Schlüsseltechnologien selbst zu entwickeln.“ Daraus resultiere eine Abhängigkeit von technologisch führenden Nationen wie Israel oder den USA. Das sei vor allem deshalb bedrohlich, da sich vor dem Hintergrund von Ereignissen wie der Präsidentschaft Trumps und dem Brexit derzeit eine Stagnation der internationalen Zusammenarbeit abzeichne. Die digitale Souveränität auf europäischer und nationaler Ebene zurückzugewinnen, „muss strategisches Ziel sein“, fordert Müller-Quade.

„Wenn uns dieses Ziel wichtig ist, müssen wir bereit sein, gemeinsam in seine Erreichung zu investieren.“ Als Beispiel für eine solche gesamteuropäische Kraftanstrengung aus strategischen Gründen nennt Müller-Quade den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus. Investitionen von „Airbus-Ausmaßen“ sind laut Müller-Quade für eine robuste europäische Cybersicherheitsarchitektur indes überhaupt nicht notwendig. „Wir könnten zum Beispiel in Open-Source-Systeme investieren“, schlägt der Wissenschaftler vor. Diese seien vielfach schon vorhanden, aber wegen fehlender Benutzerfreundlichkeit wenig verbreitet. Ein Mangel, der sich mit vergleichsweise bescheidenen finanziellen Mitteln beheben ließe.

Bessere Rahmenbedingungen für die Cybersicherheit

Auch müsse der Gesetzgeber für bessere Rahmenbedingungen für die Cybersicherheit sorgen: „Wir brauchen eine Meldepflicht für Cybervorfälle“, fordert Müller-Quade. Firmen, die gehackt worden sind, behalten das aus Angst vor Image-Schäden meist für sich. „Das hat aber zur Folge, dass wir nicht einschätzen können, wie groß das Risiko wirklich ist.“ Ebenso müssten verbindliche Standards für die Vorsorge gesetzt werden: „Es ist wie beim Impfen. Je mehr immun sind, desto weniger kann sich eine Infektion verbreiten.“

Gutachten: Gesetz gegen Hasskriminalität im Netz verstößt gegen Europarecht und das Grundgesetz

Der Gesetzesentwurf zur Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken (Netzwerkdurchsetzungsgesetz, NetzDG) verstößt gegen das Grundgesetz und ist europarechtswidrig. Zu diesem Ergebnis kommen zwei Rechtsgutachten, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom erstellt wurden.

Der Gesetzentwurf soll am Freitag in erster Lesung im Bundestag beraten werden, bereits heute befasst sich der Rechtsausschuss des Bundesrats damit. „Schon bei der ersten Vorlage des NetzDG haben eine Vielzahl von Organisationen, darunter auch der Bitkom, Bedenken angemeldet, dass das Gesetz gegen die grundgesetzlich garantierte Meinungsfreiheit sowie gegen Europarecht verstößt. Diese Bedenken haben sich durch die Einschätzung der Juristen nun bestätigt“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Der Einsatz gegen Hassrede und Kriminalität im Netz ist zu wichtig, als dass er mit einem überhasteten und handwerklich schlechten Gesetz geführt werden kann, das vor den Gerichten keinen Bestand hätte. Hassrede und Kriminalität im Netz müssen wirksam bekämpft werden. Massenhafte Löschungen im Schnellverfahren sind kein geeignetes Mittel.“

Verfassungsmäßigkeit des NetzDG

In ihrem Gutachten zur Verfassungsmäßigkeit des NetzDG, das aktuell in einer Zusammenfassung vorliegt, kommen Prof. Dr. Dr. h.c. Karl-Heinz Ladeur und Prof. Dr. Tobias Gostomzyk zu dem Ergebnis, dass der Entwurf erhebliche verfassungsrechtliche Probleme aufwirft, die ihn insgesamt als nicht haltbar erscheinen lassen. Am schwersten wiege dabei, dass die kurzen Löschfristen die Meinungsfreiheit beeinträchtigen.

Das Risiko eines Bußgeldes führe dazu, dass die Entscheidungs- und Abwägungsregeln, die die Meinungsfreiheit schützen sollen, ignoriert werden müssten. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Bedenken, etwa dass mit unbestimmten Rechtsbegriffen wie „offensichtlich rechtswidrigen Inhalten“ gearbeitet wird. In seinem Gutachten zur Vereinbarkeit des NetzDG mit dem Europarecht stellt Prof. Dr. Gerald Spindler fest, dass der Entwurf gleich in mehrfacher Hinsicht unvereinbar mit den Vorgaben des Europarechts ist.

So werden Vorgaben der europäischen E-Commerce-Richtlinie nicht umgesetzt, etwa beim Abweichen vom Herkunftslandprinzip, nach dem für Host-Provider das Recht jenes EU-Staates gilt, in dem er seinen Sitz hat. Auch die Vorgabe von starren und sehr kurzen Löschfristen verschärfe den Inhalt der E-Commerce-Richtlinie in unzulässiger Weise. Zudem sei das NetzDG nicht mit dem Datenschutz vereinbar: Es verlangt die Herausgabe von Daten des Verfassers eines Posts in Fällen der Verletzung „absolut geschützter Rechtsgüter“, und dies ohne dass darüber zuvor ein Richter entschieden hat.

Die Zusammenfassung des verfassungsrechtlichen Gutachtens findet sich hier.

Künstliche Intelligenz richtig erforschen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) verstärkt die Erforschung von Künstlicher Intelligenz und startet das Zukunftsprojekt „Lernende Systeme“.

Im ersten Schritt wird eine neue Experten-Plattform eingerichtet, die die Zusammenarbeit von Forschung und Anwendung verbessern und klären soll, wie Lernende Systeme dem Menschen nützlich sein können. Konkrete Anwendungsmöglichkeiten eröffnen sich insbesondere bei verschiedenen Dienstleistungen, im Mobilitätssektor, im Gesundheitswesen, z.B. in der Medizintechnik und der Pflege, beim Einsatz von automatisierten Fahrzeugen und Robotern menschenfeindlicher Umgebung sowie in der IT-Sicherheit.

