Category Archives: Digitale Medienkultur – xethix Diskurs

Sprachnachrichten: Eine neue Art der Kommunikation?

Problematische HandynutzungDie Frage „Bist du bei Instagram?“ ist das neue „Kriege ich deine Telefonnummer?“.  Jahrelang haben Forscher darüber gesprochen, wie das Schreiben die Kommunikation beeinflusst. Inzwischen sieht man in den Innenstädten aber wieder vermehrt Menschen, die in ihre Telefone sprechen, berichtet „detektor“.fm. … mehr …

 

Sind digitale News der neue Industriezucker?

WürfelzuckerIn seinem Buch “Eine Blume für Zehra” beschreibt Andreas Malessa auf den S. 105 – 106 eine Schlüsselszene meines Lebens: Nach erfolgreicher Banklehre traf ich an der Universität Tübingen im VWL-Studium auf das Menschenbild des “Homo oeconomicus”. Dieser kalkuliere “informiert und rational” vor jedem weiteren Konsum (im damaligen Beispiel “Kuchen und Eis”) den “abnehmenden Grenznutzen”. Ein Beitrag auf „Scilogs“. … mehr

 

 

 

 

Sicheres Internet 2020: In diese Fettnäpfchen sollten Sie nicht treten

2020Gute Vorsätze zum neuen Jahr sind so selbstverständlich wie die Antivirensoftware auf PC und Smartphone. Wer keine Lust darauf hat, schon wieder mit dem Rauchen aufzuhören oder mehr Sport zu treiben, der könnte sich in 2020 vielleicht dem sicheren Internet verschreiben. Und dafür muss er gar nicht viel tun, sondern nur vier Dinge einfach sein lassen, sagen die Security-Experten von ESET. Denn wer die Cyber-Fallen 2020 kennt, tappt erst gar nicht in sie herein.

„Weniger ist mehr: Damit hat der Volksmund insbesondere im Internet völlig recht. Die meisten Probleme handeln sich Surfer durch unbedachte Aktivitäten ein. Wer einfach mal den Finger still hält und nicht wahllos klickt, erhöht sein Sicherheitslevel enorm“, sagte Thomas Uhlemann, Security Specialist bei ESET.

Verwenden Sie kein Windows 7 mehr

Am 14.1.2020 wird Microsoft den Support für das Betriebssystem beenden. Das bedeutet, dass selbst schwerwiegende Lücken und Schwachstellen nicht mehr per Update geschlossen werden. Noch immer setzen laut ESET-Daten rund 30 Prozent der Anwender auf das ergraute Betriebssystem. Unser Tipp: Ein Umstieg auf Windows 10 oder Linux lohnt sich mehr denn je.

Finger weg von „Tunern“ und „Optimizern“

Auch wenn die Versprechen gut klingen: Auf modernen Betriebssystemen ist es nicht notwendig, Tools wie Tuner oder Optimizer einzusetzen. Und wenn es schon so sein soll, dann bitte nicht gleichzeitig anwenden! Das verlangsamt das System eher, als dass es schneller wird. Setzt man statt herkömmlichen Festplatten SSD-Speicher ein, schädigen mögliche Optimierungs- und vor allem Defragmentierungsversuche gar die Komponenten bis zur Zerstörung. Unser Tipp: Finger weg.

Lassen Sie dubiose Apps oder Webseiten sportlich links liegen

Sportereignisse haben sich in der Vergangenheit als das El Dorado für Cyberkriminelle erwiesen. So werden sie auch in 2020 die Big Events wie Olympia oder die Fußball EM mit fragwürdigen Apps, illegalen Streams oder angeblichen Webseiten mit exklusiven Hintergrundinformationen fluten. Und das perfide daran: Sie werden sogar Geld einfordern, um so den Schein der Seriösität zu wahren. Neben Phishing und Malware drohen nun auch teure Abofallen. Unser Tipp: Lieber auf renommierte Anbieter setzen.

Verstehen Sie nicht IT-Security als „die Aufgabe der anderen“

Unser Leben ist längst „smart“ Dank Alexa, Smartphones und generell dem Internet der Dinge. Doch die Digitalisierung unseres Alltags bringt unangenehme Schattenseiten ans Licht: Lauschangriffe durch externe Mitarbeiter bei Sprachassistenten, Kinderuhren mit fragwürdigem GPS-Tracking, Router mit Standard-Passwörtern oder gar ungeschützte WLAN-Lampen. Informieren Sie sich vor dem Kauf, welche möglichen Stolpersteine drohen und wie die Geräte sicher betrieben werden können. Unser Tipp: trau, schau, wem!

Zu guter Letzt: Vier Basisregeln, die immer gelten

  1. – Setzen Sie eine Internet Security Software ein, die neben E-Mails und Webseiten auch Wechselmedien wie USB-Sticks, die Netzwerkschnittstellen und den Arbeitsspeicher auf Malware überprüft.
  2. – Spielen Sie Updates des Betriebssystems, von Software, Apps oder der Firmware automatisch ein. Geht dies nicht prüfen Sie regelmäßig, ob Aktualisierungen vorliegen.
  3. – Öffnen Sie Mails immer mit Vorsicht – vermeiden Sie Klicks auf Links und auf Anhänge. Im Zweifel sollten Sie dubiose Nachrichten lieber löschen.
  4. – Erstellen Sie Backups, damit Ihre digitalen Schätze nicht verloren gehen.

1,5 Millionen Jugendliche werden jede Woche erneut Zeuge von Cybermobbing

lovemobMobbing findet heute nicht mehr nur in der Schule oder am Arbeitsplatz statt – längst ist dieses Problem auch Bestandteil der digitalen Welt. Die Mobilfunkmarke O2 möchte dem jetzt entgegenwirken und startet mit prominenter Unterstützung einen deutschlandweiten Aufruf, um sich für Freiheit im Netz stark zu machen: Mit dem #LOVEMOB bekommen Betroffene, die Anfeindungen und Beleidigungen im virtuellen Raum erleben, jetzt Unterstützung. Damit möchte O2 den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und die Menschen in Deutschland zu mehr digitaler Zivilcourage ermutigen.

