Category Archives: Ethik

Plädoyer für Ethik in Zeiten anonymer Meinungsäußerung

100 Einrichtungen der hessischen Bildungs- und Beratungswirtschaft trafen sich kürzlich zur Mitgliederversammlung des Vereins Weiterbildung Hessen e.V. in der Landesfachschule des Kfz-Gewerbes Hessen.

„Politische Bildung kann vor Demagogen schützen“, so der Vorstandsvorsitzende Claus Kapelke in seiner Eröffnungsrede. Mit Bezug auf die Entwicklungen in der Türkei führte er weiter aus, politische Bildung sei „eine Grundlage dafür, dass vermeintlich einfache Lösungen aus dem engen nationalistischen Blickwinkel hinterfragt und die Komplexität politischer und sozialer Phänomene eher verstanden werden können“.

Wie Kapelke betonte, haben die Mitglieder des Vereins durch ihre auch politische Bildungsarbeit einen wichtigen Anteil daran, dass Menschen aus den Krisengebieten dieser Welt sich integrieren und die Werte einer offenen Gesellschaft kennen lernen.

Ethik im digitalen Raum

Die Frage, wie die digitalen Medien Meinungsverbreitung beeinflussen und welche Rolle ethische Grundprinzipien dabei spielen, behandelte anschließend Prof. Dr. Petra Grimm von der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart in ihrem Vortrag „Zur Ethik im Zeitalter des gläsernen Menschen“. Prof. Grimm leitet neben ihrer Lehrtätigkeit das Institut für Digitale Ethik. Gemeinsam mit anderen entwickelte sie die „10 Gebote der digitalen Ethik“.

Projekte und Veranstaltungen für die Bildungswirtschaft

Im nichtöffentlichen Teil der Mitgliederversammlung berichteten Vorstand und Geschäftsführung über die Vereinsprojekte: die Initiative ProAbschluss mit der Marketingkampagne, die Hessische Weiterbildungsdatenbank sowie das Infomobil. Weiterbildung Hessen e.V. setzt diese Projekte im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums um.

Nach dem anschließenden Bericht der Rechnungsprüfer wurden Vorstand und Geschäftsführung entlastet. Geschäftsführerin Barbara Ulreich stellte den Haushalt und den Aktivitätenplan des Vereins für 2017 vor. Die wachsende Mitgliederzahl lässt sich an den zahlreichen Begutachtungen ablesen, die für dieses Jahr anstehen: Für hessische Bildungseinrichtungen ist und bleibt das Qualitätssiegel des Vereins attraktiv.

Der Verein stockt 2017 sein Veranstaltungsangebot für Mitglieder auf und engagiert sich vermehrt für die Zertifizierung von Beratungseinrichtungen und -personen. Als Träger von Projekten wie ProAbschluss, durch den Austausch mit politischen Parteien und öffentlichen Meinungsträgern sowie Öffentlichkeitsarbeit vertritt Weiterbildung Hessen e.V. auch in diesem Jahr die Interessen der Bildungswirtschaft.

Letzter Tagesordnungspunkt war die Neufassung einer Gebührenordnung für Einrichtungen der Bildungsberatung. Weiterbildung Hessen e.V. bietet ein Zertifizierungsverfahren für Beratungseinrichtungen an. Diese können nach erfolgreicher Zertifizierung ihre Beratungsqualität durch ein Gütesiegel nachweisen. Vereinsmitglieder, die sich auch für Bildungsberatung zertifizieren lassen, können einen Rabatt von 30 Prozent erhalten. Der Antrag zur Neufassung wurde von den Anwesenden mit großer Mehrheit angenommen.

Bitkom unterstützt Deklaration für Meinungsfreiheit

Eine breite Allianz von Wirtschaftsverbänden, netzpolitischen Vereinen, Bürgerrechtsorganisationen und Rechtsexperten hat sich in einer gemeinsamen Erklärung gegen das geplante Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) gewandt, mit dem die Bundesregierung gegen Hassrede im Internet vorgehen will.

In einer gemeinsamen „Deklaration für die Meinungsfreiheit“ warnen die Unterzeichner vor „katastrophalen Folgen“, sollte das NetzDG vom Bundestag verabschiedet werden. So zwinge die Androhung hoher Bußgelder in Verbindung mit allzu kurzen Reaktionsfristen die Plattformbetreiber, sich im Zweifel zu Lasten der Meinungsfreiheit und für die Löschung oder Sperrung von Inhalten zu entscheiden.

Dies werde nicht nur jene typischen stupiden Hassreden betreffen, auf die das Gesetz abzielt. Ebenso könnten Meinungsäußerungen von Bürgerrechtlern und Veröffentlichungen von etablierten Medien in sozialen Netzwerken sowie von Vertretern der politischen Parteien von diesen Zwangslöschungen betroffen sein. Viele dieser Inhalte würden womöglich bei sorgfältiger Prüfung durch das grundgesetzlich garantierte Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt sein.

„Das NetzDG wird von einem breiten Bündnis von Organisationen und Personen abgelehnt, die bei netzpolitischen Diskussionen sonst häufig auch kontroverse Positionen vertreten. Sie eint die Sorge um die Meinungsfreiheit im Netz, die durch ein überhastetes Gesetzgebungsverfahren aus wahlkampftaktischen Überlegungen in Gefahr gerät“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Dieses Gesetz richtet mehr Schaden an, als dass es nützt. Die Politik sollte sich angesichts dieser breiten Kritik besinnen und das Gesetz in dieser Form nicht beschließen. Wir müssen verstärkt gegen Hassrede und andere Straftaten im Netz vorgehen, aber nicht auf Kosten unserer Grundrechte und unserer rechtsstaatlichen Verfahren.“

Die Unterzeichner fordern im Kampf gegen „absichtliche Falschmeldungen, Hassrede und menschenfeindliche Hetze“ eine „Kooperation von Staat, Zivilgesellschaft und der Anbieter“. Ziel müsse eine „gesamtgesellschaftliche Lösung“ sein, durch die „strafwürdiges Verhalten konsequent verfolgt“ sowie „Gegenrede und Medienkompetenz gestärkt werden“.

Zu den unterzeichnenden Organisationen zählen, in alphabetischer Reihenfolge

■   Amadeu Antonio Stiftung
■   Bitkom – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.
■   BIU – Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V.
■   Bundesverband Deutsche Startups e.V.
■   Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.
■   Bundesverband IT-Mittelstand e. V. (BITMi)
■   Chaos Computer Club e. V.
■   cnetz – Verein für Netzpolitik e. V.
■   D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt e.V.
■   Digitale Gesellschaft e. V.
■   DJV – Deutscher Journalisten-Verband e.V.
■   eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.
■   Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM)
■   Internet Society, German Chapter (ISOC.DE) e.V.
■   LOAD e.V. – Verein für liberale Netzpolitik
■   Open Knowledge Foundation
■   Reporter ohne Grenzen e. V.
■   Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V.

Weitere Unterzeichner sind:
Dr. Ulf Buermeyer, LL.M., Vorsitzender der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF), Dr. Frederik Ferreau, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universität zu Köln, Jörg Heidrich, Rechtsanwalt, Prof. Dr. Jeanette Hofmann, Politikwissenschaftlerin, Prof. Dr. Thomas Hoeren, Rechtswissenschaftler, Prof. Niko Härting, Rechtsanwalt, Jan Mönikes, Rechtsanwalt, Prof. Dr. Dr. h.c. Ingolf Pernice, Rechtswissenschaftler, Stephan Schmidt, Rechtsanwalt

Die vollständige Erklärung gibt es online unter: http://deklaration-fuer-meinungsfreiheit.de/.

 

 

Terminhinweis: Plattformökonomie – für wen ändert sich was? (Di, 23.05.2017, Digital Lab, IHK Köln)

Plattformen – wie sollen sich Unternehmen mit diesem Thema beschäftigen? Die Frage ist berechtigt, denn in welchem Stadium befinden sich die Unternehmen oder die Branche hier überhaupt? Dies festzustellen ist wichtig, um daraus Rückschlüsse ziehen zu können, wie die individuelle Entwicklung fortzuführen ist.

