Category Archives: Digitale Medienkultur – xethix Diskurs

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Bezahlen mit dem Smartphone wird im Nahverkehr immer beliebter. Aber ist es auch sicher? (Foto: Gabi Zachmann/KIT)

Bezahlen mit dem Smartphone wird im Nahverkehr immer beliebter. Aber ist es auch sicher? (Foto: Gabi Zachmann/KIT)

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Bonussysteme als Datenschleudern

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder erstaunt: „Den wenigsten Nutzern ist nach meiner Beobachtung klar, dass sie mit der Teilnahme an solchen Bonus- oder Zahlungssystemen detailgetreu offenlegen wie und was sie konsumieren oder welche Wege sie zurücklegen.“ Denn um eine Manipulation der Konten durch unehrliche Nutzer vorzubeugen, werden die Kundendaten und Kontostände bei Zahlungs- und Bonussystemen.

Der Kunde wird bei jedem Zahlungsvorgang identifiziert und die Details seiner Transaktion der zentralen Datenbank mitgeteilt. Dieser wiederholte Identifikationsvorgang führt zu einer Datenspur, die durch den Anbieter oder durch Dritte missbraucht werden könnte.

Mit dem scheinbaren Widerspruch von Privatsphäre und Sicherheit wollte sich der Kryptographie-Experte nicht abfinden und hat nun gemeinsam mit Gunnar Hartung und Matthias Nagel vom KIT sowie Max Hoffmann von der Ruhr-Universität Bochum die Grundlagen einer „elektronischen Geldbörse“ vorgestellt, die anonym funktioniert, gleichzeitig aber Missbrauch verhindert.

Protokoll „black-box accumulation plus“ (BBA+)

Das von ihnen entwickelte Protokoll „black-box accumulation plus“ (BBA+) verlagert dabei alle notwendigen Kontoinformationen auf die verwendete Karte oder das Smartphone und garantiert mithilfe kryptographischer Methoden deren Vertraulichkeit. Gleichzeitig bietet BBA+ aber auch Sicherheitsgarantien für den Betreiber des Bonus- oder Zahlungssystems: Das Protokoll garantiert den korrekten Kontostand und ist mathematisch zudem so konstruiert, dass die Identität eines Nutzers aufgedeckt wird, sobald versucht wird, mit einem manipulierten Konto zu bezahlen.

Das neue Protokoll „BBA+“macht  elektronisches  Bezahlen sicher und  vertraulich  (Foto: Gabi Zachmann/  KIT)

Das neue Protokoll
„BBA+“macht
elektronisches
Bezahlen sicher und
vertraulich
(Foto: Gabi Zachmann/
KIT)

Das neue Protokoll ist die Weiterentwicklung eines anonymen Bonuskartensystems, das ebenfalls von der KIT-Forschungsgruppe entwickelt wurde. Allerdings war es dabei notwendig beim Sammeln und Einlösen von Punkten eine Internetverbindung zu gewährleisten, um einen Missbrauch zu verhindern.

„Unser neues Protokoll garantiert nun die Privatsphäre und Sicherheit der Kunden auch im Offline-Betrieb“, sagt Andy Rupp. „Das ist wichtig für die Alltagstauglichkeit eines Zahlungssystems. Denken Sie etwa an ein U-Bahn Drehkreuz oder an Mautbrücken, dort besteht vielleicht gar keine oder nur eine zu langsame Internetverbindung.“ Alltagstauglich wird das neue Protokoll auch durch dessen eindrucksvolle Effizienz: Bei ersten Testläufen konnten die Forscher Zahlungen in etwa einer Sekunde abwickeln.

 

Buchtipp: CSR und Digitalisierung

CSR_DigitalisierungDieses Buch ist ein Kaleidoskop unserer Gesellschaft und Zeit. Es beschäftigt sich mit Herausforderungen, Chancen und Risiken der größten Transformation der Geschichte: der Digitalisierung. Vorgestellt werden bahnbrechende neue Methoden zur nachhaltigen Steuerung der digitalen Transformation, neue Denkstile sowie neue Formen interdisziplinärer Zusammenarbeit – etwa mit Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaftlern, Ökonomen, Informatikern, Psychologen, Philosophen und Vertretern der Kreativwirtschaft. Sie zeigen, dass Digitalisierung weder gefürchtet noch verehrt werden muss, denn es geht vor allem darum, ihre Rolle zu verstehen, um sie nachhaltig zu gestalten.

Das Buch erläutert die wichtigsten Begriffe zur Digitalisierung anhand konkreter Praxisbeispiele

▶ Nachweis, dass die digitale Kompetenz künftig eine Schlüsselqualifikation für Arbeit und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben sein wird

▶ Benennt gesellschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen, die in Deutschland benötigt werden, um die dringend notwendige Digitalreife zu erlangen

▶ Gibt Unternehmen, Verbrauchern, Wissenschaftlern und Politik eine fundierte Orientierung bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen der digitalen Gesellschaft

Co-Autoren dieses Buches sind unter anderem Wolfgang Schäuble, Fredmund Malik, Timotheus Höttges, Henning Kagermannm, Viola Klein, Bert Rürup, Julia Klöckner, Christian Seifert, Tim Leberecht, Dieter Gorny, Christoph Keese, Valerie Niehaus und Dunja Koelwel, Mitbegründerin von xethix.

Die Herausgeber Dr. Alexandra Hildebrandt ist Publizistin, Bloggerin und Nachhaltigkeitsexpertin. Sie leitete die Gesellschaftspolitik bei Arcandor und war beim Deutschen Fußball-Bund Mitglied in der DFB-Kommission Nachhaltigkeit. Werner Landhäußer ist geschäftsführender Gesellschafter der Mader GmbH & Co. KG mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen.

Zum Buch:

  1. Aufl. 2017, Etwa 600 S.Druckausgabe, Softcover, Ladenpreis49,99 € (D)

Erhältlich bei in der Buchhandlung oder via ▶ springer.com/shop

 

Buchtipp: Das Recht, kein Cyborg zu sein

Technik und Mensch0_Der Bundestagswahlkampf geht in seine entscheidende Phase, doch die großen Zukunftsthemen werden kaum verhandelt. Der Punkt Digitalisierung taucht in Debatten nur selten auf, und wenn, dann nur als Schlagwort, mit dem sich Politiker profilieren wollen. Umso erfrischender ist es, dass die Publizistik sich der Frage annimmt. Der Zukunftsforscher Gerd Leonhard hat ein sehr kluges Buch („Technology vs. Humanity: Unsere Zukunft zwischen Mensch und Maschine“), geschrieben, das kürzlich auf Deutsch erschienen ist, berichtet „Spektrum“. …mehr…

 

 

 

 

Terminhinweis: MPE-Special am 17.11.2017 in München – denn Vernetzung geht über das Netz hinaus

 

Monika Freifrau von Pölnitz-Egloffstein (MPE) vernetzt - online wie offline.