Meinungsfreiheit und grenzenloser Kommunikation

Viele Menschen fühlen sich jedoch immer wieder durch Beleidigungen, Bedrohungen, Bloßstellungen oder Belästigungen anderer, die tagtäglich stattfinden, in ihrer Freiheit eingeschränkt. Während Erwachsene im Alter von 20-39 Cybermobbing primär auf Facebook erleben, werden Jugendliche am häufigsten auf WhatsApp und Instagram mit diesen Erfahrungen konfrontiert.

Welches Ausmaß Mobbing im Internet in Deutschland bereits erreicht hat, macht eine aktuelle repräsentative GfK-Studie zum Thema „Cybermobbing“ im Auftrag von O2 deutlich: 76 Prozent der jungen Deutschen geben an, schon einmal Cybermobbing mitbekommen zu haben, 1,5 Millionen Jugendliche werden sogar jede Woche erneut Zeuge von Cybermobbing. Und jeder Vierte der 14-19-Jährigen war selbst schon mindestens einmal betroffen.

Deshalb ruft O2 jetzt zusammen mit Fußballprofi Mats Hummels, Moderatorin Palina Rojinski, YouTuberin Dagi Bee und Sänger Mike Singer zum deutschlandweiten #LOVEMOB im Netz auf. Denn die Menschen, die dort Gehässigkeiten abbekommen, brauchen Menschen, die ihnen zur Seite springen und digitale Zivilcourage zeigen. Also ganz so, wie sie es offline schon tun: 79 Prozent der Befragten geben an, dass sie versuchen würden zu helfen oder Hilfe zu holen, wenn sie sehen, wie jemand auf der Straße beleidigt oder angegriffen wird. Finden Übergriffe online statt, gibt nur jeder Zweite der Befragten an, Betroffene zu unterstützen.

„Genau an dieser Stelle möchten wir mit dem #LOVEMOB ansetzen – durch ihn sollen Online Nutzer dazu bewegt werden, bei der Beobachtung von Mobbing im Internet nicht einfach drüber hinwegzulesen, sondern selbst aktiv zu werden“, sagt Wolfgang Metze, Privatkundenvorstand bei Telefónica Deutschland, dem Mutterkonzern von O2. „Denn wir von O2 möchten als Marke, die für Freiheit steht, dafür sorgen, dass sich Menschen uneingeschränkt im Netz bewegen können.“

Mit Liebe und Respekt für mehr Zivilcourage und Zusammenhalt im Netz

Das Einander-Helfen scheitert oft nicht am Willen, sondern an Unsicherheit. 48 Prozent derjenigen, die nicht eingreifen, wenn jemand online beleidigt oder angegriffen wird, tun das, weil sie nicht wissen, wie sie helfen können. Unter den Jugendlichen sind es sogar 61 Prozent. Der #LOVEMOB soll dem Abhilfe leisten. In den letzten Tagen haben Dagi Bee, Mike Singer, Palina Rojinski und Mats Hummels in Echtzeit auf Fälle von Cybermobbing im Social Web mit eigenen Kommentaren reagiert. Unter dem Hashtag #LOVEMOB rufen sie zu mehr Liebe und Respekt untereinander auf und stärken Betroffenen den Rücken.

Kürzlich veröffentlicht O2 zusätzlich ein Video, in dem sich die prominenten Unterstützer klar zum Thema Cybermobbing positionieren. Sie zeigen, wie sie mit dem #LOVEMOB Zivilcourage im Netz beweisen und erinnern daran, wie wichtig auch im Netz ein respektvoller Umgang ist. Das Video fordert Zeugen von Cybermobbing dazu auf, sich zusammenzutun und aktiv mit positiven Kommentaren einzuschreiten.

Der Aufruf des Videos an die gesamte Netzgemeinde lautet: „Macht mit und begegnet Anfeindungen und Beleidigungen im Netz mit einem #LOVEMOB!“. Die Nutzer sollen so inspiriert werden, tausende #LOVEMOBs zu initiieren und Teil der #LOVEMOB-Community zu werden. Stille Beobachter sollen sensibilisiert und zur aktiven Beteiligung motiviert werden. Dazu dient auch eine eigens für den #LOVEMOB gegründete Facebook-Gruppe, die der Community eine Plattform bietet, sich auszutauschen und sich gemeinsam für mehr Zusammenhalt und Respekt in der digitalen Welt zu engagieren.

Digitale Kompetenzen für Jugendliche

O2 macht sich schon seit vielen Jahren für einen sicheren und kompetenten Umgang aller Altersgruppen mit dem Internet stark. So wurden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) in den letzten zehn Jahren fast 120.000 Jugendliche unterstützt, sich in der digitalen Welt zurechtzufinden und ihre digitalen Ideen umzusetzen. In Workshops setzen sich ganze Schulklassen unter professioneller Anleitung mit Cybermobbing und Hass im Netz auseinander.

Dazu liegt ein „Internet Guide“, der in Kooperation mit dem Deutschen Kinderhilfswerk entstanden ist, in vielen O2 Shops aus. Er liefert Kindern und Eltern Hilfestellungen für eine sichere und selbstbestimmte Nutzung von digitalen Medien. Doch nicht nur um Kinder und Jugendliche geht es bei der Förderung der digitalen Kompetenz.

Für das Jahr 2020 ist der weitere Ausbau des Engagements rund um das Thema Cybermobbing und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern geplant, um langfristige Erfolge zu erzielen.

Über die Studie

Im Rahmen der Kampagne hat O2 mit der Gfk eine repräsentative Studie zum Thema „Cybermobbing“ unter 1.048 Online-Usern in Deutschland im Alter von 14-48 Jahren durchgeführt (Erhebungszeitraum: November/Dezember 2019). Diese vergleicht den Umgang von Menschen miteinander und stellt die Frage, wie sich Zivilcourage im Netz von dem Verhalten in der realen Welt unterscheidet. Weitere Studienzahlen stellen wir gerne zur Verfügung.