Mit der Industrie 4.0 ändern sich ökonomische Spielregeln sowie Wertschöpfungsprozesse und -netzwerke. Bisher sind Märkte so strukturiert, dass ein Unternehmen allein oder mit Kooperationspartnern ein Produkt oder eine Dienstleistung herstellt und diese über die eigenen Vertriebskanäle vertreibt. Doch durch die Digitalisierung der Wertschöpfung verändern sich nicht nur Produkte sowie die Produktion, sondern auch die Spielregeln des Wettbewerbs.

Erfordern diese Änderungen generell ein Umdenken bei den Unternehmen, das auch ein schnelles Handeln impliziert oder doch eine evolutionäre Weiterentwicklung? Dies ist eine der Fragen, die heute essentiell für Unternehmen sind. Denn einerseits gibt es im globalen Markt genügend Player, die Interesse daran haben, an dem Erfolg von bestehenden Unternehmen zu partizipieren. Zum Beispiel durch den Aufbau von digitalen Plattformen, die dazu geeignet sind, den Zugang und die Prozesse eines kompletten Geschäftsmodells zu kontrollieren. Andererseits muss die gewählte Strategie zum Unternehmen passen, unter anderem um darüber die richtigen Potentiale zur Erreichung einer neuen Stufe der Effizienz zu erkennen.

Ob und wie dabei der einzelne Marktteilnehmer profitiert ist momentan völlig offen – von daher ist dies eine wichtige Fragestellung, die im Rahmen dieser Veranstaltung diskutiert werden soll.

Ziel ist, den Teilnehmern mit konkreten Ergebnissen und Lösungsvorschlägen Anregungen auf dem Weg in die Digitalisierung zu geben.

Weitere Informationen und Anmeldung finden Sie unter unserer Rubrik „in Aktion“.

Smart Home zieht (ein): So denken Frauen und Männer

(Bildquelle: COQON)

(Bildquelle: COQON)

Frische Daten, neue Erkenntnisse, unveränderter Kurs: Smart Home bleibt angesagt – und das insbesondere bei der jüngeren Zielgruppe. So kann sich lediglich 15 Prozent der 18- bis 35-Jährigen – die sogenannte Generation Y – nicht vorstellen in Smart Home Technologie zu investieren. Insgesamt, also unabhängig von Alter und Geschlecht, ist exakt jeder vierte Befragte (25%) nicht daran interessiert, die eigenen vier Wände intelligent zu vernetzen.

Das sind zwei der relevantesten Ergebnisse der zweiten repräsentativen Studie des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag von COQON. Die aktuellen Auswertungen bestätigen weitestgehend die Resultate der ersten Studie aus dem Vorjahr: Aus dieser ging hervor, dass annähernd drei Viertel der Deutschen (74%) gerne in einem Smart Home nach ihren eigenen Vorstellungen leben würden.

Smart_Home_Nutzung-Studie_Coqon_2017

Sicherheit rund ums Haus höchste Priorität

Wie tickt Deutschland beim Smart Home? Und gibt es gravierende Unterschiede zwischen Mann und Frau? Bei den beliebtesten Smart-Home-Anwendungen ist die Rangliste geschlechterbezogen gleich. Am ehesten würden die Befragten zusammengenommen in die Sicherheit rund um Haus oder Wohnung investieren, wie unter anderem Bewegungsmelder, Fensterkontakte und Lichtsteuerung – für 45 Prozent hat dieser Bereich allerhöchste Priorität.

Das Thema Energieersparnis rangiert mit 43 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von der Alarmierung der Bewohner im Notfall (36%), Kameraüberwachung (34%) und Komfortlösungen (28%). Die größten Unterschiede zwischen Frauen und Männern existieren beim smarten Energiesparen und in der Unterhaltungselektronik. 47 Prozent der Männer, die in intelligente Heizungen investieren würden, stehen nur 39 Prozent der Frauen gegenüber.

Während 27 Prozent der Männer ihre Unterhaltungselektronik intelligent vernetzen würden, sind die Frauen in diesem Segment mit 15 Prozent vertreten.

Internet als bevorzugte Informationsquelle

Wie geht Deutschland das Projekt „Smart Home“ eigentlich an? Weitere relevante Ergebnisse der Studie betreffen die Recherche-Wege: Der erste Schritt zur intelligenten Technik führt für Männer über das Internet (53%). Frauen wählen mit 46 Prozent etwas seltener diesen Weg. Zweitwichtigste Anlaufstelle für Männer und Frauen ist mit 39 Prozent der Fachhandel. Gefolgt vom Elektro-Handwerk mit 28 Prozent. Gut jeder Vierte (23%) holt vorab zunächst im Freundes- und Bekanntenkreis Informationen ein.

Vorbehalte gegenüber den Kosten

Für fast jeden Zweiten der Generation Y (49%) sind Smart-Home-Lösungen zu teuer. Im Bevölkerungsdurchschnitt haben 42 Prozent der insgesamt Befragten Vorbehalte, was die Kosten angeht. Dabei sind Männer einem Smart Home gegenüber etwas skeptischer eingestellt als ihre weiblichen Gegenüber: 45 Prozent sagen, „smarte Lösungen seien zu teuer“ – 40 Prozent der Frauen vertreten die gleiche Meinung.

Weitere Ergebnisse: Knapp jeder Zweite (46%) möchte auf „smarte Helfer“ in Autos, wie Türschloss-Fernbedienung, Licht- und Scheibenwischer-Sensorik oder Klimaanlage nicht mehr verzichten. Und gut der Hälfte (49%) der Befragten ist nicht bekannt, dass es – beispielsweise durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) – Förderungsmöglichkeiten gibt, um dem Traum vom Smart Home in den eigenen vier Wänden zu verwirklichen.

Ernährung – das Topthema bei Google

Wie viel sollte ich pro Tag trinken? Darf ich nach 18 Uhr noch Kohlenhydrate zu mir nehmen? Und den Eiweiß-Shake besser vor oder nach dem Sport? Wenn die Deutschen zu Gesundheitsthemen im Netz recherchieren, geht es meist um Ernährungsfragen. 70 Prozent geben an, sich dazu am häufigsten im Internet zu informieren.

Das zeigt eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1.000 Befragten ab 14 Jahren. Auf dem zweiten Platz liegen Krankheitssymptome, 67 Prozent aller Befragten recherchieren dazu im Netz. Auch Informationen zu Fitness- und Sportthemen (58 Prozent), alternativen Behandlungsmethoden (45 Prozent) und allem rund um das Thema Vorsorge (45 Prozent) holen sich die Verbraucher im Netz, genauso wie Informationen zu Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen (32 Prozent) und Ärzten (25 Prozent).

Gesundheitsrecherche im Netz

„Die Gesundheitsrecherche im Netz ist für viele heute selbstverständlich. Man findet so beispielsweise früher einen passenden Doktor und kann gegenüber dem Arzt selbstbewusster auftreten“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Die Netzrecherche könne außerdem den Erfolg von Therapien steigern. „Wenn ein Patient etwa versteht, wie ihm ein bestimmtes Medikament hilft und warum es auf nüchternen Magen eingenommen werden soll, verbessert das die Therapietreue.“

Zwei Drittel der Befragten (61 Prozent) sagen, dass sie durch die Internetrecherche zu Gesundheitsthemen wertvolle Tipps erhalten. Knapp jeder Zweite (48 Prozent) meint, dass das Internet dabei hilft, souveräner gegenüber dem Arzt aufzutreten. Jeder Dritte (32 Prozent) versteht dadurch seinen Arzt besser. Allerdings sagen auch 38 Prozent, dass es ihnen schwer fällt, bei der Fülle an Informationen die seriösen von den unseriösen Quellen zu unterscheiden.

Die Fülle und die stark schwankende Qualität der Informationen können leicht überfordern

13 Prozent meinen, dass die Netzrecherche schon einmal dazu geführt hat, dass sie sich häufiger als früher Sorgen um ihren Gesundheitszustand machen. Nur für sechs Prozent kann die Internetrecherche den Arztbesuch ersetzen. „Bei der Gesundheitsrecherche im Netz müssen einige Hinweise beachtet werden. Die Fülle und die stark schwankende Qualität der Informationen können leicht überfordern. Wichtig ist, sich immer des Absenders, des Ziels und der Aktualität der Informationen zu vergewissern“, so Rohleder. Auch Ausgewogenheit und Aktualität spielten eine wichtige Rolle.