 „Künstliche Intelligenz kann unser Leben verbessern“

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka sagte: „Künstliche Intelligenz kann unser Leben verbessern, wenn wir sie richtig einsetzten. Dazu müssen wir aber wissen, was Lernende Systeme leisten können und wo ihre Schwächen liegen. Es gibt noch viele offene Forschungsfragen. Deshalb brauchen wir eine umfassende Forschung mehr denn je, um technische Entwicklungen auch aus ethischer, sozialer und rechtlicher Perspektive verstehen zu können. Erst dann können wir faktenbasiert sagen, was wir anwenden wollen und wo Grenzen zu setzen sind. Für diese Entscheidungen sind mehr Austausch und Dialog nötig. Nach meinem Verständnis müssen wir Künstliche Intelligenz vom Menschen her denken. Technik soll uns unterstützen, nicht entfremden.“

Zukunftsprojekt „Lernende Systeme“

Das BMBF richtet mit dem Zukunftsprojekt „Lernende Systeme“ neben der bestehenden Plattform Industrie 4.0 eine zweite Plattform zu einem weiteren wichtigen Thema der Digitalisierung ein. Die Expertinnen und Experten, die in der Plattform zusammenwirken, sollen die Kompetenzen bei Datenanalyse-Werkzeugen ausbauen und alltagstaugliche Anwendungsszenarien, Demonstratoren sowie herstellerübergreifende Forschung und Entwicklung vorantreiben. Zur Unterstützung der Plattform wird eine Geschäftsstelle eingerichtet.

Lernende Systeme können beispielsweise im Gesundheitsbereich große Verbesserungen bringen, etwa wenn sie bei der Mammographie große Datenmengen wie Röntgenbilder schneller analysieren und aufschlüsseln.

Diese neue Qualität der Informationsbereitstellung verbessert die zentrale Arbeit von medizinischem Personal bei der Behandlung von Patienten. Gleichzeitig muss insbesondere in einem solch sensiblen Umfeld wie Patientendaten klar definiert sein, wie und in welchen Grenzen Lernende Systeme zur Anwendung kommen sollen und sicher funktionieren können. IT-Sicherheit ist dabei von hoher Priorität.

Das Zukunftsprojekt „Lernende Systeme“ ist ein Ergebnis der Arbeit des Hightech Fachforums „Autonome Systeme“, das in den letzten Jahren Empfehlungen beispielsweise zu Produktion, Straßen- und Schienenverkehr sowie Smart Homes entwickelt hat. Diese und weitere Handlungsempfehlungen für die zukünftige Innovationspolitik wurden auf der heutigen Abschlusskonferenz zur Hightech-Strategie vom Hightech-Forum an die Bundesregierung übergeben. Zudem hat sich heute der Lenkungskreis der neuen Plattform „Lernende Systeme“ konstituiert.

Deutschland ist bei Künstlicher Intelligenz, insbesondere bei Themen wie Lernende Systeme und Maschinelles Lernen, im internationalen Vergleich hervorragend aufgestellt. Einen wesentlichen Beitrag dazu hat die Grundlagenforschung geleistet und hier besonders das Deutsche Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI).

Mit dem DFKI verfügt Deutschland über das größte KI-Institut der Welt, gemessen an Umsatz und Forschungspersonal. Weiterhin konnten sich zahlreiche Start-ups erfolgreich am Markt etablieren. Insgesamt ist das wirtschaftliche Innovationsgeschehen beachtlich. Allein bei autonomen Fahrzeugen stammen fast 70 Prozent (1596 von 2309) der weltweiten Patente von deutschen Unternehmen.

 

 

Deutsche vorsichtig bei WhatsApp und vernetzten Geräten

F5 Networks  hat eine Vergleichsstudie zum App-Nutzungsverhalten in Deutschland, Frankreich und Großbritannien veröffentlicht. Demnach ist fast die Hälfte der befragten Deutschen misstrauisch gegenüber WhatsApp.

36 Prozent sind der Meinung, dass dieser Dienst ein Angriffsziel für Cyberkriminelle sein kann. Dagegen haben die Franzosen keine Berührungsängste: Sie sehen WhatsApp weder als potenzielles Einfallstor für Angriffe noch ist die Angst besonders hoch, dass die App persönliche Daten sammeln und speichern könnte.

Doch nicht nur persönliche Informationen, auch finanzielle Daten sind gefährdet, vor allem bei der Nutzung von Banking Apps. Aktuell sind besonders Banking-Trojaner auf dem Vormarsch, die die Sicherheit unterschiedlicher Anwendungen gefährden. Dies erkennen die Befragten unabhängig von ihrem Herkunftsland.

Gut 4 von 5 Teilnehmer sagen, dass ein Hack dieser Daten für sie am schlimmsten wäre. Ein vollständiger Verzicht auf Banking Apps kommt aber vor allem für die Franzosen nicht in Frage: Sie nutzen deutlich mehr Banking Apps (63% der Befragten) als die Briten oder Deutschen.

Dagegen zeigen sich die Briten bei Smart Devices am unbesorgtesten. 45 Prozent fühlen sich nicht von einem möglichen Hacker-Angriff auf ihre vernetzten Geräte bedroht. In Frankreich sind es nur 26 Prozent und in Deutschland 21 Prozent. Auch hinsichtlich der Vorkehrungen zum eigenen Schutz hinkt Großbritannien hinterher. 26 Prozent der Nutzer prüfen dort die App Security nicht – im Vergleich zu 11 Prozent in Deutschland und 10 Prozent in Frankreich.

Skepsis gegenüber Fitness-Trackern

Ein weiteres Sicherheitsthema ist die Erstellung von Nutzerprofilen. Erstaunlich: Nur 2 Prozent der Befragten in den drei Ländern machen sich Sorgen in Bezug auf Daten, die Aufschluss über die Gesundheit liefern können wie Größe, Gewicht, Gewohnheiten oder Hobbies. Ähnlich verhält es sich bei Bewegungsprofilen: Bei der Taxi-App Uber haben nur durchschnittlich 8 Prozent der Nutzer in den drei Ländern Bedenken bezüglich ihrer Daten, die sich etwa aus der Ortung ableiten lassen.

„Bei gesundheitsrelevanten Daten und Bewegungsprofilen ist die Skepsis zwar gering, doch im Hinblick auf Fitness-Tracker ergibt sich ein anderes Bild: Durchschnittlich 12 Prozent der Befragten sehen aus Sicherheitsgründen von einem Kauf ab“, sagt Ralf Sydekum, Technical Manager bei F5 Networks.