Monika Freifrau von Pölnitz-Egloffstein (MPE) vernetzt – online wie offline. (Johanna Link (Foto), Pia Léonie Knoll (Produktion), Julia Weidner (Redakteurin Mode), Sabine Oberhuber (Make-up/Styling)

Am 17. November 2017 ist es wieder soweit – Monika Freifrau von Pölnitz von und zu Egloffstein (MPE) vernetzt beim MPE-Special Vorstände, Firmeninhaber, Geschäftsführer und ähnliche Entscheider.

Wilhelm-Peter und Alexander Ihle ((v.l.n.r.) werden auf dem nächsten MPE Event Business-Insights geben.

Wilhelm-Peter und Alexander Ihle ((v.l.n.r.) werden auf dem nächsten MPE Event Business-Insights geben.

Im Mittelpunkt des Event-Formates „MPE-Special“ steht ein Top-Speaker. Dazu gibt es Verköstigung und einen persönlichen Austausch – in schönen Räumlichkeiten.

Professor Randolf Rodenstock - ein gern gesehener gast auf den MPE Events.

Professor Randolf Rodenstock – ein gern gesehener Gast auf den MPE Events.

Dieses Mal dürfen die Teilnehmer auf einen Vortrag von Wilhelm-Peter Ihle, dem erfolgreichen Jungunternehmer der Landbäckerei Ihle gespannt sein. Er spricht über sein Unternehmen in 4. Generation. Durch die über 20 Jahre lange Freundschaft zwischen der bekannten Networkerin Monika Freifrau von Pölnitz-Egloffstein und Wilhelm-Peter Ihle kam es zu dieser idealen Möglichkeit.

„Denn gerade der persönliche Kontakt ist mir wichtig, auch und ganz besonders in Zeiten des Internets“, sagte die Veranstalterin zu xethix. „Ihle hat sich so sehr vergrößert – und ich schätze die Familie Ihle ganz besonders, so dass ich mir sicher bin, dass dies ein mitreißender Abend mit einem anregenden Austausch wird.“

Dr. mult. Erich Lejeune  zeigte auf einem MPE Event, wie Begeisterung und Emotionen Berge versetzen können, auch und gerade beruflich.

Dr. mult. Erich Lejeune zeigte auf einem MPE Event, wie Begeisterung und Emotionen Berge versetzen können, auch und gerade beruflich.

Immer mehr Sponsoren kommen auf Monika Freifrau von Pölnitz-Egloffstein zu, da auch sie die MPE-Events als wertvolle Plattform sehen. Die Rechtsanwaltskanzlei Wirsing Hass Zoller und die pmOne AG sind unter anderem die Unterstützer des diesjährigen MPE-Special.  Rückblickend auf die vergangenen vier Jahre MPE-Special war ein jeder Vortrag ein besonderes Highlight.

  • Den Einstieg machte Professor Randolf Rodenstock, mit welchem Monika Freifrau von Pölnitz-Egloffstein seit einigen Jahren schon gemeinsam im Vorstand des Naturkundemuseums Bayern – jetzt mit dem Namen BIOTOPIA – ist.
  • Es folgte Dr. mult. Erich Lejeune, mit welchem Monika Freifrau von Pölnitz-Egloffstein vor über zwei Jahren den exklusiven Personality Talk bei muenchen-tv führte.
  • So auch die Politik – der langjährige Kontakt der Organisatorin zu Dr. Günther Beckstein, Bayerischer Ministerpräsident a.D. kam zu einem Vortrag Ende letzten Jahres.
  • Meist fand MPE-Special bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank in München statt, da auch hier ein persönlicher Draht zu dem Direktor der Bank, Stefan Seyler, seit einigen Jahren besteht.
Dr. Günther Beckstein, Bayerischer Ministerpräsident a.D, gab Einblicke in politische Hintergrund-Diskussionen.

Dr. Günther Beckstein, Bayerischer Ministerpräsident a.D, gab Einblicke in politische Hintergrund-Diskussionen.

Bereits heute sind wir auf die weiteren Top-Speaker der MPE-Special Veranstaltungen in den nächsten Jahren gespannt.

Mehr zu den MPE-Events – www.mpe-poelnitz-egloffstein.com oder info@mpe-poelnitz-egloffstein.com

Expertise zur politischen Meinungsbildung und der Bedeutung von Facebook vorgelegt

Dfacebook-logo-1ie Bedeutung sogenannter Intermediäre wie Facebook für die Meinungsbildung (Stichworte: Echokammern, Filterblasen) wird überschätzt.

Einer neuen Expertise zufolge ist Facebook für die meisten Nutzer eine Nachrichtenquelle unter vielen, aber nicht die alleinige Informationsquelle. Die populäre Befürchtung, dass sich die Menschen in Filterblasen bewegten und etwa mit Blick auf die Bundestagswahl nur eingeschränkt informiert seien, muss demnach aus wissenschaftlicher Sicht relativiert werden.

„Ganz meine Meinung? Informationsintermediäre und Meinungsbildung“

Die von der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) in Kooperation mit dem Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) vorgelegte Expertise „Ganz meine Meinung? Informationsintermediäre und Meinungsbildung“ geht der tatsächlichen Bedeutung der Informationsintermediäre für die Meinungsbildung nach, die empirisch bislang wenig untersucht ist. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob und wie wirkungsvoll insbesondere Facebook die Themenwahrnehmung und die Meinungsvermittlung bei politischen Themen beeinflusst.

Mögliche Effekte durch sogenannte personalisierte Nachrichtenquellen

Prof. Dr. Birgit Stark vom Institut für Publizistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz betont, dass die Voraussetzungen für Filterblasen nicht gegeben seien. Gemeint sind damit mögliche Effekte durch sogenannte personalisierte Nachrichtenquellen, beispielsweise im Facebook-Newsfeed. Derzeit seien verhältnismäßig wenige personalisierte und noch viele klassische und somit ausgewogene Quellen zu beobachten, aus denen sich Nutzerinnen und Nutzer informieren. „Wenn sich aber das Verhältnis von personalisierter und klassischer Nachrichtenquelle umkehrt, wenn sich also die Bedeutung klassischer Medien als Informationsquelle verringert, kann sich das auf die Meinungsbildung auswirken“, betont Stark.

Auf den einzelnen Stufen des Meinungsbildungsprozesses zeigten sich ganz spezifische Wirkungseffekte. So könne sich nicht nur die Wahrnehmung gesellschaftlich relevanter Themen, sondern auch die Wahrnehmung des Meinungsklimas verändern. “Das wahrgenommene Themenspektrum wird nicht per se von Facebook eingeengt. Facebook kann aber die Wichtigkeit von Themen verändern“, erläutert die Sprecherin des Forschungsschwerpunkts Medienkonvergenz an der JGU.