Zehn Tipps zur Gesundheitsrecherche im Netz gibt der Bitkom hier.

Digitalisierung sorgt für mehr Wohlstand und Wachstum

Neue Kunden, steigende Umsätze, wachsender Wohlstand: Sowohl die Wirtschaft als auch die Verbraucher sehen aktuell deutlich mehr Chancen als Risiken durch die digitale Transformation. Die Mehrheit der Bürger erwartet, dass der Wohlstand in Deutschland durch die Digitalisierung zunehmen wird. 56 Prozent gehen von einem Wachstum aus, nur 33 Prozent rechnen mit einem abnehmenden Wohlstand.

Digitalisierung – eine Chance für die Wirtschaft

Gleichzeitig sagen fast zwei Drittel der Deutschen ab 14 Jahre (63 Prozent), dass die Digitalisierung für die deutsche Wirtschaft eine Chance ist, 33 Prozent sehen sie als Gefahr. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 1.010 Bundesbürgern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die auf der CeBIT in Hannover vorgestellt wurde.

„In den vergangenen Monaten wurde viel über echte oder vermeintliche Schattenseiten der Digitalisierung diskutiert – von intelligenten Robotern, die uns die Arbeit wegnehmen, bis zu Fake News, die die Demokratie gefährden. Die Bundesbürger lassen sich davon offenbar nicht verrückt machen und sind mit Blick auf die Digitalisierung überaus zuversichtlich“, sagte Bitkom-Präsident Thorsten Dirks.

So sagen 86 Prozent der Befragten, die Digitalisierung sei notwendig, damit Deutschland in bedeutenden Branchen wie dem Maschinen- oder dem Automobilbau seine starke Stellung auf dem Weltmarkt verteidigen könne. Und 80 Prozent sind der Meinung, wenn sich Unternehmen der Digitalisierung verweigerten, würden sie untergehen. „In Deutschland haben aktuell so viele Menschen Arbeit wie nie zuvor. Und zwar nicht trotz, sondern wegen der Digitalisierung“, sagte Dirks.

Ängste vor den Auswirkungen der Digitalisierung

Der Umfrage zufolge werden die Ängste vor den Auswirkungen der Digitalisierung geringer, je konkreter sie für die Befragten zu fassen sind. So geben 56 Prozent der Bundesbürger an, die Digitalisierung gefährde Arbeitsplätze in Deutschland, aber nur 11 Prozent der Erwerbstätigen sehen ihren eigenen Arbeitsplatz bedroht. Und fast jeder zweite Deutsche (45 Prozent) glaubt, dass die Digitalisierung die Existenz von Unternehmen in Deutschland bedroht – aber nur jeder vierte Erwerbstätige (26 Prozent) sorgt sich in dieser Hinsicht um seinen eigenen Arbeitgeber.

Gleichzeitig sagt fast jeder zweite Erwerbstätige, dass ihm die Digitalisierung berufliche Perspektiven eröffnet (46 Prozent) und Wachstum für das Unternehmen ermöglicht, in dem er arbeitet (51 Prozent). Eine Mehrheit der Bundesbürger (56 Prozent) wünscht sich daher, das Tempo der Digitalisierung in Deutschland zu erhöhen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu erhalten. Unter den 14- bis 29-Jährigen sagen das sogar zwei Drittel (65 Prozent).

Unternehmen sehen die Digitalisierung positiv

Aber nicht nur die Bürger, auch die Unternehmen sehen die Digitalisierung positiv. 9 von 10 Geschäftsführern und Vorständen (90 Prozent) in Unternehmen ab 20 Mitarbeitern sagen, dass die Digitalisierung für das eigene Unternehmen eher Chancen biete, nur 7 Prozent sehen sie vor allem als Risiko. Damit hat sich die digitalisierungsfreundliche Stimmung verglichen mit dem Vorjahr noch einmal leicht gesteigert (88 bzw. 10 Prozent).

Gleichzeitig haben sich deutlich mehr Unternehmen mit der Digitalisierung beschäftigt. Eine eigene Digital-Strategie gibt es inzwischen in drei Viertel der Unternehmen (76 Prozent), vor zwei Jahren lag der Anteil erst bei 63 Prozent. Entsprechend gelassen gehen die Unternehmen inzwischen mit der Digitalisierung um. Nur noch jeder Zweite (55 Prozent) hält die Digitalisierung für eine große Herausforderung für das eigene Unternehmen, vor zwei Jahren waren es noch 70 Prozent gewesen. Und nur noch jeder neunte Befragte (11 Prozent) glaubt, dass die Digitalisierung die Existenz des eigenen Unternehmens gefährdet.

Vor zwei Jahren lag der Anteil mit 19 Prozent noch fast doppelt so hoch. „Die Digitalisierung ist in den Unternehmen angekommen und wird praktisch angegangen“, sagte Dirks. „Sie wird nicht mehr als außerordentliche Herausforderung wahrgenommen, sondern als eine unternehmerische Aufgabe wie andere auch.“

Jedes zweite Unternehmen (55 Prozent) hat infolge der Digitalisierung bestehende Produkte oder Dienstleistungen angepasst, 4 von 10 (39 Prozent) haben neue entwickelt und auf den Markt gebracht. Offenbar mit Erfolg: 45 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie durch die Digitalisierung neue Kunden gewinnen konnten. Vor einem Jahr sagten dies erst 38 Prozent. „Die Unternehmen machen sich die Digitalisierung zu Nutze – mit Erfolg“, sagte Dirks.

Mangel an Fachkräften und Mitarbeitern mit Digitalkompetenz

Eine zentrale Herausforderung bleibt für die Unternehmen der Mangel an Fachkräften und Mitarbeitern mit Digitalkompetenz. So sagen 9 von 10 Befragten (87 Prozent), dass der Bedarf an IT-Fachkräften künftig steigen wird. Gleichzeitig geben schon heute 54 Prozent an, dass sie Probleme haben, genügend IT-Spezialisten zu finden. Und 8 von 10 Befragten (79 Prozent), sagen, dass sie mehr Mitarbeiter mit Digitalkompetenz benötigen, ähnlich viele (77 Prozent) bieten entsprechende Weiterbildungen für ihre Mitarbeiter an.

„Bildung ist der Schlüssel für die digitale Transformation, für künftiges Wachstum und für Wohlstand – und für die Teilhabe jedes Einzelnen an der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft“, sagte Dirks. „Die deutsche Wirtschaft hat für die Gestaltung der digitalen Transformation eine gute Ausgangsposition. Aber das wird kein Selbstläufer. Gerade im Wahljahr gilt es, die richtigen Weichen zu stellen.“

Mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst fordert Bitkom, die Bildungslandschaft zu digitalisieren und die Weiterbildung im Berufsalltag zu fördern. Dirks: „Alle Bildungseinrichtungen im Schul-, Hochschul-, Aus- und Weiterbildungsbereich müssen ihre Lehrpläne auf digitale Bildung ausrichten. Deutschland muss zum Vorreiter der digitalen Bildung werden.“ Zudem müsse es gelingen, eine in weltweitem Maßstab wettbewerbsfähige digitale Basisinfrastruktur zu schaffen.

„Diese digitale Infrastruktur muss von Gigabitnetzen bis zu digitalen Infrastrukturen für Energie, Verkehr, Gesundheit und Verwaltung reichen. So können wir hierzulande Vorreiter beim autonomen Fahren und etwa der digitalen Medizin und Gesundheitsversorgung werden“, sagte Dirks. Im Mittelpunkt der Digitalpolitik müsse zugleich stehen, Wirtschaft und Verbraucher vor Hackern und anderen digitalen Angreifern zu schützen und die Privatsphäre der Bürger zu garantieren, ohne die gesellschaftlich notwendige Nutzung wertvoller Daten zu verhindern.

Datenpolitik muss das Recht des Einzelnen auf Datenschutz wirksam wahren

„Eine moderne Datenpolitik muss das Recht des Einzelnen auf Datenschutz wirksam wahren und gleichzeitig nützliche und innovative Anwendungen ermöglichen“, so Dirks. „Die richtige Balance müssen wir im Datenschutz erst noch finden.“ Schließlich müsse es gelingen, Deutschland zum Knotenpunkt der digitalen Transformation zu machen. Dabei gehe es nicht allein um eine Stärkung der Digitalbranche, sondern um eine Digitalisierung der deutschen Leitindustrien.