Vorinstallierte Apps: Marktwächter nehmen Smartphones und vorinstallierte Apps unter die Lupe

fragezeichen300Wer sein neues Smartphone in Betrieb nimmt, hat es in aller Regel mit einer Menge vorinstallierter Apps zu tun. Eine Untersuchung des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zeigt: Auf den getesteten Smartphones waren auch Apps, die sich nicht löschen ließen und sich zum Teil unerwartete Zugriffsberechtigungen sicherten.

Eine Marktwächter-Befragung vom August 2019 legt dar, dass sich die Mehrheit der befragten Smartphone-Besitzer ein sparsam ausgestattetes Smartphone ohne Drittanbieter-Apps wünscht. Das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat daraufhin vorinstallierte Apps auf je einem Gerät von Apple und Samsung geprüft.

Drittanbieter-Apps nicht zu löschen

Auf dem getesteten Apple-Gerät hat das Marktwächter-Team 43 vorinstallierte Apps vorgefunden, auf dem Smartphone von Samsung sogar 63. Zum einen befinden sich auf den beiden Testgeräten beim Kauf bereits Apps der jeweiligen Smartphone-Hersteller – im Fall von Samsung auch vom Betriebssystemanbieter Google – für beispielsweise Telefonie, Kamera oder den Internetzugang.

Viele von ihnen bilden Grundfunktionen des Smartphones ab. Beim getesteten Samsung-Gerät sind zum anderen aber auch sieben Apps von Drittanbietern vorinstalliert. Und diese lassen sich zum Teil nicht einmal deinstallieren – wie etwa die App von Facebook oder LinkedIn. Solche Drittanbieter-Apps bleiben auf dem Smartphone vorhanden, auch wenn der Nutzer deren Dienste explizit nicht verwenden möchte.

Verbraucher können also weder darüber entscheiden, welche Apps, die über gewisse Grundfunktionen des Smartphones hinausgehen, konkret auf ihrem Smartphone vorinstalliert sind, noch können sie zum Teil unerwünschte Apps löschen. „Dies ist inakzeptabel“, so Ayten Öksüz, Teamleiterin des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Wenn der Verbraucher schon mit dieser Menge an Apps konfrontiert wird, sollte er doch mindestens die Chance haben, unerwünschten Ballast durch Drittanbieter loszuwerden.“

Apps sichern sich Berechtigungen vorab

Im Rahmen eines Praxistests nahmen die Marktwächter-Experten die Smartphones in Betrieb. Sie folgten bei allen Einstellungen der Herstellerempfehlung und behielten Zugriffsberechtigungen unverändert bei. Das Ergebnis: Nach erstmaliger Inbetriebnahme hatten sich 14 vorinstallierte Apps des Samsung-Smartphones Zugriffsberechtigungen eingeräumt – teilweise ohne dass der Nutzer dies erwarten konnte oder gefragt wurde.

So waren bei der App Bixby Home sieben Zugriffsberechtigungen, wie auf Kontakte, Standort oder Telefon, noch vor der Aktivierung und Nutzung der App voreingestellt. „Zugriffsberechtigungen bei vorinstallierten Apps, besonders bei denen von Drittanbietern, sollten erst aktiv sein, wenn der Nutzer die App wirklich anwendet,“ so Öksüz.

Datenübertragung im Klartext

Eine technische Prüfung ergab, dass die Datenübertragung der Smartphones prinzipiell geschützt erfolgt. In einem Fall sendete jedoch das Samsung-Smartphone ein Datum unverschlüsselt: Der Hersteller übermittelte die Geräte-ID beim Aufruf einer Webseite über den vorinstallierten Internetbrowser unverschlüsselt an die eigenen Server. Die Geräte-ID ist ein sogenannter „Hardware-Identifier“. Dieser lässt eine eindeutige Identifizierung des Geräts und damit auch mittelbar des Nutzers zu. Im Rahmen von Nutzertracking wurde die Geräte-ID zudem an Drittanbieter gesendet.

*Methodik: Praxistest: Inbetriebnahme zweier Smartphones (Apple iPhone7/iOS12, Samsung Galaxy S10e/android pie; 9.0) nach Herstellerempfehlung. Erfassung aller vorinstallierten Apps inklusive deren aktiver und passiver Zugriffsberechtigungen. Kategorisierung jeder vorinstallierten App nach Anbieter (Smartphone-Hersteller, Betriebssystem-Anbieter, Drittanbieter). Überprüfung der Deaktivier- und Löschbarkeit der jeweiligen vorinstallierten App (Testzeitraum: Von Mai bis August 2019). Technische Prüfung: Von Juni bis September 2019 Untersuchung beider Smartphone-Modelle hinsichtlich ihres Datenspeicher- und Datensendeverhaltens durch das technisches Prüfinstitut: defendo.it/Backes SRT GmbH.

Studie: Smartphone-Nutzung hat drastische Folgen schon für die Allerkleinsten

TeddybaerSmartphones, Tablets und Spielekonsolen ziehen Kinder in ihren Bann. Das hat dramatische Folgen für die Gesundheit: Kinderärzte sehen bei Kindern aller Altersgruppen gesundheitliche Probleme, die sie auf die zunehmende Mediennutzung zurückführen. Am stärksten betroffen sind Kinder zwischen zehn und 13 Jahren.

Aber auch Kleinkinder leiden erheblich unter der täglichen Beschäftigung mit dem Smartphone. Dies sind Ergebnisse der Studie „Smart Aufwachsen 2019?“ der pronova BKK, für die 100 niedergelassene Kinderärzte befragt wurden.