Ein signifikanter Effekt für Facebook sei beim wahrgenommenen Meinungsklima zu beobachten. Hier könne es zu einer Gefahr für die Meinungsbildung kommen, wenn gesellschaftliche Randgruppen – unterstützt durch Social Bots oder Fake News – Diskussionen manipulieren, indem sie beispielsweise bestimmte Themen pushen oder gezielt durch Kommentare emotional polarisieren. Die Studie belegt zudem weitere Einflussfaktoren auf die Meinungsbildung, darunter Persönlichkeitseigenschaften wie die Persönlichkeitsstärke oder das eigene politische Interesse und nichtmediale Informationsquellen wie das persönliche Gespräch.

LfM-Direktor Tobias Schmid betont die Rolle der Medienaufsicht: „Es ist gut, dass für Nutzer in der politischen Mitte die Bedeutung von Echokammern überschaubar gering ist. Wir müssen aber auch die politischen Ränder und Extreme im Blick behalten. Die Medienanstalten setzen sich weiter dafür ein, dass sich Menschen ihre Meinungen auf Basis von Tatsachen bilden können und nicht auf Basis manipulierter Nachrichten.“

Die Ergebnisse der Studie „Ganz meine Meinung? Informationsintermediäre und Meinungsbildung – Eine Mehrmethodenstudie am Beispiel von Facebook“ wurden in einem Mehrmethodenmix aus Nutzerbefragung, Datentracking der Internetnutzung sowie in Online-Gruppendiskussionen ermittelt. Erste Teilresultate wurden bereits auf einer Tagung der Medienanstalten Anfang März 2017 in Berlin vorgestellt.

 

Der Einfluss von Algorithmen auf die Meinungsbildung

Im Jahr der Bundestagswahl gibt die Gesellschaft für Informatik e.V. ein Sonderheft des Informatik Spektrums zum Einfluss von Algorithmen auf die öffentliche Meinungsbildung heraus. Die Publikation ist bis zur Bundestagswahl kostenlos im Internet verfügbar.

Am 24. September wird in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. Die Diskussion darüber, welchen Einfluss Algorithmen in sozialen Netzwerken und Suchmaschinen auf die Meinungsbildung haben, reißt nicht ab. Phänomene wie Fake News, Filterblasen, Echokammern, Hassrede, Radikalisierung im Internet und die Beeinflussung der öffentlichen Meinung in der digitalen Sphäre werden intensiv diskutiert und beeinflussen den Wahlkampf. Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) hat nun ein Sonderheft des Informatik Spektrums zum Einfluss von Algorithmen auf die öffentliche Meinungsbildung herausgegeben.

Defizit an verständlichen Informationen

Prof. Dr. Oliver Deussen, Sprecher des GI-Fachbereichs Graphische Datenverarbeitung von der Universität Konstanz und Mit-Herausgeber des Heftes: „Es besteht ein großes Defizit an verständlichen Informationen zu diesem Thema. Auch eine Bewertung der Möglichkeiten der Einflussnahme von Algorithmen auf die Meinungsbildung aus Expertensicht fehlt bisher. Die Debatte um die Nominierung der Präsidentschaftskandidaten in den USA und der Wahlkampf um die Präsidentschaft mit Hilfe von Big-Data-Analysen und sozialen Medien hat dabei eine neue Phase in der Diskussion eingeläutet. Mit diesem Sonderheft wollen wir als Informatiker unseren Beitrag zur aktuellen Debatte leisten und die unterschiedlichen Phänomene aus wissenschaftlicher Sicht einordnen.“

Prof. Dr. Katharina Anna Zweig, GI-Junior Fellow von der TU Kaiserslautern und ebenfalls Mit-Herausgeberin: „Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, wie Algorithmen die öffentliche Meinung beeinflussen könnten: Erstens könnten die Entwicklerinnen und Entwickler bei den großen Plattformen sie gezielt manipulativ gestalten – auch wenn es dafür momentan keinen Anhaltspunkt gibt. Zweitens wird immer wieder diskutiert, dass die Mischung aus menschlichen Nutzern und algorithmischen Systemen zur Abschottung von Gruppen mit bestimmten politischen Meinungen führt – hier ist die Sachlage unklar. Unstrittig ist der dritte Punkt: Algorithmen können von außen manipuliert werden, um Nachrichten nach oben zu pushen. Als Gesellschaft müssen wir die Möglichkeit haben, alle drei Phänomene zu untersuchen und im Zweifelsfall auch zu unterbinden.“ Ein erster Schritt einer umfangreichen Untersuchung ist das von Katharina Anna Zweig mitgegründete „Datenspende“-Projekt von Algorithm Watch.

Informatik-Spektrum Spezial: „Algorithmen und Meinungsbildung“

Im Spezialheft „Algorithmen und Meinungsbildung“ beleuchten acht Beiträge auf kompakte Weise verschiedene Teilaspekte der Diskussion. Nach einem einführenden Artikel der Herausgeber zusammen mit Tobias Krafft behandeln Orestis Papakyriakopoulos, Morteza Shahrezaye, Andree Thieltges, Juan Carlos Medina Serrano und Simon Hegelich das Thema Microtargeting – die gezielte Ansprache von Personen und Gruppen – und die Frage, ob diese Technik auch in Deutschland eingesetzt werden kann.

Tobias Krafft und Katharina Zweig untersuchen in ihrem Beitrag, ob und wie weit die US-Wahl tatsächlich durch soziale Medien beeinflusst wurde. Im Auftragsartikel von Anna Catherin Loll, einer freien Journalistin, werden die wichtigsten netzpolitischen Akteure in Deutschland beschrieben. Die Rolle von Informationsintermediären wie Facebook oder Google News und ihre mögliche Regulierung beleuchtet Wolfgang Schulz und Kevin Dankert.

Uwe Conrad, Direktor der Landesmedienanstalt des Saarlandes, erläutert im Interview, wie man die Medienvielfalt auch im Internet sichern kann. Danach zeigen Jan-Hinrik Schmidt, Sascha Hölig, Lisa Merten und Uwe Hasebrink vom Hans-Bredow-Institut in Hamburg in ihrem Beitrag über Mediennutzung, wie sehr sich Deutschland von den USA in seiner Mediennutzung unterscheidet.

Schließlich geht es um die Frage, was Informatikerinnen und Informatiker in dieser Situation tun können: Dazu wurde ein Artikel von Nicholas Diakopoulos zur Rechenschaftspflicht für algorithmische Entscheidungen aus dem Englischen übersetzt und zusammengefasst. Dieser Beitrag analysiert, wer für die Entscheidungen großer Softwaresysteme verantwortlich gemacht werden sollte und skizziert eine künftige Kultur der Rechenschaftspflicht. Schließlich diskutieren Agata Królikowski und Jens-Martin Loebel aus dem GI-Fachbereich Informatik und Gesellschaft verschiedene Arten von Fake-News. Sie zeigen, wie schwierig eine Bewertung an dieser Stelle ist.