„Wir sind dabei, in Deutschland sogenannte Hubs der digitalen Transformation aufzubauen. Sie bringen Start-ups, Global Player, Mittelstand und Forschung zusammen“, sagte Dirks. „Digitalisierung ist kein Naturereignis, vor dem wir uns verstecken müssen. Digitalisierung ist eine Gestaltungsaufgabe. Unsere neue Umfrage zeigt: Die Wirtschaft hat sie angenommen.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben sind zwei Umfragen, die Bitkom Research durchgeführt hat. Dabei wurden zum einen 504 Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder von Unternehmen ab 20 Mitarbeitern befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft. Zum anderen wurden 1.010 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt, diese Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.

Wilhelmshavener Polizei gelingt Schlag gegen international tätige Cybercrime-Betrüger

Ende Februar hat das Team Cybercrime der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland Wohn- und Geschäftsräume im Raum Wilhelmshaven durchsucht und dabei zwei Tatverdächtige vorläufig festgenommen sowie umfangreiche Beweismittel sichergestellt. Die beiden Verdächtigen haben mutmaßlich für eine international operierende Tätergruppe gearbeitet, die sich als Microsoft Mitarbeiter ausgibt und per Telefon kostenpflichtige Support-Dienstleistungen für mit Schadsoftware infizierte Windows-Rechner anbietet.

Internationale Kriminellenbande gibt sich als Microsoft-Mitarbeiter aus

Diese Betrugsmasche ist seit Monaten bekannt, allerdings handelten die jetzt verdächtigten Personen anders, wie die Polizei Wilhelmshaven in einer Pressemitteilung bekannt gab. Demnach wurden Rechner von Anwendern gesperrt, die Webseiten von unseriösen Quellen, oftmals mit pornografischem Inhalt, aufgerufen haben. Auf dem Sperrbildschirm erschien eine 0800-Telefonnummer, unter der angeblich Hilfe zu erwarten sei.

Hinter der Nummer boten angebliche Microsoft-Mitarbeiter kostenpflichtige Dienstleistungen an, um das System wieder freizuschalten. Die Polizei Wilhelmshaven ermittelt gegen die beiden Verdächtigen wegen banden- und gewerbsmäßig begangener Computersabotage sowie Erpressung. Das zuständige Amtsgericht Osnabrück hat Haftbefehle erlassen, die nach richterlicher Anhörung der Festgenommenen aber außer Vollzug gesetzt wurden. Die Ermittler werden nun Kontakt zu den Geschädigten aufnehmen und klären, welchen Tatbeitrag die Festgenommenen tatsächlich geleistet haben.

Microsoft arbeitet mit einer eigenen Digital Crimes Unit

Microsoft hat die Strafverfolgungsbehörden bei den Ermittlungsarbeiten mit seiner Digital Crimes Unit unterstützt, mit der das Unternehmen auf der Basis modernster Analysemethoden eigene Untersuchungen gegen Cyber-Kriminalität durchführt. Die Unit besteht aus Anwälten, Forensikern und Ingenieuren. Das Unternehmen hat im Zusammenhang mit den Ermittlungen des Wilhelmshavener Team Cybercrime einen eigenen Strafantrag gestellt und der Osnabrücker Staatsanwaltschaft Erkenntnisse aus seinen Ermittlungen in USA, England, Deutschland, Indien und Australien zur Verfügung gestellt.

„Wir begrüßen das engagierte Vorgehen der Behörden gegen Callcenter, die unter falscher Identität Computernutzer einschüchtern und in eine Betrugsmasche verwickeln“, sagt Joachim Rosenögger, Ermittler bei der Digital Crimes Unit von Microsoft: „Das Vorgehen der Behörden in Wilhelmshaven zeigt, dass solche Banden zur Rechenschaft gezogen werden und sich nicht hinter einem internationalen Geflecht von Firmen verstecken können. Microsoft wird bei weiteren Fällen außerhalb Deutschlands auch selbst den Strafverfolgungsdruck auf diese Gruppen weiter erhöhen.“

Microsoft weist darauf hin, dass es in Kombination mit der in Wilhelmshaven aufgeflogenen Masche weitere Betrugsversuche gibt. Dabei wird Verbrauchern, die bereits Opfer der Betrüger geworden sind, die Rückzahlung der von ihnen bezahlten Gebühren für den Fall in Aussicht gestellt, dass ein noch fehlender Betrag eingezahlt wird. Bei diesen erneuten Betrügereien entstehen mitunter Schäden im vier- bis fünfstelligen Bereich.

Microsoft rät Anwendern dazu, telefonische Betrugsversuche umgehend zu beenden und auf keinen Fall Fremdsoftware für ihr Endgerät zu erwerben oder zu installieren. Stattdessen sollten Betroffene die Polizei aufsuchen und den Betrugsversuch dort anzeigen. Verbraucher können der Microsoft Digital Crimes Unit über eine spezielle Webseite Scam-Versuche melden: www.microsoft.com/reportascam. Bitte informieren Sie Ihre Leser über diese Kontaktmöglichkeit.

Umfrage: Deutsche rechnen mit starkem Wandel der Arbeitswelt

Drei Viertel der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland glauben, dass sich unsere Arbeitswelt bis zum Jahr 2030 spürbar verändern wird. Das geht aus dem ZukunftsMonitor hervor, einer repräsentativen Umfrage, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beim Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid in Auftrag gegeben hat.

Die Umfrage zeigt auch, dass die Menschen in Deutschland mit gemischten Gefühlen auf die Zukunft der Arbeit blicken. So erwarten 58 Prozent der Befragten, dass durch die bevorstehenden Veränderungen Jobs verloren gehen. 84 Prozent der Befragten denken, dass durch die Digitalisierung der Unterschied zwischen hohen und niedrigen Gehältern weiter zunimmt. Gleichzeitig können sich 73 Prozent vorstellen, dass in Zukunft die Technik hilft, Menschen mit Beeinträchtigungen besser an der Arbeitswelt teilhaben zu lassen. Außerdem gewinnt das lebenslange Lernen für die Befragten an Bedeutung: Neun von zehn sehen es als unerlässlich für beruflichen Erfolg an, sich fortwährend weiterzubilden.

 „Wir stehen vor einer großen Transformation“

„Wir stehen vor einer großen Transformation. Wir merken bereits jeden Tag, wie die Digitalisierung unsere Arbeitswelt ebenso wie unseren privaten Alltag verändert. Der ZukunftsMonitor zeigt, dass Bürgerinnen und Bürger ein gutes Gespür für diese Veränderungen haben. Sie fragen sich aber auch, was der digitale Wandel für sie persönlich und ihre berufliche Entwicklung bedeutet“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.

„Deutschland hat die besten Voraussetzungen, die Möglichkeiten der Digitalisierung für sich zu nutzen und den Wandel vorteilhaft zu gestalten. Über Chancen und Risiken wollen wir mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen. Deswegen machen wir die Zukunft der Arbeit auch zum Thema des Wissenschaftsjahres 2018 und diskutieren darüber beim BMBF-Bürgerdialog ZukunftsForum.“

Arbeit wird in den Augen der Befragten zunehmend mobil: Laut der Umfrage rechnen 58 Prozent damit, dass der Großteil der arbeitenden Bevölkerung im Jahr 2030 von zu Hause oder einem anderen Ort aus ihrem Job nachgehen. 80 Prozent können sich vorstellen, dass ein Großteil der Routine-Aufgaben dann nicht mehr von Menschen, sondern von Maschinen und Programmen erledigt werden. Beim Einfluss der Digitalisierung auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind die Meinungen geteilter, 52 Prozent erwarten positive Effekte, 41 Prozent glauben nicht daran.

Das BMBF fördert verschiedene Projekte auf dem Weg zur vierten industriellen Revolution.

Für die Forschungsagenda Industrie 4.0 hat es Vorschläge von Experten aufgegriffen und Fördermittel in Höhe von über 470 Millionen Euro bewilligt und eingeplant. Soziale und technologische Innovationen mit Pilotcharakter am Arbeitsplatz und in den Betrieben fördert das BMBF vor allem mit seinem Programm „Zukunft der Arbeit“. Das Programm wird kofinanziert durch Mittel des Europäischen Sozialfond (ESF); diese eingerechnet fördert das BMBF die Arbeitsforschung mit rund 150 Millionen Euro von 2016 bis 2020. Mit „Berufsbildung 4.0″ fördert das BMBF verschiedene Maßnahmen zur frühzeitigen Ausrichtung der beruflichen Aus- und Weiterbildung auf die Digitalisierung der Wirtschaft.