Drei Viertel der Pädiater stellen fest, dass besonders Patientinnen und Patienten zwischen zehn und 13 Jahren gesundheitliche Probleme wie Übergewicht oder Lernschwierigkeiten haben. Diese werten sie als eine Folge zunehmender Mediennutzung schon im Kindesalter.

„Im Alter zwischen zehn und 13 Jahren bekommen viele Kinder ihr erstes eigenes Smartphone. Die Folgen zeigen sich in den Kinderarztpraxen. Das sollte Eltern, aber auch Lehrer und Erzieher aufrütteln und dazu bewegen, Kinder beim Umgang mit eigenen Geräten eng zu begleiten„, sagt Dr. Gerd Herold, Beratungsarzt bei der pronova BKK.

Die Schwierigkeiten beginnen aber schon viel früher und sind aus Sicht der Mediziner sogar bereits im Kleinkindalter deutlich zu erkennen: Ein Drittel der Kinderärzte diagnostiziert bei den unter Dreijährigen Defizite etwa in der motorischen Entwicklung, weil auch diese Altersgruppe schon Smartphones und Tablets in die Hände bekommt.

95 Prozent der Pädiater sind sich einig: Kinder, die in Folge der Mediennutzung beeinträchtigt sind, werden immer jünger. „Unkontrollierter Medienkonsum von Kleinkindern kann ihrer Entwicklung in vielerlei Hinsicht schaden: Diese Kinder bewegen sich meist zu wenig, sind in ihrer Sprachentwicklung gehemmt und ihre Kreativität kann sich nicht entfalten“, sagt Stella Beck, Gesundheitspädagogin (M. Sc.) von der pronova BKK.

Konsolen, Tablets und Smartphones sind in allen Altersgruppen Begleiter durch die Kindheit. Rund zwei Drittel der Ärzte sehen auch die Gesundheit von Kindergarten- und Grundschulkindern im Alter zwischen drei und neun Jahren dadurch belastet. Etwas besser scheinen Teenager zwischen 14 und 17 Jahren die Nutzung von Smartphone und Co. wegzustecken: Aber auch für diese Altersgruppe erkennt noch rund die Hälfte der Kinderärzte gesundheitliche Beeinträchtigungen infolge der Smartphone-Nutzung.

Zunahme sozialer Auffälligkeiten

Gleich eine ganze Reihe von Krankheitssymptomen führen Kinderärzte auf übermäßigen Medienkonsum zurück. Dazu gehören laut Befragung Übergewicht, soziale Auffälligkeiten, motorische Defizite und Lernentwicklungsstörungen. Zugleich sehen die Kinderärzte diese Probleme auf dem Vormarsch.

So berichten 79 Prozent der befragten Ärzte, dass sie in den vergangenen fünf Jahren verstärkt soziale Auffälligkeiten bei ihren jungen Patienten feststellen. 75 Prozent registrieren, dass immer mehr Kinder zu viel wiegen. 82 Prozent stellen schon heute eine soziale Isolation des Nachwuchses fest, für die sie die Mediennutzung mitverantwortlich machen.

Zur Studie

Die Studie „Smart Aufwachsen 2019?“ wurde im Oktober 2019 im Auftrag der pronova BKK im Rahmen einer Online-Befragung durchgeführt. Bundesweit wurden 100 niedergelassene Kinderärztinnen und Kinderärzte befragt. Die pronova BKK ist aus Zusammenschlüssen der Betriebskrankenkassen namhafter Weltkonzerne wie BASF, Bayer, Continental und Ford entstanden.

#Medienpolitik: Vielfalt durch Gleichschaltung?

Die Datenethik-Kommission der Bundesregierung hat in einem ausführlichen Gutachten 75 Empfehlungen formuliert und begründet. Darunter befinden sich drei Empfehlungen zur Regulierung von algorithmischen Systemen bei Medienintermediären. Ein Medienintermediär ist – so sagt der Entwurf des künftigen Medienstaatsvertrags (bislang Rundfunkstaatsvertrag) der Bundesländer – »jedes Telemedium, das auch journalistisch-redaktionelle Angebote Dritter aggregiert, selektiert und allgemein zugänglich präsentiert, ohne diese zu einem Gesamtangebot zusammenzufassen«. Telemedien sind nach der Nomenklatur der Gesetzgeber inhaltebasierte Internet-Angebote, mit einer Sonderklasse, den »rundfunkähnlichen« Telemedien (Audio und Video on demand). Ein Beitrag in „Carta“… mehr ….

 

Trendmonitor Deutschland: Zwischen digitaler Konsumlaune und Unbehagen in der digitalen Kultur

Bildquelle: Messe Frankfurt.

Bildquelle: Messe Frankfurt.

Die große Mehrheit der Bundesbürger steht der fortschreitenden Digitalisierung im Alltag offen und neugierig gegenüber. Verbunden damit ist ein hohes Interesse am Kauf und an der Nutzung digitaler Geräte und Dienstleistungen. In die digitale Konsumlaune der Verbraucher mischt sich aber auch spürbares Unbehagen in der digitalen Kultur.

Dies zeigt die aktuelle Ausgabe des «Trendmonitor Deutschland» des Marktforschungsinstituts Nordlight Research zum Schwerpunktthema «Digital Life: Interesse, Nutzung und Kaufbereitschaft digitaler Devices & Services». 1.048 Bundesbürger ab 14 Jahren aus Haushalten mit Internetanschluss wurden repräsentativ zur Digitalisierung im Alltag sowie zur Nutzung und Kaufbereitschaft digitaler Geräte und Dienstleistungen befragt.

Digitale Verbraucherpräferenzen und Alltagserfahrungen

Hoch im Kurs stehen im digitalen Verbraucheralltag aktuell vor allem die regelmäßige Nutzung von Smartphones, Notebooks und PCs (jeweils über 85%), Smart TVs (58%) und E-Book-Readern (31%); gefolgt von Fitness-Trackern (24%), Smart Speakern (22%) und Smart Watches (21%). Per App steuerbare Smart-Home-Geräte kommen auf Nutzeranteile von insgesamt 21 Prozent.