„Fitness-Tracker am Handgelenk wirken sozusagen als Erinnerung an die Gefahren. Das ist besonders in Deutschland ausgeprägt: Während sich nur 2 Prozent bei Gesundheitsdaten und 4 Prozent bei Uber Sorgen machen, sind es bei Fitness-Trackern 15 Prozent. Obwohl die Deutschen im europäischen Vergleich meist am vorsichtigsten sind, sollten sie auch bei der Abfrage einzelner personenbezogener Daten kritischer sein.“

Über die Studie

Opinum research hat im Januar 2017 im Auftrag von F5 Networks je 2.000 Nutzer aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien zu ihrem Verhalten online und ihrer Wahrnehmung in Bezug auf Sicherheit befragt.

 Über F5 Networks

F5  macht Apps schneller, intelligenter und sicherer für die weltweit größten Unternehmen, Dienstleister, Regierungen und Verbrauchermarken. F5 liefert Cloud- und Sicherheitslösungen, die es Unternehmen ermöglichen, die von ihnen gewählte Anwendungsinfrastruktur zu nutzen, ohne dabei auf Geschwindigkeit und Kontrolle zu verzichten.

Bundestagswahl 2017: Chancen der Digitalisierung ergreifen – und alle Menschen mitnehmen

Digitale Wirtschaft fördern, Bildung, Arbeitswelt und Sozialsysteme modernisieren und alle Menschen auf dem Weg in die digitale Welt mitnehmen: Zum Bundestagswahljahr 2017 hat der Digitalverband Bitkom einen Aktionsplan für ein Digitales Deutschland aufgestellt. Unter der Überschrift „Transformation und Teilhabe“ spricht sich der Bitkom für eine Digitale Industriepolitik, eine Neuausrichtung der sozialen Marktwirtschaft an der Digitalisierung und die Weiterentwicklung der Digitalen Agenda durch die künftige Bundesregierung aus.

Die Digitalisierung ist der größte Wohlstandstreiber seit der Industrialisierung

„Die Digitalisierung ist der größte Wohlstandstreiber seit der Industrialisierung“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Alle Menschen in Deutschland sollen daran teilhaben können, unabhängig von sozialem Status, Herkunft und Wohnort. Die Digitalisierung steigert überall Attraktivität und Lebensqualität – in den Städten und auf dem Land.“

Zentrale Themen der kommenden Legislaturperiode sollten aus Bitkom-Sicht die Digitale Transformation der deutschen Wirtschaft, digitale Bildung und Arbeit, Sicherheit und Vertrauen im Digitalzeitalter und die Gigabitgesellschaft sein. Rohleder: „Deutschland muss zu einem internationalen Hotspot der digitalen Transformation und zu einem Vorzeigeland werden, wie der Wandel von der Industrie- und Dienstleistungs- zur Digitalgesellschaft erfolgreich gestaltet werden kann.“

Schwerpunkt auf die digitale Transformation der Wirtschaft

Dafür müsse die Politik den Schwerpunkt auf die digitale Transformation der Wirtschaft legen, durch eine Modernisierung der Arbeits- und Bildungssysteme die Voraussetzungen für digitale Vollbeschäftigung schaffen und ideale Bedingungen für Start-ups ermöglichen. Mit Blick auf die erregte öffentliche Debatte über „Hate Speech“ und „Fake News“ betont Rohleder: „Deutschland muss seine demokratischen Werte schützen und die Meinungsfreiheit bewahren – auch um ein positives Beispiel zu geben für ein Internet ohne Schranken und eine freie, grenzüberschreitende Kommunikation.“

Zum Wahljahr hat der Bitkom Policy Papers für mehr als 20 Politikfelder erstellt. Der gesamte Aktionsplan kann hier heruntergeladen werden. Die Inhalte sind auch auf dem Bitkom-Wahlportal www.digitalwahl.de in der Rubrik „Positionen: Was zu tun ist“ zu finden. Unter „Programme: Was die Parteien wollen“ begleitet der Bitkom zudem die Programmprozesse in den Parteien mit dem Schwerpunkte Digitalisierung.

Studie: Alarmierende Zunahme politisch motivierter Cyber-Attacken

Cyberkriminelle haben 2016 mit ihren Aktivitäten eine neue Dimension erreicht. Außergewöhnliche Angriffe wie millionenschwere virtuelle Banküberfälle oder die offenkundig staatlich-induzierten Versuche, den US-Wahlkampf zu beeinflussen, stechen besonders hervor. Das zeigt die 22. Auflage des Internet Security Threat Report (ISTR) von Symantec.

Der jährlich erscheinende Bericht bietet einen umfassenden Überblick über die weltweite Bedrohungslandschaft. Er gibt zudem ausführliche Einblicke in globale Angriffsaktivitäten, Trends im Bereich Cyberkriminalität und die Motivation der Angreifer.

„Einfallsreichtum und Raffinesse bestimmen seit jeher die Bedrohungslandschaft. Dieses Jahr aber konnten wir einschneidende Veränderungen bei der Motivation und Ausrichtung der Attacken feststellen“, sagt Candid Wüest, Principal Threat Researcher bei Symantec. „Die Welt wurde Zeuge, wie einige Staaten ihre Bemühungen, politische Prozesse zu manipulieren und Sabotageaktionen durchzuführen, verdoppelt haben. Gleichzeit konnten Cyberkriminelle mit Cloud-Services und simplen IT-Werkzeugen Störungen in bislang unbekanntem Ausmaß verursachen.“

Einige der wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Angriffe mit dem Ziel der Sabotage und politischer Einflussnahme führend

Cyberkriminelle führen vermehrt verheerende, politisch motivierte Angriffe durch, um einer neuen Art von Zielen zu schaden. Die Cyberattacken gegen die Demokratische Partei in den USA und die anschließende Veröffentlichung gestohlener Informationen stehen stellvertretend für den neuen Trend: Kriminelle greifen offenkundig öffentlich wahrnehmbar Organisationen und Staaten an, um diese zu destabilisieren.

Cyberattacken mit dem Ziel der Sabotage waren in der Vergangenheit relativ selten. Die als erfolgreich empfundenen Attacken wie bei den US-Wahlen und im Fall von Shamoon weisen nun hingegen auf die zunehmenden Versuche Krimineller hin, politische Vorgänge zu beeinflussen und in anderen Ländern Unruhe zu stiften.