„Wissen schaffen – Denken und Arbeiten in der Welt von morgen“ ist Thema des vierten BMBF-Bürgerdialogs. Seit Sommer 2015 führt das BMBF zu verschiedenen Zukunftsthemen jeweils eine repräsentative Befragung („ZukunftsMonitor“), einen Workshop mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Experten aus der Wissenschaft („ZukunftsTag“) sowie einen Bürgerdialog mit der Hausleitung des Ministeriums („ZukunftsNacht“) durch. Die nächste „ZukunftsNacht“ mit Bundesforschungsministerin Wanka findet am 29. März in Berlin statt. Die Ergebnisse des Bürgerdialogs berücksichtigt das BMBF bei der Entwicklung langfristiger Innovationsstrategien sowie in der Forschungs- und Projektförderung.

Der aktuelle ZukunftsMonitor beruht auf mehr als 1.000 persönlichen Interviews, die das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid im Januar im Auftrag des BMBF durchgeführt hat.

Die Schwachstellen der „Intelligenten Zukunft“

Am Mobile World Congress (MWC) standen vernetzte Fahrzeuge, die Zukunft der Smart Homes und natürlich die neuesten Endgeräte ganz oben auf der Agenda. Laut einer aktuellen Studie von Intel Security verbringt jeder Deutsche inzwischen durchschnittlich 37% seiner Zeit zu Hause im Internet. Trotzdem kann knapp die Hälfte aller Deutschen (48%) nicht überprüfen, ob eines ihrer Geräte schon durch Schadsoftware befallen war. 32% gaben sogar an, dass sie sich nicht sicher sind, wie sie prüfen können, ob ihr Gerät in der Vergangenheit beschädigt wurde.

Es wird daher immer wichtiger, Verbrauchern nicht nur die Risiken von Geräten wie Laptops, Handys und Tablets bewusst zu machen. Kunden müssen auch die potenziellen Gefahren kennen, die von modernen vernetzten Geräten, wie Smart-TVs, Lautsprechern und vernetzten Fahrzeugen ausgehen.

Jugendschutz im vernetzten Zuhause

Die neue Partnerschaft zwischen Humax, Intel und Intel Security sorgt in einem vernetzten Haushalt für eine stabile Konnektivität und Sicherheit. Die McAfee Secure Home Platform bietet eine Sicherheitsebene, die vernetzte Geräte im Heimnetzwerk automatisch vor diversen Bedrohungen schützt. Sie können damit Jugendschutzeinstellungen festlegen und Warnungen vor möglichen Bedrohungen in Echtzeit erhalten.

“Unsere jüngsten Forschungen ergaben, dass sich mehr als drei Viertel aller Eltern (74%) darum sorgen, dass ihre Kinder online mit Kriminellen interagieren“, sagt Raj Samani, Chief Technological Officer EMEA bei Intel Security. “Dennoch verfolgen zwei Fünftel (34%) der Eltern nicht, was ihre Kinder im Internet treiben. Ein Viertel (25%) davon würde jedoch die Online-Aktivität ihrer Kinder überwachen, wenn es dazu eine einfache Möglichkeit gäbe.“

“Die Partnerschaft mit Humax hilft uns dabei, den Eltern die Kontrolle über die internetfähigen Geräte zu Hause zurück zu geben um die eigene Familie vor möglichen Risiken zu schützen. Indem wir uns auf das smarte und vernetzte 5G Zuhause bewegen, steigt die Nutzung des Internet und der Datenmengen, die wir täglich schaffen. Im gleichen Maße steigt unsere Abhängigkeit von Apps, um unser Zuhause zu kontrollieren. Wir müssen sicherstellen, dass angemessene Schutzmaßnahmen installiert sind, um jeden Zugriffspunkt zu schützen. Das gilt sowohl für das Netzwerk, den Router und die Endgeräte, als auch die Apps und die Software, die sie kontrollieren”, so Samani weiter.

Risiko durch „tote Apps“

„Tote Apps“ sind Apps, die nicht geupdatet oder gelöscht wurden aber weiterhin auf den Handys installiert sind. So sind sie nicht auf dem neuesten Sicherheitsstand und Türöffner für Malware und andere Viren. Wie der Mobile Threats Report von Intel Security zeigt, wurden im vergangenen Jahr bei Google Play mehr als 4.000 Apps entfernt – ohne, dass die Nutzer darüber informiert wurden. Telemetriedaten, die von den McAfee Labs erhoben wurden, zeigen, dass nach wie vor mehr als 500.000 Geräte solcher „toten Apps“ auf Smartphones installiert sind.

Ein aktuelles Beispiel ist eine App, die Passwörter stiehlt, indem sie sich als Instagram-Analyse-App ausgibt. Um die angebliche Analyse zu erhalten, müssen Nutzer ihre Instagram Login-Daten eingeben. Den Nutzern ist dabei nicht bewusst, dass sie ihre Nutzerdaten bei einer Phishing-Webseite eingeben und so ihre Anmeldedaten gestohlen werden.

“Um den Verlust ihrer persönlichen Daten an tote Apps zu vermeiden, müssen Verbraucher genau darauf achten, welche Apps sie herunterladen und bei jeder App Informationen zum Entwickler und Bewertungen nachlesen, bevor sie die App installieren”, meint Raj Samani. “Sie sollten auch nach einem Sicherheitstool Ausschau halten, das Apps identifiziert, die nicht mehr im Store sind und eventuell sogar Informationen darüber liefern können, wieso die App entfernt wurde.”

Tipps zum Schutz der persönlichen Daten

„Mit der zunehmenden Vernetzung steigen auch die Risiken durch Cyber-Kriminelle. Allerdings können sich Verbraucher schon mit einigen wenigen Mitteln sehr effektiv schützen,“ sagt Cyber-Sicherheitsexperte Alexander Salvador von Intel Security. Er gibt folgende Tipps, wie Nutzer ihre Geräte schützen können:

  • Sperren Sie Ihre Geräte. Wo möglich sollten Geräte mit einem starken PIN oder einem komplexen Passwort gesperrt werden, um unerlaubte Zugriffe zu vermeiden. Nutzen Sie außerdem eine Multi-Faktor-Authentifizierungslösung, wie True Key von Intel Security, die Ihre starken Passwörter mit einer extra Sicherheitsstufe verbindet – zum Beispiel mit Ihrem Fingerabdruck oder einer Gesichtserkennung. Selbst wenn das Passwort gestohlen werden sollte, bleibt der Zugriff für andere Personen verwehrt.
  • Halten Sie Ihre Geräte auf dem neuesten Stand. Stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Geräte aktualisieren, sobald neue Versionen des Betriebssystems oder der Anwendung zur Verfügung stehen. Updates enthalten oft wichtige Sicherheitskorrekturen, die Probleme beheben und vor Angriffen schützen.
  • Kontrollieren Sie Ihr Heimnetzwerk. Die Einrichtung eines WLAN-Netzwerkes für Gäste ermöglicht Ihren Besuchern den Zugang zum Internet, aber sorgt dafür, dass Ihr Heimnetzwerk isoliert bleibt. Sie können auch Ihre IoT-Geräte (Smart-Home-Geräte, Wearables, usw.), auf denen private Informationen gespeichert sind, von traditionellen Geräten (Laptops, Smartphones, Tablets, usw.) trennen. So betrifft die Gefahr eines IoT Gerätes lediglich Geräte, die mit dem Gästenetzwerk verbunden sind.

Schweigepflicht für das digitale Sparschwein

„Sammeln Sie Bonus-Punkte“? Diese Frage gehört mittlerweile zum Einkaufsalltag. Mehr als 80 Prozent der deutschen Haushalte beteiligen sich an Bonusprogrammen. Sie laufen Gefahr, sensible Informationen über sich preiszugeben, wenn ein solches System missbraucht wird. Die Arbeitsgruppe Kryptographie und Sicherheit am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt deswegen ein digitales Bonus- und Bezahlsystem, das einerseits die Anonymität der Kunden sicherstellt, andererseits den Betreibern die gewünschten Mehrwerte bieten soll.