Die Ausgabe des Informatik-Spektrum ist bis zur Bundestagswahl frei im Internet verfügbar und kann hier heruntergeladen werden: https://link.springer.com/journal/287/40/4/page/1.

3 Tipps, die die Zusammenarbeit verbessern und fördern

Bildquelle: Shortel

Bildquelle: Shortel

Digitalisierung, verteilte Standorte, mobile Worker, Vertrauensarbeitszeit im Homeoffice uvm. verändern die Art und Weise der Zusammenarbeit. Immer häufiger entstehen neue Business-Ökosysteme als ökonomische Communitys auf Basis interagierender Unternehmen und Individuen, die Produkte für Kunden herstellen.

Laut aktueller Gartner-Studie gehören diesen bereits mehr als jedes zweite Unternehmen an. Global agierende Akteure arbeiten darin vernetzt zusammen, tauschen Informationen aus und erstellen so neuartige Produkte und Dienstleistungen. 3 Tipps von SER zeigen Ihnen, wie Unternehmen die neue Art der Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams fördern.

 Tipp 1: Schaffen Sie eine sichere Informationsbasis

Wer von effizienter Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette profitieren möchte, benötigt eine gemeinsame Informationsbasis in einer sicheren Arbeitsumgebung. Produktion und Information müssen in Einklang gebracht werden. Der Informationszugang sollte für alle Beteiligten orts- und zeitunabhängig möglich sein, am besten über alle Endgeräte und Browser hinweg, jedoch ohne auf Kosten der Sicherheit zu gehen!

Wer jetzt an Filesharing-Lösungen aus der Cloud denkt, liegt falsch. Denn hier unterliegen die Informationen oft nicht der Hoheit des eigenen Unternehmens und bieten Einfallstore für Cyberangriffe und Co.

Vielmehr eignen sich geschützte virtuelle Projekträume als Alternative, in denen Projektmitglieder Informationen sicher austauschen. Damit schaffen Unternehmen die Voraussetzung, dass alle relevanten Informationen in ihrer aktuellen Form genau in dem Projektkontext bereitstehen, in dem sie benötigt werden.

Tipp 2: Binden Sie externe Projektteilnehmer in Ihre Prozesse ein

Effiziente Teamarbeit endet nicht an Abteilungs- oder Unternehmensgrenzen. Vielmehr erfordert sie, dass sich Partner oder Dienstleister mit ihrem Know-how in wichtige Projekte einbringen. So zum Beispiel im Rahmen von Anlagenbauprojekten, in denen sie relevante Freigaben für Bauzeichnungen geben, oder wichtige Gutachten oder Materialprüfungsdokumente vor Baubeginn bereitstellen. Mit virtuellen Projekträumen lassen sich externe Akteure einfach und sicher in jene Projektprozesse integrieren. Wichtig dabei ist ein sicheres Berechtigungskonzept, mit dem Unternehmen steuern können, wer Zugang in die geschützten virtuellen Räume erhält und wer welche Informationen – auch temporär – einsehen und bearbeiten darf.

Tipp 3: Sorgen Sie für reibungslose Abläufe

Projekterfolg definiert sich u.a. dadurch, dass Teams ihre Projekte im dafür anberaumten Zeitraum abschließen. Das gelingt nicht, wenn Prozesse ins Stocken geraten und Entscheidungen z.B. aufgrund fehlender bzw. veralteter Informationslage fallen.

Mit virtuellen Projekträumen schließen Unternehmen diese Szenarien von vorneherein aus. Projektmitglieder arbeiten stets mit aktuellen Informationen. Sie können sich automatisiert über Vorgänge, neu hinzugekommen oder geänderte Dokumente, erreichte Meilensteine, wichtige Fristen und Termine benachrichtigen lassen. So bleiben sie innerhalb des Projekts immer „up to date“ und können die nächsten Projektschritte ohne Verzögerung in die Wege leiten.

Begrenzte Online-Zeit schützt Kinder im Web nicht

Kindern den Zugang zu Internet und sozialen Medien zu begrenzen, ist keine sinnvolle Schutzmaßnahme. Das zeigt eine Analyse von Experten des britischen Education Policy Institute (EPI)  . Denn letztlich entwickeln Kinder nur online die nötigen Kompetenzen, um mit Online-Bedrohungen umzugehen. Zudem ist Social-Media-Nutzung zumindest in Maßen eigentlich eher von Vorteil für die emotionale Gesundheit junger Menschen – auch, weil sie online leicht Hilfe suchen können, berichtet „Pressetext“. … mehr

 

 

 

 

 

 

Social Media: Die Mär vom Dialog

WP_001268Dialog ist alles. Oder? Mit dem explosiven Erfolg von Online-Netzwerken überschlug sich die Kommunikationsbranche mit gewagten Prognosen. Vom neuen Zeitalter des Dialogs war die Rede. Von Partizipation und Kundengesprächen auf Augenhöhe. Aber wird dieser Anspruch heute wirklich gelebt? Ist es überhaupt sinnvoll, alle Schalter auf Dialog zu stellen?

komm.passion hat nachgehakt und in einer explorativen Studie die Sprache professioneller Facebook-Seiten untersucht. Das Ergebnis dieser – zugegeben subjektiven – Auswahl: Wenn überhaupt, spielt Dialog eine Nebenrolle. Aber das muss kein Defizit sein.

Wenig erforscht

Social Media haben die digitale Welt verändert. Sie ist schneller, interaktiver und mobiler als je zuvor. Allein Facebook hat in Deutschland 30 Millionen aktive Nutzer. Drei Viertel loggen sich jeden Tag ein. Sie veröffentlichen, teilen und kommentieren Inhalte, äußern sich zu relevanten wie banalen Themen. Die professionelle Kommunikation muss Schritt halten: Sie beobachtet und macht sich sichtbar, sie agiert und reagiert.

Die wissenschaftliche Forschung zur Unternehmenskommunikation im Social Web steht noch am Anfang. Vor allem die sprachlichen Aspekte sind bislang kaum beleuchtet. Deshalb haben komm.passion-CEO Prof. Dr. Alexander Güttler und Andreas Brüser, Berater bei komm.passion und Doktorand an der Universität Münster, gefragt: Was macht professionelles Sprechen im Social Web aus? Und: Steht der offene Austausch mit Usern wirklich an erster Stelle? Die komplette Studie erscheint im Springer-Handbuch „Sprache in den Public Relations“, herausgegeben von Cathrin Christoph und Annika Schach.