Staaten haben es auf große Beute abgesehen

Eine neue Art von Angreifern hat es auf große finanzielle Gewinne abgesehen, um mit diesen dann möglicherweise weitere verdeckte und subversive Aktivitäten zu finanzieren. Die größten Diebstähle passieren inzwischen virtuell, Cyberkriminelle stehlen dabei Milliarden. Während einige dieser Angriffe auf das Konto organisierter, krimineller Gruppierungen gehen, scheinen nun zum ersten Mal auch Nationalstaaten involviert zu sein. Symantec hat Belege, die Nordkorea mit Attacken auf Banken in Bangladesh, Vietnam, Ecuador und Polen in Verbindung bringen.

„Bei diesem Fall handelt es sich um einen unglaublich dreisten Angriff. Zugleich war es das erste Mal, dass wir deutliche Hinweise hatten, dass staatliche Stellen an Cyberangriffen beteiligt waren, allein um sich zu bereichern“, erklärt Candid Wüest. „Die Angreifer haben mindestens 94 Millionen US-Dollar erbeutet, im Visier hatten sie aber noch wesentlich größere Summen.“

Angreifer machen gewöhnliche Software zur Waffe – E-Mail wird zum Mittel der Wahl

Im vergangenen Jahr wurden nach Recherchen von Symantec auch PowerShell – eine geläufige, auf PCs installierte Skriptsprache – und Microsoft Office-Dateien verstärkt für Angriffe genutzt. Während Systemadministratoren diese Tools häufig für ihre täglichen Aufgaben nutzen, verwenden Angreifer diese Kombination verstärkt für ihre kriminellen Aktivitäten, da sie schwerer zu entdecken sind und wenig Spuren hinterlassen. Durch ihre häufige Verwendung bei Angriffen waren deshalb 95 Prozent der im vergangenen Jahr von Symantec online untersuchten PowerShell-Dateien bösartig.

Des Weiteren nutzten Cyberkriminelle 2016 verstärkt E-Mails als Angriffsvektor. Die Untersuchungen von Symantec haben ergeben, dass weltweit eine von 131 E-Mails bösartige Links oder Anhänge enthielt. Das ist der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre. In Deutschland ist die Rate sogar noch höher: Hier war eine von 94 E-Mails mit einem bösartigen Link oder verseuchtem Anhang versehen.

Außerdem wurden durch sogenannte Business E-Mail Compromise (BEC) Betrugsfälle über die letzten drei Jahre mehr als drei Milliarden Dollar erbeutet und dabei 400 Unternehmen pro Tag angegriffen. Für diese Art des Betrugs sind nicht mehr als sorgfältig zusammengestellte Spear-Phishing E-Mails nötig.

Digitaler Erpressung nachgeben: Amerikaner zahlen am ehesten Lösegeldforderungen

Ransomware wird immer mehr zum globalen Problem, da sie für viele Kriminelle ein lukratives Geschäft ist. Symantec hat im letzten Jahr 101 neue Malware-Familien identifiziert, dreimal so viele wie bisher bekannt. Weltweit stiegen die Ransomware-Attacken um 36 Prozent.

Besonders im Visier der Angreifer sind die USA. Symantec fand dabei heraus, dass 64 Prozent der amerikanischen Opfer von Ransomware die geforderten Summen auch bezahlen, während weltweit nur 34 Prozent der Betroffenen das Lösegeld entrichten und in Deutschland sogar nur 16 Prozent. Das durchschnittlich gezahlte Lösegeld betrug im Jahr 2016 1077 US-Dollar und ist damit um 266 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Risse in der Cloud: Die nächste Ebene von Cyberkriminalität ist erreicht

Die steigende Abhängigkeit von Cloud-Services erhöht das Angriffsrisiko für Organisationen und Unternehmen. Zehntausende Cloud-basierter Datenbanken wurden 2016 mit Lösegeldforderungen gekapert, nachdem Benutzer veralteter Datenbanken diese ungeschützt und ohne notwendige Authentifizierung online zugänglich machten.

Grundsätzlich bleibt Sicherheit in der Cloud für Chief Information Officers (CIOs) eine große Herausforderung. Laut den Daten von Symantec haben viele CIOs den Überblick darüber verloren, wie viele Cloud-basierte Programme in ihrem Unternehmen genutzt werden. Die meisten vermuten, dass es innerhalb ihrer Organisation nicht mehr als vierzig Applikationen sind. Dagegen haben die Recherchen von Symantec ergeben, dass es durchschnittlich sogar beinahe tausend sind.

Diese Diskrepanz führt häufig zu fehlenden Vorgaben und Verhaltensrichtlinien für den Umgang mit Cloud-Services im Unternehmen, was deren Einsatz noch riskanter macht – die „Risse“ in der Cloud werden also größer. Laut Symantec müssen sich CIOs deshalb verstärkt um Cloud-basierte Programme und deren Einsatz kümmern. Andernfalls entstehen neue Einfallstore für Bedrohungen in das IT-System des Unternehmens.

Über den Internet Security Threat Report (ISTR)

Der Internet Security Threat Report bietet einen Überblick und eine Analyse der weltweiten Bedrohungsaktivitäten eines Jahres. Der Bericht basiert auf Daten aus dem Symantec Global Intelligence Network, mit dem Analysten von Symantec neu entstehende Trends bei Angriffen, bösartigem Code, Phishing und Spam identifizieren, analysieren und kommentieren.

Symantec veranstaltet am 4. Mai 2017, 12:00 Uhr ein Webinar zu den diesjährigen Ergebnissen des ISTR. Klicken Sie hier um teilzunehmen sowie für mehr Informationen. Den vollständigen Report sowie weitere Materialien finden Sie auf der Website von Symantec zum Download.

 

Plädoyer für Ethik in Zeiten anonymer Meinungsäußerung

100 Einrichtungen der hessischen Bildungs- und Beratungswirtschaft trafen sich kürzlich zur Mitgliederversammlung des Vereins Weiterbildung Hessen e.V. in der Landesfachschule des Kfz-Gewerbes Hessen.