Bei den digitalen Dienstleistungen sind das Streamen von Filmen (54%) und Musik (42%) sowie vernetzte Online-Spiele (31%) besonders beliebt. Ihre bisherigen persönlichen Erfahrungen mit den digitalen Geräten und Anwendungen beurteilen jeweils rund zwei Drittel der Verbraucher positiv – allen voran die unter 30-Jährigen (72%), aber auch die Mehrheit der über 50-Jährigen (58%). Jeder vierte Konsument hat hingegen „gemischte“ Erfahrungen gemacht; jedoch nur drei Prozent primär negative.

Überwiegend positive Erwartungen an die digitale Zukunft

Mit Blick auf die Zukunft erwartet jeder zweite Bundesbürger (49%) von der Digitalisierung für das eigene Leben deutlich mehr Vorteile als Nachteile. Mehr als jeder Dritte (38%) sieht ein ausgewogenes Verhältnis von Chancen und Risiken; 13 Prozent erwarten deutlich mehr Nachteile. Besonders stark ausgeprägt sind die positiven Erwartungen an die Digitalisierung bei den unter 50-Jährigen, bei trendbewussten und einkommensstärkeren Menschen, bei Männern etwas stärker als bei Frauen und in städtischen Regionen stärker als auf dem Land.

Kaufabsichten digitaler Produkte und Dienste

Top-Favoriten der Verbraucher unter den für die nähere Zukunft geplanten digitalen Anschaffungen (erstmals oder wiederholt) sind: Smartphone ohne Vertragsbindung (40%), PC / Notebook (37%) und Smart TV (36%). Es folgen: Tablet (27%), E-Book-Reader (20%), Smart Speaker (19%), Smart Watch (18%), Fitness-Tracker (15%), digitale Musik-/Videoanlagen (15%) sowie digitale Kommunikationssysteme für das Auto (13%).

Smart-Home-Produkte (vernetzte Haushaltsgeräte sowie digitale Steuersysteme für Licht, Heizung, Sicherheit etc.) will mehr als jeder fünfte Verbraucher (23%) in näherer Zukunft kaufen. Bei den digitalen Diensten stehen Streaming-Angebote für Filme (47%) und für Musik (35%) sowie mit anderen vernetzte Online-Spiele (23%) ganz oben auf den Wunsch- und Einkaufszetteln. Je nach Produktart zeigen sich bei den digitalen Kaufabsichten im Detail sehr deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Zielgruppen (Alter, Geschlecht, Einkommen, Lebensstil, digitale Grundaffinität etc.).

„Der konsumentenorientierte Digitalmarkt verspricht vielen Anbietern auch für die kommenden Jahre hohe Wachstumschancen“, sagt Thomas Donath, Geschäftsführer bei Nordlight Research. „Zugleich gilt es, digitale Angebote zielgruppenspezifisch auszurichten, persönliche Kundenbeziehungen vor lauter Digitalisierungseuphorie nicht zu vernachlässigen und im Ganzen eine vertrauenswürdige Ethik digitalen Wirtschaftens zu entwickeln.“

Verschiedene digitale Grundtypen in der Bevölkerung

Differenziert man die Bundesbürger nach ihrem emotionalen Verhältnis zur Digitalisierung (Neugier, Freude, Angst, Ärger etc.) sowie nach ihrem aktuellen Nutzungs- und Kaufverhalten, lassen sich vereinfacht drei große Gruppen ausmachen: die positiv bis teils sogar euphorisch gestimmten und besonders kauffreudigen „Digitalisierungs-Fans“ (Anteil: 34%), die neutral und pragmatisch eingestellten „Digitalisierungs-Pragmatiker“ (47%), und die – trotz teils regelmäßiger Nutzung digitaler Geräte und Anwendungen – eher kritisch oder ängstlich gestimmten „Digitalisierungs-Skeptiker“ (19%); zu letzteren zählen auch weitgehende „Digitalisierungs-Abstinenzler“.

Unterschiedliche digitale Typen und Erwartungen bei den Kunden verschiedener Marken

Im Rahmen des aktuellen «Trendmonitor Deutschland» wurden die verschiedenen digitalen Kundentypen auch für zahlreiche Marken aus unterschiedlichen Kernbranchen differenziert: So sind beispielsweise die Kunden von Vodafone im Durchschnitt aufgeschlossener für die Digitalisierung als die Kunden anderer Telekommunikationsunternehmen. In der Finanzdienstleistungsbranche finden sich unter den Kunden der ING und der Postbank besonders viele Digitalisierungs-Fans (je 42%).

Generell ist mehr als jedem dritten Konsumenten (38%) in hohem Maße wichtig, dass die Unternehmen, bei denen man selbst Kunde ist, zukünftig noch mehr digitale Services und Produkte anbieten. Für mehr als ein Viertel der Kunden (28%) Prozent spielt dies hingegen keine relevante Rolle. Besonders ausgeprägt ist der Wunsch nach zusätzlichen digitalen Angeboten beispielsweise bei den Kunden von Amazon und PayPal. Mit Blick auf die Kundenkommunikation vertritt zugleich mehr als die Hälfte der Deutschen (57%) die Meinung, die Unternehmen sollten häufiger wieder persönlich mit ihren Kunden sprechen, statt nur noch auf digitalen Wegen mit diesen zu kommunizieren.

Social Media: Licht und Schatten

Während die Bundesbürger ihre digitalen Alltagserfahrungen im Allgemeinen mehrheitlich positiv beurteilen, fällt das spezielle Urteil zu den „Social Media“ vergleichsweise kritischer aus: 38 Prozent haben hier sehr „gemischte“ Erfahrungen gemacht; 13 Prozent sogar überwiegend negative. Lediglich 42 Prozent berichten von primär von positiven Erfahrungen mit sozialen Medien und Netzwerken; der Rest möchte sich hierzu noch kein Urteil erlauben.