Impuls statt Dialog

„Branchen-Websites und Praxis-Ratgeber sprechen oft vom ‚König Dialog‘“, sagt Andreas Brüser. „Das wollten wir mit unserer Forschung hinterfragen und an der Realität prüfen.“ Dazu hat komm.passion exemplarisch die Facebook-Auftritte von EDEKA, Volkswagen und Amazon analysiert.

Mit einem klaren Ergebnis: „Die Seiten funktionieren nicht als Dialogplattformen, sondern als Impulsstrecken, die immer wieder Anlass zur Beschäftigung mit dem Unternehmen, den Produkten und Angeboten bieten“, sagt Alexander Güttler. „Vom oft geforderten Primat der Pull-Kommunikation kann hier nicht die Rede sein.“

Die Studie analysiert die Sprache von 238 Facebook-Posts aus dem vierten Quartal 2016 (Volkswagen: 103, Amazon: 66, EDEKA: 68). Als Vergleichsfolie dienen 197 Pressemitteilungen der Unternehmen aus demselben Zeitraum (Volkswagen: 62, Amazon: 71, EDEKA: 64). Im Fokus stehen unter anderem die Textthemen- und Nachrichtenwertanalyse sowie die Frage nach der Textstilistik.

Produkte und Marketing-Themen

Bei der Themenwahl gibt es klare Schwerpunkte und Unterschiede zwischen der Facebook- und Pressekommunikation. In einem von zwei Volkswagen-Posts geht es um Produktthemen wie etwa technische Eigenschaften oder andere Kaufaspekte. Amazon bewirbt in drei von vier Posts Handelsangebote und Marketingaktionen. Auch EDEKA legt den Fokus auf Marketing-Themen, wobei Dialog und Kontakt hier eine etwas größere Rolle spielen.

 

(Bild: komm.passion)

(Bild: komm.Passion)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei den Pressetexten rücken News zum Unternehmen bei Volkswagen und vor allem EDEKA stärker in den Blick. Zudem sprechen alle Unternehmen hier eher über CSR (Corporate Social Responsibility) als auf Facebook. Dialog und Kontakt spielen hingegen überhaupt keine Rolle. Sowohl bei Volkswagen als auch Amazon stimmen die Top-Themenkategorien auf Facebook und in der Pressearbeit überein.

„Bereits die Themenanalyse lässt vermuten, dass Facebook für die untersuchten Unternehmen vor allem ein verlängerter Werbe- und Push-Kanal ist“, sagt Andreas Brüser. „In der Pressearbeit geht es bei Volkswagen und EDEKA eher um klassische PR-Themen, während Amazon auch hier häufig pure Marketinginhalte bringt.“

Kaum Nachrichtenwert

Nachrichtenfaktoren, also journalistische Auswahlkriterien für News wie Aktualität, Status und Nähe, spielen bei den Facebook-Texten eine viel geringere Rolle als in der Pressearbeit. Während drei von vier VW-Pressemitteilungen einen Nachrichtenwert haben, ist das nur bei einem von zehn Posts der Fall.

Bei Amazon und EDEKA ist das Verhältnis ähnlich, wobei EDEKA-Pressetexte etwas öfter News Value bieten. Das Unternehmen legt viel Wert auf regionale Informationen, was sicher der genossenschaftlichen Struktur geschuldet ist. „Das Fehlen des Nachrichtenwerts auf Facebook könnte als Signal verstanden werden, dass hier Dialog wichtiger ist als die Übermittlung von Informationen“, sagt Alexander Güttler. „Dass dies aber nicht so ist, zeigt die Analyse der Textstile.“

 

(Bild: komm.passion)

(Bild: komm.passion)

 Ratgeber scheitern an der Realität

Die sprachwissenschaftliche PR-Forschung unterscheidet nach Dr. Annika Schach, Professorin für angewandte Public Relations an der Hochschule Hannover, zwischen vier Textstilen:

  • Informativ (sachlich, beschreibend) – Beispiel Nachricht
  • Imageprägend (argumentativ, werbesprachlich) – Beispiel Imagebroschüre
  • Dialogorientiert (fragend, auffordernd) – Beispiel Diskussionsfrage
  • Obligativ (selbstverpflichtend) – Beispiel Code of Conduct

Die gängige Ratgeberliteratur zum „richtigen“ oder „erfolgreichen“ Schreiben empfiehlt zwei Texttypen: den dialogorientierten Social-Media-Text, der zum offenen Austausch mit Usern anregt, und die sachlich-beschreibende Pressemitteilung, die sich an journalistischen Standards orientiert. Glaubt man den Websites und Büchern, müssten die untersuchten Facebook-Posts also dem dialogorientierten Stil folgen und die Pressetexte dem informativen. Aber in der Praxis sieht das anders aus.

Fast zwei Drittel der Posts von Volkswagen und Amazon sind rein imageprägend, orientieren sich also an der Werbesprache. Bei EDEKA ist der Anteil kleiner. Dabei legt das Unternehmen mehr Wert auf Information als auf Dialog. Nur zwei von fünf Posts von Volkswagen und EDEKA sowie einer von fünf Amazon-Texten sind rein dialogorientiert. In einigen Fällen kombinieren die Posts auch imageprägende und dialogorientierte Aspekte.

Ein Beispiel ist dieser Volkswagen-Text vom 22. November 2016, der als Teaser auf eine neue Produkt-Website verlinkt. Er verbindet eine klassische Push-Sendung mit der Aufforderung zur kommunikativen Reaktion:

„Nicht mehr wegzudenken – der neue Golf mit Facelift. Wie gefällt er euch? #vwgolf #volkswagen. Mehr dazu: golf.volkswagen.com/de/de/index.html= soc-qb.“

 

 Pressetexte im Marketingsprech

Auch die Pressemitteilungen weichen zum Teil stark vom sachlich-informativen Idealtyp der Ratgeberliteratur ab. Während bei Volkswagen noch knapp über die Hälfte der Texte rein informativ sind, trifft das nur auf 45 Prozent der Amazon- und 39 Prozent der EDEKA-Pressemitteilungen zu. Neben der Kombination von informativen und imageprägenden Elementen spielt gerade bei EDEKA der rein imageprägende Stil mit 34 Prozent eine wichtige Rolle. Ein Beispiel dafür ist der folgende Auszug aus einem Pressetext vom 25. Oktober 2016, der mit vielen Hochwertwörtern arbeitet:

„Meisterliche Leistung: Beim bundesweiten Wettbewerb um „Deutschlands beste Wurst-Theke 2016“ geht EDEKA Schwaiberger in der Neuburger Straße 104 in Passau als Sieger hervor. […] Zahlreiche Spezialitäten, konsequente Kundenorientierung und erstklassig geschultes Fachpersonal überzeugten die Kunden und Experten-Jury um Sternekoch Johann Lafer gleichermaßen. Sie wählten den Markt aus Passau in der gestrigen Finalrunde auf der Stromburg zur Nummer eins unter den zehn besten Wursttheken.“

Mehr Dialog gleich mehr Erfolg?