„Politische Bildung kann vor Demagogen schützen“, so der Vorstandsvorsitzende Claus Kapelke in seiner Eröffnungsrede. Mit Bezug auf die Entwicklungen in der Türkei führte er weiter aus, politische Bildung sei „eine Grundlage dafür, dass vermeintlich einfache Lösungen aus dem engen nationalistischen Blickwinkel hinterfragt und die Komplexität politischer und sozialer Phänomene eher verstanden werden können“.

Wie Kapelke betonte, haben die Mitglieder des Vereins durch ihre auch politische Bildungsarbeit einen wichtigen Anteil daran, dass Menschen aus den Krisengebieten dieser Welt sich integrieren und die Werte einer offenen Gesellschaft kennen lernen.

Ethik im digitalen Raum

Die Frage, wie die digitalen Medien Meinungsverbreitung beeinflussen und welche Rolle ethische Grundprinzipien dabei spielen, behandelte anschließend Prof. Dr. Petra Grimm von der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart in ihrem Vortrag „Zur Ethik im Zeitalter des gläsernen Menschen“. Prof. Grimm leitet neben ihrer Lehrtätigkeit das Institut für Digitale Ethik. Gemeinsam mit anderen entwickelte sie die „10 Gebote der digitalen Ethik“.

Projekte und Veranstaltungen für die Bildungswirtschaft

Im nichtöffentlichen Teil der Mitgliederversammlung berichteten Vorstand und Geschäftsführung über die Vereinsprojekte: die Initiative ProAbschluss mit der Marketingkampagne, die Hessische Weiterbildungsdatenbank sowie das Infomobil. Weiterbildung Hessen e.V. setzt diese Projekte im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums um.

Nach dem anschließenden Bericht der Rechnungsprüfer wurden Vorstand und Geschäftsführung entlastet. Geschäftsführerin Barbara Ulreich stellte den Haushalt und den Aktivitätenplan des Vereins für 2017 vor. Die wachsende Mitgliederzahl lässt sich an den zahlreichen Begutachtungen ablesen, die für dieses Jahr anstehen: Für hessische Bildungseinrichtungen ist und bleibt das Qualitätssiegel des Vereins attraktiv.

Der Verein stockt 2017 sein Veranstaltungsangebot für Mitglieder auf und engagiert sich vermehrt für die Zertifizierung von Beratungseinrichtungen und -personen. Als Träger von Projekten wie ProAbschluss, durch den Austausch mit politischen Parteien und öffentlichen Meinungsträgern sowie Öffentlichkeitsarbeit vertritt Weiterbildung Hessen e.V. auch in diesem Jahr die Interessen der Bildungswirtschaft.

Letzter Tagesordnungspunkt war die Neufassung einer Gebührenordnung für Einrichtungen der Bildungsberatung. Weiterbildung Hessen e.V. bietet ein Zertifizierungsverfahren für Beratungseinrichtungen an. Diese können nach erfolgreicher Zertifizierung ihre Beratungsqualität durch ein Gütesiegel nachweisen. Vereinsmitglieder, die sich auch für Bildungsberatung zertifizieren lassen, können einen Rabatt von 30 Prozent erhalten. Der Antrag zur Neufassung wurde von den Anwesenden mit großer Mehrheit angenommen.

Bitkom unterstützt Deklaration für Meinungsfreiheit

Eine breite Allianz von Wirtschaftsverbänden, netzpolitischen Vereinen, Bürgerrechtsorganisationen und Rechtsexperten hat sich in einer gemeinsamen Erklärung gegen das geplante Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) gewandt, mit dem die Bundesregierung gegen Hassrede im Internet vorgehen will.

In einer gemeinsamen „Deklaration für die Meinungsfreiheit“ warnen die Unterzeichner vor „katastrophalen Folgen“, sollte das NetzDG vom Bundestag verabschiedet werden. So zwinge die Androhung hoher Bußgelder in Verbindung mit allzu kurzen Reaktionsfristen die Plattformbetreiber, sich im Zweifel zu Lasten der Meinungsfreiheit und für die Löschung oder Sperrung von Inhalten zu entscheiden.

Dies werde nicht nur jene typischen stupiden Hassreden betreffen, auf die das Gesetz abzielt. Ebenso könnten Meinungsäußerungen von Bürgerrechtlern und Veröffentlichungen von etablierten Medien in sozialen Netzwerken sowie von Vertretern der politischen Parteien von diesen Zwangslöschungen betroffen sein. Viele dieser Inhalte würden womöglich bei sorgfältiger Prüfung durch das grundgesetzlich garantierte Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt sein.

„Das NetzDG wird von einem breiten Bündnis von Organisationen und Personen abgelehnt, die bei netzpolitischen Diskussionen sonst häufig auch kontroverse Positionen vertreten. Sie eint die Sorge um die Meinungsfreiheit im Netz, die durch ein überhastetes Gesetzgebungsverfahren aus wahlkampftaktischen Überlegungen in Gefahr gerät“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Dieses Gesetz richtet mehr Schaden an, als dass es nützt. Die Politik sollte sich angesichts dieser breiten Kritik besinnen und das Gesetz in dieser Form nicht beschließen. Wir müssen verstärkt gegen Hassrede und andere Straftaten im Netz vorgehen, aber nicht auf Kosten unserer Grundrechte und unserer rechtsstaatlichen Verfahren.“

Die Unterzeichner fordern im Kampf gegen „absichtliche Falschmeldungen, Hassrede und menschenfeindliche Hetze“ eine „Kooperation von Staat, Zivilgesellschaft und der Anbieter“. Ziel müsse eine „gesamtgesellschaftliche Lösung“ sein, durch die „strafwürdiges Verhalten konsequent verfolgt“ sowie „Gegenrede und Medienkompetenz gestärkt werden“.

Zu den unterzeichnenden Organisationen zählen, in alphabetischer Reihenfolge

■   Amadeu Antonio Stiftung
■   Bitkom – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.
■   BIU – Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V.
■   Bundesverband Deutsche Startups e.V.
■   Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.
■   Bundesverband IT-Mittelstand e. V. (BITMi)
■   Chaos Computer Club e. V.
■   cnetz – Verein für Netzpolitik e. V.
■   D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt e.V.
■   Digitale Gesellschaft e. V.
■   DJV – Deutscher Journalisten-Verband e.V.
■   eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.
■   Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM)
■   Internet Society, German Chapter (ISOC.DE) e.V.
■   LOAD e.V. – Verein für liberale Netzpolitik
■   Open Knowledge Foundation
■   Reporter ohne Grenzen e. V.
■   Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V.