Die größte Bedeutung im persönlichen Alltag haben aktuell vor allem WhatsApp (74%), Facebook (51%), Youtube (45%) und Instagram (33%). Erst mit deutlichem Abstand folgen Pinterest (15%), Twitter (12%) und Snapchat (10%). Wichtig ist hier zu beachten: die Präferenz für unterschiedliche soziale Medien variiert nach wie vor sehr stark zwischen unterschiedlichen Zielgruppen (bei jungen Nutzern ist Instagram bspw. mittlerweile weitaus beliebter als Facebook).

Vom Unbehagen in der digitalen Kultur

Trotz überwiegend positiver Erwartungen an die digitale Zukunft und weit verbreiteter digitaler Konsumlaune zeigt der aktuelle «Trendmonitor Deutschland» auch eine Reihe von Risiken und Schattenseiten der Digitalisierung des Alltags: So beunruhigt es beispielsweise jeden zweiten Bundesbürger (53%) in stärkerem Maße, dass in der digital vernetzten Welt viele Alltagstätigkeiten von Unternehmen aufgezeichnet und überwacht werden können.

Lediglich 14 Prozent der Verbraucher zeigen sich davon nicht beunruhigt. Jeder zweite Konsument ist zudem der Auffassung, je mehr digital vernetzte Geräte und Apps man im Alltag nutze, desto mehr verliere man seine Privatsphäre und gebe die Kontrolle über das eigene Leben an andere ab. Freilich nimmt bisher nur eine Minderheit einen stärkeren Schutz privater Daten im digitalen Alltag selbst in die Hand: beispielsweise schränkt bisher lediglich jeder dritte Bundesbürger (32%) die Berechtigungen zur Datennutzung von Apps auf Smartphones oder anderen digitalen Devices aktiv ein; viele kennen solche Möglichkeiten nicht einmal.

In die überwiegende Neugier (87%) und Freude (78%) gegenüber der Digitalisierung mischen sich bei rund 40 Prozent der Deutschen auch Gefühle von Furcht und Verärgerung (wenn auch nur bei sieben Prozent in besonders starker Ausprägung). Sichtbar wird das Unbehagen auch bei der Frage nach der wahrgenommenen Arbeitsplatzsicherheit: 43 Prozent der berufstätigen Bundesbürger befürchten, durch den zunehmenden Einsatz von Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und Roboterisierung ihren jetzigen Arbeitsplatz zu verlieren; 19 Prozent davon in starkem Maße.

Generell hat aktuell fast jeder zweite Deutsche (46%) den Eindruck, dass es im Alltag bereits ein „Zuviel an Digitalisierung“ gibt. Und mit Blick auf die eigene Person glaubt jeder Dritte (30%), dass es ihm persönlich gut täte, Smartphones und andere digitale Geräte künftig weniger als bisher zu nutzen; weitere 30 Prozent der Bundesbürger stimmen dieser Einschätzung zumindest teilweise zu.

„All dies sind wichtige Signale, die vor naiver Digitalisierungseuphorie und übertriebenen Hypes schützen sollten“, sagt Thomas Donath. „Letztlich ist die Digitalisierung für viele Unternehmen und Konsumenten Segen und Fluch zugleich. Neben der Nutzung der großen Potenziale und Chancen, kommt es daher auch darauf an, individuelle und gesellschaftliche Risiken zu erkennen und zu begrenzen. Hierzu zählen auch ethische Leitlinien für digitales Wirtschaften, die ein wichtiges und vertrauensbildendes Differenzierungsmerkmal der Anbieter werden können.“

Weitere Studieninformationen

Der komplette «Trendmonitor Deutschland» mit dem aktuellen Schwerpunktthema «Digital Life: Interesse, Nutzung und Kaufbereitschaft digitaler Devices & Services» kann über Nordlight Research bezogen werden.

Ethik in der digitalen Welt: HPI-Podcast Neuland mit Prof. Christiane Woopen und Prof. Christoph Meinel

Ethik in der digitalen Welt: HPI-Podcast Neuland mit Professor Christiane Woopen und Professor Christoph Meinel / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/22537 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/HPI Hasso-Plattner-Institut/HPI/Kay Herschelmann"

Ethik in der digitalen Welt: HPI-Podcast Neuland mit Professor Christiane Woopen und Professor Christoph Meinel (Bildquelle: Hasso-Plattner-Institut/HPI/Kay Herschelmann)

Die Digitalisierung stellt alte Regeln infrage und wirft neue ethische Fragen auf. Die Gesellschaft muss entscheiden: In welcher digitalen Welt wollen wir eigentlich leben?

Bringt die Digitalisierung unser Wertesystem ins Wanken? Wie sieht ein ethischer Umgang mit Daten aus? Und kann der Staat seine Bürger und ihre Daten derzeit ausreichend schützen oder brauchen wir neue Regularien?

Diese und andere spannende Fragen beantworten Professor Christiane Woopen, Vorsitzende des Europäischen Ethikrats und Co-Sprecherin der Datenethikkommission der Bundesregierung, und Professor Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) in der neuen Podcast-Folge Neuland . Im Gespräch mit Moderator Leon Stebe diskutieren sie über ethische Fragen der Digitalisierung, beispielsweise, ob sich der Wert der Privatheit durch die Digitalisierung verändert hat.