„Wir sind in den Social Media auf viel Produkt- und Marketingkommunikation gestoßen, auf geplante Impulsketten und immer wieder fröhlich inszenierte Dialog- und Pseudodialog-Aktionen“, sagt Alexander Güttler. Ist das nun gut oder schlecht? Das lasse sich so nicht beantworten. Denn es brauche zum einen mehr Daten und zum anderen sei nicht klar, wie die Botschaften bei den Rezipienten wirklich angekommen sind – beides Themen für weitere Untersuchungen.

Die Ergebnisse der Studie fasst der komm.passion-Chef so zusammen: „Wir haben es mit Unternehmen zu tun, die erfolgreich Produkte und Images verkaufen. Da ist es nicht verwunderlich, dass wir dies auch in der Social-Media-Kommunikation finden. In Expertendiskussionen hören wir immer wieder, dass das Internet erwachsen wird und dabei auch schlichtweg ‚normal‘.

Vermutlich haben wir in der Analyse ein weiteres Indiz dafür gefunden, was mit ‚normal‘ gemeint ist. Was nicht heißen soll, dass bei der Inszenierung von Themen und Dialogen sowie bei der Einbindung von Rezipienten in die Weiterentwicklung von Produkten und Unternehmen nicht noch Luft nach oben ist.“

Lern-Apps machen Kinder nicht klüger

Die meisten Bildungs-Apps für Kinder haben einen zu geringen Lerneffekt, wie eine neue Studie der Swinburne University zeigt. Laut Studienleiterin Kate Highfield sind viele Faktoren an den Apps zu verbessern: „Viele Applikationen haben einen zu einfachen Inhalt, deshalb wiederholen Kinder nur das, was sie schon wissen, anstatt Neues zu erlernen.“ Das berichtet „Pressetext“. … mehr

 

Das Ende des Plagiats – die Zukunft des geistigen Eigentums

20170516_Die_Zukunft_des_geistigen_EigentumsDie Marktbewertung von Unternehmen beruht zu fast 87 Prozent auf immateriellen Werten wie geistigen Eigentumsrechten und gewerblichen Schutzrechten (Intellectual Property / IP). Die zuständigen Behörden weltweit wie Patent- und Markenämter können mit der ständig steigenden Menge an Schutzrechten kaum noch Schritt halten.

Auch Unternehmen müssen sich auf immer kürzere Innovationszyklen einstellen und deshalb immer schneller immer mehr anmelden. Künftig werden Unternehmen ihr geistiges Eigentum verstärkt eigenständig generieren, nutzen und letztlich auch schützen.

Technologien wie künstliche Intelligenz oder Blockchain

Technologien wie künstliche Intelligenz oder Blockchain ergänzen zunehmend die etablieren Schutzmechanismen von Behörden und Unternehmen. Innovation entsteht künftig immer stärker in der Interaktion mit dem Kunden. Kommunikation ist die Basis und Daten sind die Substanz für neues geistiges Eigentum.

Die Folge: der Tod des Plagiats.

Die Gemeinschaftsstudie „Die Zukunft des geistigen Eigentums“ des Trendforschungsinstituts 2b AHEAD und der Dennemeyer-Gruppe gibt 28 Strategieempfehlungen für Unternehmen, die das Potenzial ihres geistigen Eigentums voll ausschöpfen wollen.

„Die Digitalisierung wird auch das Management des geistigen Eigentums in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Für Unternehmen bieten Technologien wie Blockchain oder künstliche Intelligenz Chancen“, erläutert Dr. Sevim Süzeroglu-Melchiors, Leiterin der IP-Beratung Dennemeyer Consulting. „Sie können sich bei immer mehr Aufgaben von intelligenten Technologien unterstützen lassen, um so von der ständig wachsenden Zahl an Schutzrechten wie Patenten, Marken, Designs oder Gebrauchsmustern nicht überfordert zu werden.“

Das ist eines der Ergebnisse der neu veröffentlichten Trendstudie „Die Zukunft des geistigen Eigentums“ des Leipziger Trendforschungsinstituts 2b AHEAD ThinkTank und der Dennemeyer-Gruppe, einem Full-Service-Dienstleister für die IP-Branche. Die Studie zeigt, wie Unternehmen durch den Einsatz von Technologie in Zukunft geistiges Eigentum generieren, managen, schützen und nutzen.

Sie zeigt aber auch, wie das bestehende Schutzrechtssystem dadurch unter Druck gerät. Die Studie gibt 28 präzise Strategieempfehlungen, wie IP-Manager, Patentanwälte und Innovationsverantwortliche aller Branchen ihre Zukunft aktiv gestalten können. Die qualitative Delphi-Studie basiert auf den Aussagen ausgewählter Experten. Sie sind Wissenschaftler, Patentanwälte mit unterschiedlichen Branchenspezialisierungen, Innovationsleiter und Technologieanbieter.

Der Wandel des Schutzrechtssystems

Die Studie stellt fest: Die Innovationszyklen der Unternehmen werden kürzer, die Entwicklungsgeschwindigkeit steigt. Unternehmen bringen immer schneller neue Produkte auf den Markt. Konträr dazu dauert ein durchschnittliches Patentverfahren 24 bis 30 Monate. Es entsteht ein Geschwindigkeitsgap, welches Patent- und Markenämter zunehmend unter Druck setzt.

„Sofern Patent- und Markenämter das Bedürfnis der Unternehmen nach Geschwindigkeit nicht bedienen, werden diese eigene Lösungen entwickeln. Sie werden auf der Basis neuer Technologien – wie etwa der Blockchain – Parallelsysteme herausbilden. Der IP-Sektor re-reguliert sich dann de facto selbst“, sagt Michael Carl, Managing Director Research & Analysis des 2b AHEAD ThinkTanks und einer der Autoren der Studie.

Know-how wird zum Erfolgsträger von Unternehmen

Eine zentrale Erkenntnis der Studie ist, dass der entscheidende Teil des geistigen Eigentums eines Unternehmens in den Köpfen der Mitarbeiter steckt. Ihr Know-how wird zum Erfolgsträger von Unternehmen.

Dabei treiben Projektarbeiterschaft und eine hohe Fluktuation in Unternehmen digitale Lösungen voran, um das benötigte Know-how im Unternehmen schneller und besser auszuwählen und letztlich zuverlässig zu speichern. „Die Voraussetzung dafür ist ein Omni-IP-Management. Vom Know-how über Schutzrechte bis hin zu allen weiteren Daten- und Informationspunkten wird hier das Wissen eines Unternehmens gespeichert, vernetzt, nutzbar gemacht und letztlich weiterentwickelt“, sagt Dr. Sevim Süzeroglu-Melchiors.