Weitere Unterzeichner sind:
Dr. Ulf Buermeyer, LL.M., Vorsitzender der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF), Dr. Frederik Ferreau, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universität zu Köln, Jörg Heidrich, Rechtsanwalt, Prof. Dr. Jeanette Hofmann, Politikwissenschaftlerin, Prof. Dr. Thomas Hoeren, Rechtswissenschaftler, Prof. Niko Härting, Rechtsanwalt, Jan Mönikes, Rechtsanwalt, Prof. Dr. Dr. h.c. Ingolf Pernice, Rechtswissenschaftler, Stephan Schmidt, Rechtsanwalt

Die vollständige Erklärung gibt es online unter: http://deklaration-fuer-meinungsfreiheit.de/.

 

 

Terminhinweis: Plattformökonomie – für wen ändert sich was? (Di, 23.05.2017, Digital Lab, IHK Köln)

Plattformen – wie sollen sich Unternehmen mit diesem Thema beschäftigen? Die Frage ist berechtigt, denn in welchem Stadium befinden sich die Unternehmen oder die Branche hier überhaupt? Dies festzustellen ist wichtig, um daraus Rückschlüsse ziehen zu können, wie die individuelle Entwicklung fortzuführen ist.

Mit der Industrie 4.0 ändern sich ökonomische Spielregeln sowie Wertschöpfungsprozesse und -netzwerke. Bisher sind Märkte so strukturiert, dass ein Unternehmen allein oder mit Kooperationspartnern ein Produkt oder eine Dienstleistung herstellt und diese über die eigenen Vertriebskanäle vertreibt. Doch durch die Digitalisierung der Wertschöpfung verändern sich nicht nur Produkte sowie die Produktion, sondern auch die Spielregeln des Wettbewerbs.

Erfordern diese Änderungen generell ein Umdenken bei den Unternehmen, das auch ein schnelles Handeln impliziert oder doch eine evolutionäre Weiterentwicklung? Dies ist eine der Fragen, die heute essentiell für Unternehmen sind. Denn einerseits gibt es im globalen Markt genügend Player, die Interesse daran haben, an dem Erfolg von bestehenden Unternehmen zu partizipieren. Zum Beispiel durch den Aufbau von digitalen Plattformen, die dazu geeignet sind, den Zugang und die Prozesse eines kompletten Geschäftsmodells zu kontrollieren. Andererseits muss die gewählte Strategie zum Unternehmen passen, unter anderem um darüber die richtigen Potentiale zur Erreichung einer neuen Stufe der Effizienz zu erkennen.

Ob und wie dabei der einzelne Marktteilnehmer profitiert ist momentan völlig offen – von daher ist dies eine wichtige Fragestellung, die im Rahmen dieser Veranstaltung diskutiert werden soll.

Ziel ist, den Teilnehmern mit konkreten Ergebnissen und Lösungsvorschlägen Anregungen auf dem Weg in die Digitalisierung zu geben.

Weitere Informationen und Anmeldung finden Sie unter unserer Rubrik „in Aktion“.

Smart Home zieht (ein): So denken Frauen und Männer

(Bildquelle: COQON)

(Bildquelle: COQON)

Frische Daten, neue Erkenntnisse, unveränderter Kurs: Smart Home bleibt angesagt – und das insbesondere bei der jüngeren Zielgruppe. So kann sich lediglich 15 Prozent der 18- bis 35-Jährigen – die sogenannte Generation Y – nicht vorstellen in Smart Home Technologie zu investieren. Insgesamt, also unabhängig von Alter und Geschlecht, ist exakt jeder vierte Befragte (25%) nicht daran interessiert, die eigenen vier Wände intelligent zu vernetzen.

Das sind zwei der relevantesten Ergebnisse der zweiten repräsentativen Studie des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag von COQON. Die aktuellen Auswertungen bestätigen weitestgehend die Resultate der ersten Studie aus dem Vorjahr: Aus dieser ging hervor, dass annähernd drei Viertel der Deutschen (74%) gerne in einem Smart Home nach ihren eigenen Vorstellungen leben würden.

Smart_Home_Nutzung-Studie_Coqon_2017

Sicherheit rund ums Haus höchste Priorität

Wie tickt Deutschland beim Smart Home? Und gibt es gravierende Unterschiede zwischen Mann und Frau? Bei den beliebtesten Smart-Home-Anwendungen ist die Rangliste geschlechterbezogen gleich. Am ehesten würden die Befragten zusammengenommen in die Sicherheit rund um Haus oder Wohnung investieren, wie unter anderem Bewegungsmelder, Fensterkontakte und Lichtsteuerung – für 45 Prozent hat dieser Bereich allerhöchste Priorität.

Das Thema Energieersparnis rangiert mit 43 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von der Alarmierung der Bewohner im Notfall (36%), Kameraüberwachung (34%) und Komfortlösungen (28%). Die größten Unterschiede zwischen Frauen und Männern existieren beim smarten Energiesparen und in der Unterhaltungselektronik. 47 Prozent der Männer, die in intelligente Heizungen investieren würden, stehen nur 39 Prozent der Frauen gegenüber.

Während 27 Prozent der Männer ihre Unterhaltungselektronik intelligent vernetzen würden, sind die Frauen in diesem Segment mit 15 Prozent vertreten.

Internet als bevorzugte Informationsquelle

Wie geht Deutschland das Projekt „Smart Home“ eigentlich an? Weitere relevante Ergebnisse der Studie betreffen die Recherche-Wege: Der erste Schritt zur intelligenten Technik führt für Männer über das Internet (53%). Frauen wählen mit 46 Prozent etwas seltener diesen Weg. Zweitwichtigste Anlaufstelle für Männer und Frauen ist mit 39 Prozent der Fachhandel. Gefolgt vom Elektro-Handwerk mit 28 Prozent. Gut jeder Vierte (23%) holt vorab zunächst im Freundes- und Bekanntenkreis Informationen ein.