 Das kann man alles aus den Daten lesen…

„Nur die wenigsten Verbraucher machen sich Gedanken darüber, was man aus ihren Daten alles ablesen kann“, erklärt Andy Rupp, Experte für Kryptographie am KIT. In heutigen Systemen kann jeder Einkauf und jedes Produkt mit den persönlichen Angaben verknüpft werden, welche die Kunden bei der Registrierung hinterlassen. Selbst ohne die explizite Angabe von Kundendaten, besteht ein hohes Risiko der Verknüpfung von Einkäufen und Kundenidentität.

Damit entstehen Bewegungs- und Personenprofile, die Rückschlüsse zulassen nicht nur auf das Kaufverhalten der Menschen, sondern etwa auch auf ihren Gesundheitszustand oder ihre persönlichen Vorlieben.

In heutigen Systemen führt das Endgerät des Kunden – eine Smartcard oder ein Smartphone – zum Punktesammeln praktisch keine Berechnungen aus. Es sendet nur eine Identifikationsnummer, mit der sich die neuen Bonuspunkte im Back-End des Betreibers einem Kundenkonto zuordnen lassen.

Rupp und sein Forschungskollege Tibor Jager von der Universität Paderborn wollen diese Endgeräte intelligenter machen: Die Geräte speichern selbst den Punktestand und führen gemeinsam mit dem Betreiber kryptographische Algorithmen aus. Diese erlauben es, Punkte sicher und unter dem Schutz der Privatsphäre zu addieren oder zu subtrahieren. „Das Ganze funktioniert wie ein digitales Sparschwein, dessen Sicherheitseigenschaften mathematisch nachweisbar sind“, sagt Rupp. Niemand außer dem Kunden erfährt woher die Bonuspunkte stammen und wie viele er in den einzelnen Geschäften sammelt.

„Mit unserer Forschung wollen wir die Bürger für die Bedeutung von Privacy in der digitalen Welt sensibilisieren“, betonen Rupp und sein Team. Das digitale Sparschwein könnte unter anderem auch bei sogenannten Stored-Value-Cards – Geldkarten, die zum Beispiel der ÖPNV einsetzt – zur Anwendung kommen.

Ein weiteres, in naher Zukunft relevantes Szenario ist das Vehicle-to-Grid-System (V2G). Bei V2G speisen Elektroautos in Zeiten, in denen zu wenig Energie zur Verfügung steht, Strom ins öffentliche Netz ein. Hierfür registrieren Server auf Parkplätzen die Zahl der Elektroautos und ihre jeweilige Kapazität und koordinieren die Einspeisung mit dem aktuellen Bedarf. Die Besitzer der Fahrzeuge erhalten dafür eine monetäre Entschädigung. In beiden Anwendungsfällen soll das neue System die Berechnung von Bewegungsprofilen verhindern.

Ein Prototyp läuft mit Kernfunktionalitäten bereits auf dem Smartphone. Das Forschungsteam will ihn jetzt zum einen für den Einsatz auf Smartcards optimieren und zum anderen seine Funktionalität für unterschiedliche Applikationen weiter ausbauen. Ein wichtiges Feature wäre zum Beispiel Bonuskartensysteme zu ermöglichen, die die Privatsphäre wahren. Betreiber könnten dann gezielt Statistiken berechnen, ohne kundenbezogene Daten zu erhalten.

 Mehr zur Forschung: http://crypto.iti.kit.edu/index.php?id=

So leben wir 2030 in der vernetzten Stadt

Das Leben in den Städten der Zukunft wird für die Bewohner angenehmer: Die Mobilität verbessert sich, ebenso die Lebensqualität im öffentlichen Raum sowie die Luft und Umweltqualität. Möglich macht das ein intelligentes Verkehrs-, Ressourcen- und Energiemanagement, das auch Lösungen zum autonomen und emissionsfreien Fahren einschließt.

„In den Bereichen Verkehr, Energie und Datenmanagement schafft die umfassende Vernetzung im Internet of Things (IoT) für Kommunen ein riesiges Optimierungs-Potenzial – und stellt die Verantwortlichen zugleich vor große Herausforderungen“, sagt Dr. Bettina Horster, Vorstand der VIVAI Software AG und Direktorin IoT im eco Verband.

Städte werden sauberer und ruhiger

Dr. Bettina Horster ist im Vorstand von VIVAI Software und Direktorin IoT im eco Verband´.

Dr. Bettina Horster ist im Vorstand von VIVAI Software und Direktorin IoT im eco Verband´.

In der Smart City 2030 sind zahlreiche Systeme und Sensoren mit den entsprechenden Technologien intelligent verbunden. „Eine Smart-Data-Plattform beobachtet Verkehrsflüsse und steuert diese intelligent“, sagt Dr. Jan Fritz Rettberg von der Technischen Universität Dortmund.

„So lässt sich Parkraum managen und Staus und Lärm für die Bewohner der Stadt vermeiden, Kommunen können flexibel auf Anforderungen reagieren. Die Systeme bieten auch die Grundlage für Investitionsentscheidungen in Infrastrukturprojekte. Zuvor gilt es jedoch die Schnittstellen zu definieren, auf die entsprechende Anwendungen zugreifen können. Voraussetzung für viele neue Services ist die Freigabe der städtischen (Sensor-)Daten. Viele Kommunen in NRW tun dies bereits im Portal Open.NRW.

Intelligente Energieversorgung vor Ort

Eine smarte Stadtentwicklung ist nachhaltig und setzt natürliche Ressourcen effizient ein. Es entstehen mehr und mehr energieeffiziente Gebäude und Quartiere, die Energieversorgung wird zudem immer stärker lokal und regional gelöst. Windräder und Solaranlagen, darunter private Photovoltaikanlagen, decken einen großen Teil des Bedarfs, alle Bestandteile sind miteinander vernetzt.

„In intelligenten Netzen können sich Strom-Verbraucher und -Erzeuger austauschen, dadurch können Elektroautos zu Zeiten geladen werden, wenn Strom günstig ist“, sagt Dr. Jan Fritz Rettberg. „Mit neuen Konzepten und Services für E-Mobilität brauchen ohnehin immer weniger Menschen ein eigenes Auto, zukünftig könnten private Stellplätze öffentlich als adebuchten für Elektroautos angeboten werden“, so Rettberg weiter.

Mehrheit der Autofahrer würde dem Autopiloten das Steuer übergeben

Klassische Autobauer, neue Hersteller und Unternehmen aus der Technologie-Branche forschen gleichermaßen an selbstfahrenden Autos. Und unter den Autofahrern wächst die Bereitschaft, dem Autopiloten das Steuer zu überlassen.

Aktuell wären drei Viertel (74 Prozent) bereit, in bestimmten Situationen die Kontrolle an den Computer abgeben. Im vergangenen Jahr betrug der Anteil erst 68 Prozent. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 1.006 Bundesbürgern ab 18 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Fast jeder vierte Autofahrer (23 Prozent, 2016: 19 Prozent) ist dabei grundsätzlich bereit, seinem Auto im fließenden Verkehr auf der Autobahn die Kontrolle zu überlassen.

19 Prozent (2016: 17 Prozent) würden dies im Stadtverkehr tun und 5 Prozent (2016: 5 Prozent) sogar während der gesamten Fahrt. Am höchsten ist die Bereitschaft erwartungsgemäß in speziellen Fahrsituationen, also beim Ein- und Ausparken (69 Prozent, 2016: 64 Prozent) oder im Stau (53 Prozent, 2016: 46 Prozent).

„Autonomes Fahren ist die Basis nahezu aller innovativen Mobilitäts-Angebote der Zukunft“, sagt Bitkom-Präsident Thorsten Dirks. „Es gibt ein großes Kundeninteresse an voll- und teilautonomen Autos. Wer heute in der Entwicklung der Fahrzeuge vorne mit dabei ist, hat die Chance, zum weltweiten Leitanbieter dieser Technologie zu werden.“

Die Entwicklung selbstfahrender Autos nimmt in Deutschland derzeit deutlich Fahrt auf. Seit etwas mehr als einem Jahr existiert bereits das digitale Testfeld Autobahn auf der A9. Zwischen Nürnberg und München werden dort erfolgreich innovative Technologien etwa für die Car2Car- oder Car2Infrastructure-Kommunikation erprobt.