Geistiges Eigentum entsteht in Zukunft in der Interaktion mit dem Kunden.

Daten sind die Substanz des geistigen Eigentums der Zukunft. Der Kunde rückt in den Fokus der Produktentwicklung. Mit dem Internet der Dinge entstehen neue Orte, an denen Daten über den Kunden erhoben werden. Diese ermöglichen es, die Wünsche des Kunden zu erkennen und letztlich Produkte und Dienstleistungen an diese anzupassen.

Indem etablierte Anbieter diese neuen Möglichkeiten der Individualisierung bereits nutzen, zwingen sie auch ihre Wettbewerber dazu, diesen Schritt zu gehen. Tun sie dies nicht, wird der Kunde sie über kurz oder lang nicht mehr als relevant wahrnehmen. Michael Carl, erläutert: „Kunden erwarten individuelle Produkte, die sich laufend ihren Bedürfnissen anpassen. Eine Voraussetzung dafür ist eine stete Interaktion mit dem Kunden. Mit den Daten der Kunden entsteht das Produkt der Zukunft. Ausgehend vom geistigen Eigentum entsteht eine Produktklasse, die nicht mehr kopierbar ist.“

Der Tod des Plagiats

Ein Produkt wird in Zukunft in dem Moment fälschungssicher, in dem die Daten des Kunden direkt in das Produkt einfließen, dort verarbeitet werden und das Produkt sich automatisch den situativen Bedürfnissen des Kunden anpasst. Dr. Sevim Süzeroglu-Melchiors: „Indem Kunden Produkte nutzen und sich Produkte durch und während der Interaktion mit dem Kunden entwickeln, wird die Nutzung selbst zum Schutzmechanismus.“ Michael Carl ergänzt: „Eine aus Kundensicht wertvolle interaktive Lösung ist immer ein Original. Konkret bedeutet das den Tod des Plagiats.“

Internetkonsum hat sich binnen drei Jahren verdreifacht

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Bildquelle: AVG 2014

Das Smartphone ist immer dabei, Emojis und Video-Schnipsel sind das neue Telefonieren und YouTube-Stars die größten Idole: Kinder und Jugendliche in Deutschland sind immer früher, immer länger und immer mobiler im Netz unterwegs.

Während 2014 noch 39 Prozent der 6- bis 7-Jährigen angaben, zumindest gelegentlich das Internet zu nutzen, ist es heute bereits rund die Hälfte (48 Prozent). Auch die verbrachte Zeit im Internet stieg in diesem Zeitraum sprunghaft an, von 11 Minuten 2014 auf heute 39 Minuten täglich. Ähnlich sieht die Entwicklung bei den 8- bis 9-Jährigen aus.

Die verbrachte Zeit im Internet hat sich dabei binnen drei Jahren fast verdreifacht

Hier steigerten sich die Werte der Internetnutzer auf 81 (2014: 76) Prozent. Die verbrachte Zeit im Internet hat sich dabei binnen drei Jahren fast verdreifacht von damals 16 auf heute 43 Minuten. Deutlich öfter als noch vor drei Jahren nutzen Kinder und Jugendliche Smartphones und Tablets, oft sogar die eigenen.

Während vor drei Jahren erst 20 Prozent der 6- bis 7-Jährigen ein Smartphone beziehungsweise Handy nutzten, sind es jetzt 38 Prozent, die Tablet-Nutzung stieg gar von 28 auf 64 Prozent. Über ein eigenes Smartphone verfügen 67 Prozent der 10- bis 11-Jährigen (2014: 50 Prozent), ab 12 Jahren gehört das Gerät dann für so gut wie alle Jugendliche zur Standardausstattung.

Insgesamt betrachtet haben 87 Prozent der Kinder ab 10 Jahren ein eigenes Smartphone (2014: 79 Prozent), beim Tablet sind es 33 Prozent (2014: 17 Prozent). „Der Medien- und Internetkonsum von Kindern und Jugendlichen wird immer mobiler. Ins Internet ‚zu gehen‘ ist den Kindern von heute völlig fremd, sie sind ‚always on‘ – egal wo und egal wann“, sagte Bitkom-Vizepräsident Achim Berg bei der Vorstellung der Studie, für die 926 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren befragt wurden. „Die Generation Y ist in die entstehende digitale Welt reingewachsen. Die Generation Z ist nun die erste Altersgruppe, die vom Kindesalter an mit digitalen Technologien aufwächst.“

Das Smartphone wird bereits von den Jüngsten als mobiler Alleskönner eingesetzt.

88 Prozent nutzen es zum Telefonieren, es folgen Musik hören (83 Prozent), Messenger (82 Prozent), Kamera und Internet (je 78 Prozent) sowie andere Anwendungen (61 Prozent). Mehr als jeder Zweite (51 Prozent) sagt, dass er sich ein Leben ohne Handy nicht mehr vorstellen kann. Allerdings ist das Smartphone in jeder vierten Familie offenbar auch Grund zur Diskussion. So sagen 26 Prozent der Smartphone-Nutzer im Alter von 10 bis 18 Jahren, dass es zu Hause oft Streit gibt, weil das Handy zu viel genutzt wird.

Im Unterschied zum Smartphone werden stationäre und sperrigere Geräte wie Computer und Laptop immer unbeliebter, genauso wie Geräte ohne Internetzugang. Einen eigenen Fernseher haben beispielsweise nur noch 32 Prozent (2014: 41 Prozent). Dafür wird der Smart TV immer beliebter: 2014 besaßen 7 Prozent einen Smart-TV, heute haben bereits 29 Prozent der Kinder und Jugendlichen einen internetfähigen Fernseher.

Im Internet wird aber zunehmend mobil gesurft. Während 2014 noch 46 Prozent mit dem stationären PC ins Internet gingen, sind es heute nur mehr 35 Prozent. Die Beliebtheit des Laptops zum Surfen sank im gleichen Zeitraum von 65 auf 49 Prozent. Tablet und Smartphone steigerten sich hingegen um 19 beziehungsweise 12 Prozentpunkte auf 48 und 77 Prozent.

Bei den sozialen Netzwerken und Messengern dominiert WhatsApp quer durch alle Altersgruppen: 72 Prozent der 10- bis 11-Jährigen nutzen den Chatdienst bereits. Bei den älteren Jugendlichen ab 14 Jahren ist es dann beinahe jeder (96 Prozent). Auch die Beliebtheit anderer Netzwerke steigt mit zunehmendem Alter deutlich. YouTube nutzen etwa jeder zweite 10- bis 11-Jährige (51 Prozent) und drei Viertel aller 16- bis 18-Jährigen (76 Prozent) zumindest ab und zu auch aktiv. Die hohe Beliebtheit der Sozialen Netzwerke zeigt sich auch darin, dass bereits mehr als jeder Dritte (36 Prozent) sagt, dass der eigene Lieblingsstar ein YouTube-Star ist.