Vorbehalte gegenüber den Kosten

Für fast jeden Zweiten der Generation Y (49%) sind Smart-Home-Lösungen zu teuer. Im Bevölkerungsdurchschnitt haben 42 Prozent der insgesamt Befragten Vorbehalte, was die Kosten angeht. Dabei sind Männer einem Smart Home gegenüber etwas skeptischer eingestellt als ihre weiblichen Gegenüber: 45 Prozent sagen, „smarte Lösungen seien zu teuer“ – 40 Prozent der Frauen vertreten die gleiche Meinung.

Weitere Ergebnisse: Knapp jeder Zweite (46%) möchte auf „smarte Helfer“ in Autos, wie Türschloss-Fernbedienung, Licht- und Scheibenwischer-Sensorik oder Klimaanlage nicht mehr verzichten. Und gut der Hälfte (49%) der Befragten ist nicht bekannt, dass es – beispielsweise durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) – Förderungsmöglichkeiten gibt, um dem Traum vom Smart Home in den eigenen vier Wänden zu verwirklichen.

Ernährung – das Topthema bei Google

Wie viel sollte ich pro Tag trinken? Darf ich nach 18 Uhr noch Kohlenhydrate zu mir nehmen? Und den Eiweiß-Shake besser vor oder nach dem Sport? Wenn die Deutschen zu Gesundheitsthemen im Netz recherchieren, geht es meist um Ernährungsfragen. 70 Prozent geben an, sich dazu am häufigsten im Internet zu informieren.

Das zeigt eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1.000 Befragten ab 14 Jahren. Auf dem zweiten Platz liegen Krankheitssymptome, 67 Prozent aller Befragten recherchieren dazu im Netz. Auch Informationen zu Fitness- und Sportthemen (58 Prozent), alternativen Behandlungsmethoden (45 Prozent) und allem rund um das Thema Vorsorge (45 Prozent) holen sich die Verbraucher im Netz, genauso wie Informationen zu Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen (32 Prozent) und Ärzten (25 Prozent).

Gesundheitsrecherche im Netz

„Die Gesundheitsrecherche im Netz ist für viele heute selbstverständlich. Man findet so beispielsweise früher einen passenden Doktor und kann gegenüber dem Arzt selbstbewusster auftreten“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Die Netzrecherche könne außerdem den Erfolg von Therapien steigern. „Wenn ein Patient etwa versteht, wie ihm ein bestimmtes Medikament hilft und warum es auf nüchternen Magen eingenommen werden soll, verbessert das die Therapietreue.“

Zwei Drittel der Befragten (61 Prozent) sagen, dass sie durch die Internetrecherche zu Gesundheitsthemen wertvolle Tipps erhalten. Knapp jeder Zweite (48 Prozent) meint, dass das Internet dabei hilft, souveräner gegenüber dem Arzt aufzutreten. Jeder Dritte (32 Prozent) versteht dadurch seinen Arzt besser. Allerdings sagen auch 38 Prozent, dass es ihnen schwer fällt, bei der Fülle an Informationen die seriösen von den unseriösen Quellen zu unterscheiden.

Die Fülle und die stark schwankende Qualität der Informationen können leicht überfordern

13 Prozent meinen, dass die Netzrecherche schon einmal dazu geführt hat, dass sie sich häufiger als früher Sorgen um ihren Gesundheitszustand machen. Nur für sechs Prozent kann die Internetrecherche den Arztbesuch ersetzen. „Bei der Gesundheitsrecherche im Netz müssen einige Hinweise beachtet werden. Die Fülle und die stark schwankende Qualität der Informationen können leicht überfordern. Wichtig ist, sich immer des Absenders, des Ziels und der Aktualität der Informationen zu vergewissern“, so Rohleder. Auch Ausgewogenheit und Aktualität spielten eine wichtige Rolle.

Zehn Tipps zur Gesundheitsrecherche im Netz gibt der Bitkom hier.

Digitalisierung sorgt für mehr Wohlstand und Wachstum

Neue Kunden, steigende Umsätze, wachsender Wohlstand: Sowohl die Wirtschaft als auch die Verbraucher sehen aktuell deutlich mehr Chancen als Risiken durch die digitale Transformation. Die Mehrheit der Bürger erwartet, dass der Wohlstand in Deutschland durch die Digitalisierung zunehmen wird. 56 Prozent gehen von einem Wachstum aus, nur 33 Prozent rechnen mit einem abnehmenden Wohlstand.

Digitalisierung – eine Chance für die Wirtschaft

Gleichzeitig sagen fast zwei Drittel der Deutschen ab 14 Jahre (63 Prozent), dass die Digitalisierung für die deutsche Wirtschaft eine Chance ist, 33 Prozent sehen sie als Gefahr. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 1.010 Bundesbürgern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die auf der CeBIT in Hannover vorgestellt wurde.

„In den vergangenen Monaten wurde viel über echte oder vermeintliche Schattenseiten der Digitalisierung diskutiert – von intelligenten Robotern, die uns die Arbeit wegnehmen, bis zu Fake News, die die Demokratie gefährden. Die Bundesbürger lassen sich davon offenbar nicht verrückt machen und sind mit Blick auf die Digitalisierung überaus zuversichtlich“, sagte Bitkom-Präsident Thorsten Dirks.

So sagen 86 Prozent der Befragten, die Digitalisierung sei notwendig, damit Deutschland in bedeutenden Branchen wie dem Maschinen- oder dem Automobilbau seine starke Stellung auf dem Weltmarkt verteidigen könne. Und 80 Prozent sind der Meinung, wenn sich Unternehmen der Digitalisierung verweigerten, würden sie untergehen. „In Deutschland haben aktuell so viele Menschen Arbeit wie nie zuvor. Und zwar nicht trotz, sondern wegen der Digitalisierung“, sagte Dirks.

Ängste vor den Auswirkungen der Digitalisierung

Der Umfrage zufolge werden die Ängste vor den Auswirkungen der Digitalisierung geringer, je konkreter sie für die Befragten zu fassen sind. So geben 56 Prozent der Bundesbürger an, die Digitalisierung gefährde Arbeitsplätze in Deutschland, aber nur 11 Prozent der Erwerbstätigen sehen ihren eigenen Arbeitsplatz bedroht. Und fast jeder zweite Deutsche (45 Prozent) glaubt, dass die Digitalisierung die Existenz von Unternehmen in Deutschland bedroht – aber nur jeder vierte Erwerbstätige (26 Prozent) sorgt sich in dieser Hinsicht um seinen eigenen Arbeitgeber.