Heute geht in München der Digital Hub Mobility an den Start. Dort werden Automobilhersteller, Mittelständler, Start-ups und Wissenschaftler gemeinsam an der vernetzten Mobilität der Zukunft arbeiten und neue Lösungen entwickeln. Bundesweit sollen im Rahmen einer Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums an bis zu zwölf Standorten Digital Hubs rund um Leitindustrien entstehen. „Deutschland als Automobilnation hat die besten Voraussetzungen, bei der Entwicklung der Mobilität der Zukunft die weltweit führende Rolle zu spielen“, so Dirks. „Mit der Digital-Hub-Initiative werden wir weltweit um die spannendsten Firmen und die klügsten Köpfe werben.“

Das von der Unternehmerin Susanne Klatten gegründete Gründerzentrum UnternehmerTUM startet heute die Aktivitäten des Münchener Mobility-Hub. Unterstützt wird der Hub unter anderem vom Bayerischen Wirtschaftsministerium, die Schirmherrschaft hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt übernommen. Bereits zum Start engagieren sich zahlreiche Partner aus der Mobilitäts- und Digitalbranche im Hub, darunter Audi, BMW, Daimler, IBM, Nokia, SAP, Stadtwerke München sowie der ADAC, Adidas, Infineon, MAN und der TÜV Süd.

Biohacking – ein „Trend“ und seine Gefahren

Biohacking ist ein neuer Trend in der Wissenschaftsszene. Den Gesetzgeber stellt dies vor neue Herausforderungen. Das Gentechnikgesetz sei nicht mehr zeitgemäß, sagt Dipl.-Biologe Rüdiger Trojok.

„Biotechnologie wird in Zukunft so alltäglich und verbreitet sein wie heute die Computertechnik“, sagt Rüdiger Trojok. Der Biologe erforscht am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Innovationsprozesse und Technikfolgen. Wie die Computerpioniere der siebziger Jahre würden bald Bio-Nerds in Garagen und Souterrains an Genen herumexperimentieren, so Trojoks Prognose. In Amerika ist das wiederum in Anlehnung an die Computerszene sogenannte „Biohacking“ längst ein Trend. In Deutschland hingegen ist es Privatpersonen derzeit nicht gestattet, gentechnische Veränderungen vorzunehmen.

In den USA kann sich schon heute Jedermann ein Selbstmach-Set für biolumineszierendes Bier, erzeugt mithilfe gentechnisch veränderter Bakterien, im Internet bestellen. Hierzulande dagegen wird beim Gedanken, dass Do-it-yourself-Biologen bald zu Hause an selbst erdachten Erbmolekülen herumtüfteln könnten, nicht nur Biomaisgegnern mulmig. Gehören sechsbeinige Hunde im Park und selbstoptimierte Supermutanten im Sportstudio bald zum Alltag?

Trojok, der am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT arbeitet und auch den Bundestag bei der Einschätzung neuer Technologien berät, wiegelt ab: Zwar koste ein gentechnisches Labor einzurichten inzwischen nur noch 5000 Euro und stehe mit der CRISPR/Cas-Methode ein einfaches Verfahren zur Verfügung, um DNA gezielt zu schneiden und zu verändern. „Eigenständige Experimente erfordern aber noch ein fundiertes Fachwissen und langwierige wie akkurate Vorbereitungen.“ Mal eben zum Spaß ein paar Gene auch nur von Bakterien zu verändern oder gar Organismen mit völlig neuen Eigenschaften zu kreieren sei für Hobby-Biologen deshalb schwierig bis unmöglich – für den Moment.

Infolge weiter sinkender Preise, immer einfacherer Verfahren und Labortechnik nicht größer als ein Computerchip, werde die Gentechnik zukünftig der Kontrolle und dem exklusiven Zugriff staatlicher Forschungseinrichtungen, Biotechnologieunternehmen und Großkonzernen entgleiten, erwartet Trojok. Das im Jahr 1990 erlassene Deutsche Gentechnikgesetz hält der Wissenschaftler deshalb für nicht mehr zeitgemäß. Die Risiken der damals noch jungen Gentechnik seien seinerzeit noch nicht abschätzbar gewesen, so der 31-Jährige. Deshalb seien die Regelungen vorsichtshalber extrem streng ausgestaltet. Schon für harmlose, heute tausendfach bewährte Versuche drohten drei Jahre Haft.

„Das Recht auf Forschung ist zusammen mit der Meinungsfreiheit und Kunstfreiheit im Grundgesetz verankert“, sagt Trojok. Der Wissenschaftler schlägt deshalb eine Art Stufenführerschein für Privatforscher vor, damit jeder Zugang zu dem Wissen und der Technologie bekommen könne. Wer mit dem Laborbaukasten harmlose Bakterien bunt färben will, der solle dies tun dürfen. Ein weitergehendes Verändern von Organismen hingegen wäre zum Beispiel nur Genbastlern mit Biologiestudium erlaubt. „Wenn Sie heute eine Fahrerlaubnis erwerben, bekommen Sie damit auch nicht gleich die Zulassung für Schwerlaster“, sagt Trojok.

Momentan seien die rechtlichen Hürden für Biohacker hoch, meint Trojok: So verlange der Gesetzgeber einen Betreiber und einen Sicherheitsbeauftragten pro Gentechniklabor, die jeweils eine spezielle Zulassung benötigten und drei Jahre Laborerfahrung vorweisen müssen. Zudem gebe es eine große Zahl an baulichen Auflagen und Dokumentationspflichten. „Diese Regel lässt sich angesichts der technischen Möglichkeit, Gentechnik in einer dezentralisierten, miniaturisierten Weise durchzuführen, kaum noch sinnvoll umsetzen.“

Praktikabler wäre, die Sicherheitsstufe 1 des Gentechnikgesetzes weiter zu differenzieren, so Trojok. „Man kann aus dieser Stufe bereits nach bestehendem Recht Experimente ausgliedern, die etabliert sind und als sicher bewertet wurden – darunter würden auch cisgenetische und bestimmte CRISPR-Experimente fallen.“ Solche sicheren und bekannten transgenen Arbeiten müssten seiner Auffassung nach nicht den strengen gesetzlichen Auflagen des Gentechnikgesetzes unterliegen und sollten der Gesellschaft freigegeben werden, meint Trojok. Um diese Experimente anzumelden, würde sich ein schnelles Online-Register anbieten, in dem Bundes- oder besser sogar EU-weit legale Experimente gesammelt werden.

Was für Folgen und Konsequenzen eine demokratisierte und dezentrale Nutzung der Genombearbeitung in naher Zukunft haben könnte, darüber diskutieren Nachwuchswissenschaftler der Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften, Geistes- und Rechtswissenschaften sowie Biohacker und auch Künstler auf Einladung von KIT und ITAS auf einer Klausurwoche in München vom 12. bis 17. März.

Zum Valentinstag: Fünf Anzeichen für Fake Profile auf Dating-Seiten

Herz1. Das Profil enthält keine Fotos? Und auch sonst gibt der- oder diejenige nur sehr wenige Informationen über sich preis?

2. Das Profilbild sieht zu gut aus um wahr zu sein? Das trifft in vielen Fällen leider auch zu. Die Fotos werden aus dem Netz kopiert und entsprechen sicher nicht dem Aussehen der Originalperson.

3. Der Kontakt versucht, so schnell wie möglich eine Kommunikation über Telefon oder Messaging-Dienste herzustellen? So wird versucht, dem Austausch über das Dating-Portal zu entgehen.

4. Der Kontakt möchte viel wissen und stellt persönliche Fragen, verrät aber nichts oder nichts Konkretes über sich?

5. Der erste persönliche Kontakt ist hergestellt, die ersten Online-Gespräche fanden statt, erste Emotionen kommen auf – und er oder sie fragt nach finanzieller Hilfe? Versteht diese Hilfe sogar als Beweis für Gefühle? Finger weg!

So schützen sich Singles auf Online-Partnersuche

1. Geben Sie keine persönlichen Informationen preis – vor allem nicht vor dem ersten Treffen. Die ersten Gespräche online sollten nur wenig Persönliches enthalten. Erst ein reales Treffen schafft die nötige vertrauensvolle Basis für Offenheit.