Damit sind die sogenannten Social Influencer beliebter als Idole aus den klassischen Bereichen Sport (23 Prozent) und Schauspiel (18 Prozent). „Die ‚Generation Z‘ schafft sich ihre eigenen Idole. Social-Media-Stars wie Sami Slimani oder Dagi Bee faszinieren Teenager und haben ein Millionenpublikum“, so Berg. Das haben inzwischen auch Unternehmen erkannt. Internetstars tauchen zunehmend im klassischen Marketing, etwa in TV-Werbespots und Magazinanzeigen auf. „Immer öfter hören Eltern als Berufswunsch ihrer Kinder: YouTube-Star.“

Nicht nur das Phänomen Social-Media-Star profitiert vom „always on“ der Jugendlichen, auch Streaming-Anbieter wie Spotify oder Deezer haben Zulauf. Musik hörten 2014 noch 59 Prozent der jungen Generation online, mittlerweile sind es 66 Prozent. Damit hat das klassische Musikhören von CDs nur noch einen minimalen Vorsprung von 2 Prozentpunkten gegenüber dem Musikstreaming. Im Videobereich hat Streaming DVD und Blue-Ray bereits überholt.

Ihre Internetaktivitäten betrachten Kinder und Jugendliche recht reflektiert.

62 Prozent geben an, dass sie darauf achten, welche persönlichen Informationen sie über sich selbst ins Netz stellen. 54 Prozent sagen außerdem, dass sie darauf achten, welche Informationen, zum Beispiel Fotos oder Kommentare, über sie im Internet sichtbar sind. „Die meisten Jugendlichen gehen im Internet sorgsam mit persönlichen Informationen um. Dazu trägt auch die aktive Einflussnahme der Eltern bei“, sagte Berg.

Sechs von zehn der befragten Kinder und Jugendliche sagen, dass ihre Eltern sie darum bitten, nicht zu viel Privates preiszugeben. Beinahe ebenso vielen (57 Prozent) erklären die Eltern auch, was im Netz erlaubt ist und was nicht. Nur jeder Zehnte sagt, dass es die Eltern nicht kümmert, was er im Internet tut. „Gerade Kinder dürfen im Internet nicht allein gelassen werden. Wichtig ist, dass Eltern ihre Kinder von Anfang an begleiten und unterstützen, indem sie gemeinsam mit ihnen in diese Welt eintauchen“, so Berg.

Darüber hinaus sollte die Vermittlung von Internetkompetenz aus Sicht des Bitkom einen festen Platz in den Lehrplänen der Schulen bekommen, um Kindern und Eltern Orientierung zu geben. Weitere Informationen und praktische Tipps vom sicheren Surfen im Web über kostenlose Jugendschutzprogramme bis hin zur Soforthilfe im akuten Mobbing-Fall bieten zahlreiche private und staatliche Initiativen.

Eine Übersicht mit den wichtigsten Hinweisen für Eltern und weiterführenden Links hat der Bitkom hier zusammengestellt.

Launch eines neuen Networking Events für die Medien – MPE-Media-Connect

Monika Frfr. v. Pölnitz-Egloffstein (Fotograf: Tino Zahedi)

Monika Frfr. v. Pölnitz-Egloffstein (Fotograf: Tino Zahedi)

Im Juni 2017 startet die bekannte Networkerin Monika Freifrau von Pölnitz Egloffstein (MPE) ihren neuen Event.

Bereits seit 21 Jahren vernetzt die Münchner Network-Unternehmerin Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, Politik, Kunst und Kultur und den Medien. Schon längere Zeit wurde sie angesprochen, ob sie nicht auch einen Event für die Medien-Szene anbieten könnte. Jetzt ist es so weit.

Gleich zu Beginn der FILMTAGE findet das „MPE-Media-Connect” am 20. Juni 2017 auf dem Bavaria Filmgelände, in München-Geiselgasteig, statt. Bereits viele namhafte Gäste haben sich zum Auftakt angemeldet.

Dieser Event vernetzt Schauspieler, Produzenten, Regisseure, Moderatoren, Redakteure und Fotografen aus Film und Fernsehen, sowie Profis der Presse und des Hörfunks. Auf die Teilnehmer wartet ein aufregendes Programm und die persönliche Vernetzung durch MPE.

Markus Vogelbacher, Julia Tanz und Bernie Stampfer (v.l.n.r.)

Markus Vogelbacher, Julia Tanz und Bernie Stampfer (v.l.n.r.)

Schon seit längerer Zeit nehmen Markus Vogelbacher und Bernie Stampfer, von der auf dem Bavaria Filmgelände ansässigen International Film Partners (IFP) Entertainment, an den MPE-EVENTS teil. Für den Launch des MPE-Media-Connect stellen sie ihr Unternehmen als Gastgeber zur Verfügung.

Zu Beginn des Abends wird es eine VIP-Bavaria-Filmtour geben – darauf folgen spannende Kurzvorträge aus der Branche, zum Thema Film und Entertainment.

 Das Bavaria Filmgelände eignet sich ideal zur Einführung des neuen Medien-Events.

„MPE-Media-Connect“ wird einmal im Jahr stattfinden – und die Medien-Szene zielgerichtet vernetzen.

Mehr dazu: www.mpe-poelnitz-egloffstein.com

info@mpe-poelnitz-egloffstein.com

Digitale AusZeit für Familie, Schule und Kita

„Mit Freude kündige ich den ersten analogen Cartoon-Kalender zur digitalen Mediennutzung für Kinder und Erwachsene in Familie, Schulen und Kitas an. Er ist bereits hier vorzubestellen und kommt im August/September 2017 in die Läden“ – schreibt Prof. Gerald Lembke auf seiner Webseite. „Damit unterstützte ich aktiv die Organisation von digitalen AusZeiten in den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen – so dass unsere Kinder wieder den Kopf frei(er) bekommen und sich geistig, seelisch und körperlich besser entwickeln können.“ … mehr

 

Fake News – die gehören zum Leben

Der ehemalige Datenschutzbeauftragte Peter Schhar schreibt auf „DIVSI“: In den Medien mehren sich Befürchtungen, die in diesem Jahr stattfindenden Wahlen in Europa könnten durch Fake News beeinflusst werden. Solche Befürchtungen erscheinen begründet – insbesondere vor dem Hintergrund des jüngsten US-Wahlkampfs. Vieles spricht dafür, dass der Erfolg der Wahlkampagne von Donald Trump auch durch den systematischen Einsatz des Instruments Fake News zu erklären ist. … mehr

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