Gleichzeitig sagt fast jeder zweite Erwerbstätige, dass ihm die Digitalisierung berufliche Perspektiven eröffnet (46 Prozent) und Wachstum für das Unternehmen ermöglicht, in dem er arbeitet (51 Prozent). Eine Mehrheit der Bundesbürger (56 Prozent) wünscht sich daher, das Tempo der Digitalisierung in Deutschland zu erhöhen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu erhalten. Unter den 14- bis 29-Jährigen sagen das sogar zwei Drittel (65 Prozent).

Unternehmen sehen die Digitalisierung positiv

Aber nicht nur die Bürger, auch die Unternehmen sehen die Digitalisierung positiv. 9 von 10 Geschäftsführern und Vorständen (90 Prozent) in Unternehmen ab 20 Mitarbeitern sagen, dass die Digitalisierung für das eigene Unternehmen eher Chancen biete, nur 7 Prozent sehen sie vor allem als Risiko. Damit hat sich die digitalisierungsfreundliche Stimmung verglichen mit dem Vorjahr noch einmal leicht gesteigert (88 bzw. 10 Prozent).

Gleichzeitig haben sich deutlich mehr Unternehmen mit der Digitalisierung beschäftigt. Eine eigene Digital-Strategie gibt es inzwischen in drei Viertel der Unternehmen (76 Prozent), vor zwei Jahren lag der Anteil erst bei 63 Prozent. Entsprechend gelassen gehen die Unternehmen inzwischen mit der Digitalisierung um. Nur noch jeder Zweite (55 Prozent) hält die Digitalisierung für eine große Herausforderung für das eigene Unternehmen, vor zwei Jahren waren es noch 70 Prozent gewesen. Und nur noch jeder neunte Befragte (11 Prozent) glaubt, dass die Digitalisierung die Existenz des eigenen Unternehmens gefährdet.

Vor zwei Jahren lag der Anteil mit 19 Prozent noch fast doppelt so hoch. „Die Digitalisierung ist in den Unternehmen angekommen und wird praktisch angegangen“, sagte Dirks. „Sie wird nicht mehr als außerordentliche Herausforderung wahrgenommen, sondern als eine unternehmerische Aufgabe wie andere auch.“

Jedes zweite Unternehmen (55 Prozent) hat infolge der Digitalisierung bestehende Produkte oder Dienstleistungen angepasst, 4 von 10 (39 Prozent) haben neue entwickelt und auf den Markt gebracht. Offenbar mit Erfolg: 45 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie durch die Digitalisierung neue Kunden gewinnen konnten. Vor einem Jahr sagten dies erst 38 Prozent. „Die Unternehmen machen sich die Digitalisierung zu Nutze – mit Erfolg“, sagte Dirks.

Mangel an Fachkräften und Mitarbeitern mit Digitalkompetenz

Eine zentrale Herausforderung bleibt für die Unternehmen der Mangel an Fachkräften und Mitarbeitern mit Digitalkompetenz. So sagen 9 von 10 Befragten (87 Prozent), dass der Bedarf an IT-Fachkräften künftig steigen wird. Gleichzeitig geben schon heute 54 Prozent an, dass sie Probleme haben, genügend IT-Spezialisten zu finden. Und 8 von 10 Befragten (79 Prozent), sagen, dass sie mehr Mitarbeiter mit Digitalkompetenz benötigen, ähnlich viele (77 Prozent) bieten entsprechende Weiterbildungen für ihre Mitarbeiter an.

„Bildung ist der Schlüssel für die digitale Transformation, für künftiges Wachstum und für Wohlstand – und für die Teilhabe jedes Einzelnen an der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft“, sagte Dirks. „Die deutsche Wirtschaft hat für die Gestaltung der digitalen Transformation eine gute Ausgangsposition. Aber das wird kein Selbstläufer. Gerade im Wahljahr gilt es, die richtigen Weichen zu stellen.“

Mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst fordert Bitkom, die Bildungslandschaft zu digitalisieren und die Weiterbildung im Berufsalltag zu fördern. Dirks: „Alle Bildungseinrichtungen im Schul-, Hochschul-, Aus- und Weiterbildungsbereich müssen ihre Lehrpläne auf digitale Bildung ausrichten. Deutschland muss zum Vorreiter der digitalen Bildung werden.“ Zudem müsse es gelingen, eine in weltweitem Maßstab wettbewerbsfähige digitale Basisinfrastruktur zu schaffen.

„Diese digitale Infrastruktur muss von Gigabitnetzen bis zu digitalen Infrastrukturen für Energie, Verkehr, Gesundheit und Verwaltung reichen. So können wir hierzulande Vorreiter beim autonomen Fahren und etwa der digitalen Medizin und Gesundheitsversorgung werden“, sagte Dirks. Im Mittelpunkt der Digitalpolitik müsse zugleich stehen, Wirtschaft und Verbraucher vor Hackern und anderen digitalen Angreifern zu schützen und die Privatsphäre der Bürger zu garantieren, ohne die gesellschaftlich notwendige Nutzung wertvoller Daten zu verhindern.

Datenpolitik muss das Recht des Einzelnen auf Datenschutz wirksam wahren

„Eine moderne Datenpolitik muss das Recht des Einzelnen auf Datenschutz wirksam wahren und gleichzeitig nützliche und innovative Anwendungen ermöglichen“, so Dirks. „Die richtige Balance müssen wir im Datenschutz erst noch finden.“ Schließlich müsse es gelingen, Deutschland zum Knotenpunkt der digitalen Transformation zu machen. Dabei gehe es nicht allein um eine Stärkung der Digitalbranche, sondern um eine Digitalisierung der deutschen Leitindustrien.

„Wir sind dabei, in Deutschland sogenannte Hubs der digitalen Transformation aufzubauen. Sie bringen Start-ups, Global Player, Mittelstand und Forschung zusammen“, sagte Dirks. „Digitalisierung ist kein Naturereignis, vor dem wir uns verstecken müssen. Digitalisierung ist eine Gestaltungsaufgabe. Unsere neue Umfrage zeigt: Die Wirtschaft hat sie angenommen.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben sind zwei Umfragen, die Bitkom Research durchgeführt hat. Dabei wurden zum einen 504 Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder von Unternehmen ab 20 Mitarbeitern befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft. Zum anderen wurden 1.010 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt, diese Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.