Professor Christiane Woopen machen digitale Technologien keine Angst. Wie alle anderen auch, seien sie zum Guten, aber auch zum Schlechten nutzbar. „Sie werfen viele Fragen auf und stellen uns in Frage“, so Woopen – das ließe sich auch positiv interpretieren. „Wir werden ganz brutal auf die Frage gestoßen, was halten wir für sinnvoll und warum, woran wollen wir festhalten und was wollen wir ändern?“

Professor Christoph Meinel weist auf die Gefahren einer starken technischen Abhängigkeit hin und macht deutlich, dass wir in Europa unsere Werte nur leben können, wenn wir die Hoheit über die digitalen Systeme auch besitzen. „Wenn wir aber auf dem Systemmarkt nicht mehr mitspielen, wenn wir keine Plattformen mehr haben, die in Europa betrieben werden, sondern dabei auf Länder wie China oder die USA angewiesen sind, schränkt das unseren Handlungsspielraum immer stärker ein.“

Fundiertes Wissen über die digitale Welt, anschaulich und verständlich erklärt – das bietet der Wissenspodcast „Neuland“ mit Experten des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) unter: https://podcast.hpi.de, bei iTunes und Spotify. Alle 14 Tage sprechen sie bei Neuland über aktuelle und gesellschaftlich relevante Digitalthemen, ihre Forschungsarbeit und über Chancen und Herausforderungen digitaler Trends und Entwicklungen. Die nächste Folge wird am 27. November ausgestrahlt. Im Gespräch dann: HPI-Professor Falk Uebernickel zum Thema: Wie sich Unternehmen mit Design Thinking auf Innovationskurs bringen lassen.

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für Digital Engineering. Mit dem Bachelorstudiengang „IT-Systems Engineering“ bietet die gemeinsame Digital-Engineering-Fakultät des HPI und der Universität Potsdam ein deutschlandweit einmaliges und besonders praxisnahes ingenieurwissenschaftliches Informatikstudium an, das von derzeit rund 550 Studierenden genutzt wird. In den vier Masterstudiengängen „IT-Systems Engineering“, „Digital Health“, „Data Engineering“ und „Cybersecurity“ können darauf aufbauend eigene Forschungsschwerpunkte gesetzt werden.

Wohin entwickelt sich das Internet? Nutzer geben Prognosen für das Jahr 2069 ab

swirl-optical-illusion-300x203Wie wird das Internet im Jahr 2069 beschaffen sein? Heiße Diskussionen darüber finden derzeit im kostenlosen Onlinekurs „Die Technologie, die die Welt veränderte – 50 Jahre Internet“ des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) statt.

Gut 5.000 Nutzerinnen und Nutzer des Netzes der Netze nehmen derzeit daran teil. Im offenen Diskussionsforum des Kurses auf der IT-Lernplattform openHPI sind bereits hunderte von interessanten Prognosen und Visionen darüber zu finden, welchen Entwicklungspfad das gerade ein halbes Jahrhundert alt gewordene Internet in den kommenden 50 Jahren nehmen dürfte. Zugang bekommt, wer sich online anmeldet.

„Die außergewöhnlich hohe Diskutierfreudigkeit bei unserer Mitmach-Aktion hängt mit der Vielzahl an kontroversen und polarisierenden Themen zusammen“, stellt Kursleiter und Institutsdirektor Prof. Christoph Meinel fest. Oft werde über das so genannte Darknet debattiert, aber auch über Sicherheit und Datenschutz im Netz. „Besonders umstritten ist, welche sozialen Folgen das ständige Onlinesein für das menschliche Zusammensein hat, ob wir letztlich Treiber oder Getriebener der digitalen Transformation sind“, fasst Meinel zusammen.

Optimistische Voraussagen überwiegen

Nach dem Eindruck seines Teams überwiegen optimistische Sichtweisen, was die Zukunft des Internets anbetrifft. „Nicht wenige Kursteilnehmer geben aber auch ambivalente Stellungnahmen ab, also sowohl positive als auch negative“, betont der HPI-Direktor.

Hier die zukünftigen Entwicklungen, die nach seinen Angaben meist in positivem Zusammenhang gesehen werden:

  •    -Künstliche Intelligenz
  •    – Roboter allgemein
  •    – Befehlsausführung durch Gedankensteuerung
  •    – „Beamen“
  •    – Autonomes Fahren
  •    – Implantieren von Geräten/“Cyborgs“
  •    – Augmented und Virtual Reality

Überwiegend in negativer Form besprochen werden laut Meinel diese Trends im Internet:

  •    – Mangelnder Datenschutz
  •    – Ungenügender Schutz der Privatsphäre
  •    – Mögliche staatliche Überwachung
  •    – Spaltung des Internets in verschiedene Bereiche

„Durchaus als Gefahr wird von vielen Kursteilnehmern eine mögliche Aufteilung des Internets in jeweils einen Bereich für die Wissenschaft und für kommerzielle Interessen gesehen, aber auch die Spaltung in einen sichtbaren und einen unsichtbaren Teil“, sagt Meinel.

Übrigens hat keiner der Kursteilnehmer angegeben, 1969 Zeitzeuge der Nachricht gewesen zu sein, dass in Kalifornien erstmals zwei Computer miteinander vernetzt wurden. „Viele unserer Diskutanten betonen, Ende der sechziger Jahre weder ein Telefon noch einen Fernseher besessen zu haben. Mit dem Internet sind sie meist erst in den achtziger und neunziger Jahren in Kontakt gekommen“, berichtet der Informatikprofessor. Ein einziger Nutzer habe mitgeteilt, bereits 1978 das erste Mal online gewesen zu sein.

Viele „ältere Semester“ werfen den Blick in die Internet-Zukunft

Unter den Kursteilnehmern, die ihre Visionen zum Internet im Jahr 2069 zur Debatte stellen, seien viel mehr Ältere als sonst, sagt Meinel: „Normalerweise sind auf unserer Plattform openHPI im Durchschnitt nur rund 25 Prozent der Nutzer älter als 50 Jahre. Bei diesem Kurs zur Funktionsweise des Internets ist es aber die Hälfte“.

Im Vergleich zu den Vorgängerkursen zum gleichen Thema aus den Jahren 2014 und 2016 melde sich ein doppelt so hoher Anteil der Teilnehmenden im Forum zu Wort und kommentiere das Geschehen – fast zehn Prozent. Und rund 58 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer haben den Diskussionsverlauf im Forum bislang passiv verfolgt.