2. Denken Sie daran: Betrüger fragen viel und erzählen wenig. Mit den erfragten intimen Details fällt es ihnen leicht, den Anschein einer gegenseitigen Vertrautheit und Nähe zu erwecken. Leider eine gute Basis, um jemanden auszunutzen…

3. Und wenn sie doch etwas erzählen, haben Betrüger mitleidserregende Geschichten von ihren kranken Kindern, Geschwistern in Schwierigkeiten oder einem verstorbenen Freund parat. Sie schrecken vor nichts zurück, um an Ihr Geld zu kommen.

4. Meiden Sie Fernbeziehungen. Betrüger suchen sich nicht selten Opfer, die weit entfernt oder sogar in einem anderen Land leben, um nicht erwischt zu werden.

5. Vorsicht vor Online-Bekanntschaften, die – natürlich auf dem Weg zu Ihnen – am Flughafen gestrandet sind, weil ihre Kreditkarte nicht akzeptiert wird. Wenn dem so wäre, wären die Flughäfen dieser Welt voll von sehnsüchtigen Verliebten.

6.Öffnen Sie keine E-Mail-Anhänge von Fremden. Schickt Ihnen eine unbekannte Person oder Ihre Internetbekanntschaft einen Anhang per Mail, ist es wahrscheinlicher, dass es sich dabei um einen Computervirus handelt, als um ein persönliches Foto von ihm oder ihr.

7.Schicken oder überweisen Sie niemals Geld an jemanden, den Sie nur online kennengelernt und nie in der Realität getroffen haben. Sie laufen damit in die virtuellen Arme des Betrügers.

Autor: BullGuard ist ein IT Security-Unternehmen in Europa. Das Produktportfolio umfasst Internet Security, Mobile Security, kontinuierlichen Identitätsschutz sowie Social Media Security für Privatanwender oder kleine Betriebe.

Lassen Sie am Valentinstag das WLAN Amor spielen

HerzAm 14. Februar ist es wieder soweit. Der Valentinstag erinnert uns daran, was wir uns von einer Liebesbeziehung wünschen: Vertrauen, Verlässlichkeit, Sicherheit und Integrität. Und genau das erwarten wir auch von einem gut funktionierenden WLAN. Die Realität sieht in beiden Fällen schon mal völlig anders aus. Damit Ihnen zumindest die Funktechnologie nicht das Herz bricht, sind hier ein paar Ratschläge, wie eine gute, stabile und dauerhafte WLAN-Verbindung aussehen könnte.

1. Vertrauen Sie einander

Sicherheit und Integrität sind die Eckpfeiler jeder guten Partnerschaft und genauso wichtig sind sie für eine gute WLAN-Verbindung. Eine Studie von Xirrus zeigt, dass 91 Prozent aller Nutzer von WLANs davon ausgehen, dass öffentliches WLAN unsicher ist, es 89 Prozent aber dennoch verwenden. Es lohnt sich, auf das richtige Netzwerk zu warten, bevor man ihm seine persönlichen Daten anvertraut. Achten Sie darauf, dass Sie Ihre persönlichsten Geheimnisse nur einem WLAN anvertrauen, das robuste Sicherheitsrichtlinien und eine geeignete Infrastruktur besitzt.

2. Bitte ein wenig Privatsphäre

Privatsphäre ist nicht nur am Valentinstag gewünscht und nicht nur im menschlichen Miteinander. Daran sollte man auch denken, wenn man eine Bindung mit einem WLAN eingehen will. Es ist wichtig, einige Dinge privat zu halten, gerade in öffentlichen Netzwerken. Beispielsweise sollten Sie sicherstellen, dass der SSID-Name und die Verschlüsselungsmethode dem entsprechen, was der Anbieter verspricht.

Geben Sie nur dann Kreditkartendaten oder sonstige persönliche Informationen über das Anbieternetzwerk ein, wenn Sie ein sicheres persönliches Netzwerk verwenden. Ansonsten sollten Sie für den Moment auf Online-Shopping verzichten. Und stellen Sie sicher, dass in öffentlichen Netzwerken die direkte Kommunikation zwischen Geräten deaktiviert ist. Wenn Sie andere Benutzer im Netzwerk sehen können, etwa über AirDrop, Finder oder Explorer, trennen Sie sofort die Verbindung, überprüfen Sie die öffentliche IP-Adresse des Netzwerks, etwa über mxtoolbox.com, . Überprüfen Sie den DNS-Namen, um sicherzustellen, dass es sich tatsächlich um das Netzwerk des Anbieters handelt.

3. Machen Sie sich nicht abhängig

Immer mehr Menschen werden Opfer von Ransomware und meist zahlen sie das Lösegeld, um die Kontrolle über ihre Daten wiederzubekommen. Denken Sie aber daran, dass Ransomware heutzutage nicht ausschließlich Ihren Laptop infiziert. Es gibt ausgefeilte Apps und Bots im Web, die auch in Ihr Smartphone oder Ihre Smart Devices eindringen können. Es lohnt sich, wachsam zu sein, da Angreifer heute durchschnittlich rund 640 Euro Lösegeld verlangen. Eine schmerzhafte Erfahrung.

4. Lassen Sie aus Datenströmen keine Tränenströme werden

Sie sind im Hotel und möchten zusammen etwas Romantisches auf Netflix schauen, um in die richtige Valentinstagstimmung zu kommen? Vorsicht! Streaming Media ist noch immer das größte Problem in den WLANs der meisten Hotels. Wenn das WLAN Ihres Hotels nicht fortschrittlich genug ist, um bestimmten Datenverkehr zu priorisieren oder es keine separaten Netzwerke für Zimmer, öffentliche Bereiche und Mitarbeiter gibt, kann es immer Auslastungsspitzen geben.

Performance-Probleme sind da schon fast vorprogrammiert, was wirklich das Letzte ist, was man am Valentinstag gebrauchen kann. Für den Fall, dass das WLAN Ihres Hotels es nicht bringt, sollten Sie zur Sicherheit ein paar romantische Playlists auf Spotify, GooglePlay oder iTunes dabeihaben, damit es sicher romantisch wird ? vergessen Sie jedoch nicht Ihre WLAN-Lautsprecher!

6. Es tut mir Leid, mein Fehler, nicht deiner

Unsere Studie zeigt, dass die überwältigende Mehrzahl der WLAN-Benutzer sich selbst die Schuld geben würde, falls ein Hacker sie erwischt, während nur ein Drittel den WLAN-Anbieter und ein Viertel den Betreiber vor Ort verantwortlich machen würden. Die meisten Unternehmen geben ihren Mitarbeitern schlicht nicht das notwendige Wissen und die Tools an die Hand, um wachsam zu bleiben und die Sicherheit zu gewährleisten.

7. Mach mich an

Die Rede ist natürlich von den Geräten! Der Vorteil heutiger Smart Homes ist, dass sich per WLAN und einer mobilen App die Heizung hochregeln, der Ofen vorheizen oder Whirlpool aufwärmen lässt, lange bevor Sie zu Hause sind. Das ist gerade am Valentinstag nützlich, wenn Sie auf dem Heimweg Essen zum Mitnehmen besorgen und so tun möchten, als hätten Sie stundenlang daheim in der Küche gestanden (keine Sorge, wir verraten Sie nicht!). Auch das richtige Ambiente ist wichtig, um die passende Stimmung zu erzeugen. Per WLAN steuerbare LED-Lampen bieten heute warme, angenehme Farbtöne und Beleuchtungsoptionen, die mit einer einfachen Berührung Ihres Touchscreen gedimmt werden können. Lassen Sie Valentinstag das WLAN Amor spielen.

Das sind viele Möglichkeiten, wie Sie mit Ihrem WLAN den Valentinstag verschönern können. Eines ist jedoch keine gute Idee: Auch wenn es noch so verlockend sein mag, beim Date im Restaurant die Fußballergebnisse oder VIP-News zu checken – wenn Sie auf Ihr Smartphone gucken, statt ihr oder ihm in die Augen zu schauen, wird Ihr Abend nicht in die Verlängerung gehen. Denken Sie stets daran: Am Valentinstag ist Romantik die einzige Sportart, die zählt.

Autor: Shane Buckley ist CEO von Xirrus