„Wir hoffen darauf, dass noch viele ihre Meinung dazu einbringen, wie das Internet aussehen wird, wenn es 100 Jahre alt und damit doppelt so alt wie jetzt“, sagt der HPI-Direktor. Er setzt in seinem Massive Open Online Course (MOOC) auf die Schwarm-Intelligenz Tausender. Einer, der sich schon per Video-Botschaft geäußert hat, ist HPI-Fellow Vint Cerf (76), einer der Miterfinder des Internets.

Prognosen gehen in Publikation des HPI ein

Zusammen mit anderen Wissenschaftlern seines Fachgebiets will Meinel den Verlauf und das Ergebnis der Diskussionen in einer Publikation dokumentieren: „Darauf dürfte die Welt in 50 Jahren dann wohl als historisches Dokument zurückblicken und erkennen, wie nahe wir in unserer Vorausschau der Realität im Jahr 2069 gekommen oder wie fern wie ihr geblieben sind“.

*alle Angaben beziehen sich auf November 2019

Kommentar: Ist Digitalisierung der Schlüssel für eine bessere Welt?

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Doris Albiez ist Senior Vice President & General Manager bei Dell Technologies Deutschland

Die Notwendigkeit, die permanent wachsenden Städte nachhaltiger, aber auch sozial gerechter zu gestalten, ist sichtbarer denn je. Verstopfte Straßen, klimaschädliche Abgase und ein Sozial- und Gesundheitssystem, das eigentlich jetzt schon an seine Grenzen gestoßen ist, stellen die Gesellschaft vor zahlreiche Herausforderungen.

Smart Cities, in denen Digitalisierung das Leben prägt, sollen und können helfen. Das bringt viele Chancen mit sich wie auch das eine oder andere Risiko. Ein gutes Beispiel ist der Health-Care-Sektor: Der demographische Wandel mit einer drohenden Überalterung der Gesellschaft und einem jetzt schon bestehenden Pflegenotstand zwingt Industrienationen wie Deutschland zum Handeln.

Hier kann Künstliche Intelligenz helfen: KI ist zuerst einmal in der Lage, aus gesammelten Daten wie Bildern, sensorischen Messungen oder elektronischen Patientenakten zu lernen und damit die Fachkräfte bei der Erkennung, Diagnose und medizinischen Entscheidungsfindung zu unterstützen. Neben der revolutionierten Diagnostik auf Basis Algorithmen-gestützter Korrelationen sind in der Chirurgie schon heute Operationsroboter im Einsatz, deren Schnitte viel präziser ausgeführt werden, da eine aufwendige Steuerung jedes noch so kleine Zittern des Arztes ausgleicht.

Roboter, die Medikamente ausliefern, Demenzpatienten begleiten und Bewohnern von Seniorenheimen zur Hand gehen, könnten künftig zur Entlastung der Pflegekräfte beitragen. Während die Dienste solch technoider Betreuer hierzulande noch als Pilotprojekt gefeiert werden, sind sie in Japan längst gängige Praxis.

Löst KI nun den Fachkräftemangel? Nein. Ersetzen Roboter menschliches Fachpersonal? Auch das nicht. Als ergänzende Hilfe können sie dem Personal allerdings viele kleinere Handgriffe abnehmen und damit Freiräume schaffen, in denen Zeit für wichtigere Aufgaben bleibt.

Wirft man einen Blick auf unsere Straßen, erkennt man sofort, wie viel Potenzial es für smarte Technologien gibt. Die Herausforderungen liegen hier in weniger Verkehr und damit weniger Lärmbelastung, weniger Umweltverschmutzung, weniger Verkehrstoten oder anders formuliert einer lebenswerteren Stadt. In der Logistik beispielsweise ist es sinnvoll, die vorhandenen Daten nach Mustern zu durchsuchen und so Fahrten effizienter zu gestalten.

Durch weniger Leerfahrten würde der Verkehr deutlich entlastet werden. Schon heute ist in Autos intelligente Technik verbaut, die hilft, Unfälle zu vermeiden. Fahren Autos irgendwann völlig autonom, lassen sie sich zu Kolonnen verbinden und sind damit effizienter. Ein autonomes Auto könnte zudem selbstständig zum nächsten Passagier fahren und ihn aufsammeln. Vor dem Hintergrund, dass sich in Deutschland ein Fahrzeug durchschnittlich über 23 Stunden am Tag die Reifen plattsteht, klingt das nach einer guten Alternative.

So viel Potenzial in der Technik auch stecken mag, so zwickt es doch noch an der einen oder anderen Stelle: Um gewisse Situationen richtig einzuschätzen, fehlt computergesteuerten Autos der gesunde Menschenverstand. Deshalb müssen zunächst einmal wichtige Fragen geklärt werden: Was bedeutet es eigentlich, wenn Maschinen statt Menschen lenken? Wer haftet, wenn ein Softwarefehler einen Unfall verursacht?

Neben Mobilität ist die Energieversorgung gerade angesichts des Klimawandels eine zentrale Herausforderung in einer Smart City. Intelligente Technologien können helfen, das Energiemanagement in Gebäuden zu verbessern – indem sie beispielsweise Wetterprognosen sowie aktuelle Energiepreise berücksichtigen und in Echtzeit Heizung, Kühlung und Lüftung optimieren.

Ein anderes Beispiel ist die Straßenbeleuchtung: Anstatt nur, wie in einer EU-Richtlinie gefordert, die bisherige Beleuchtung durch LED-Technik auszutauschen, setzen manche Städte inzwischen auf intelligente Lösungen. Dabei lässt sich jede Laterne individuell steuern und dimmen, wodurch sich die Energiekosten spürbar reduzieren lassen. Effizienz ist die eine Seite der Medaille, Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer die andere. Mittels Sensoren kann die Straßenbeleuchtung witterungsabhängig gesteuert werden, so dass bei schlechter Sicht die Wege heller ausgeleuchtet werden und das Unfallrisiko sinkt.

Es gibt viele gute Ideen, und Deutschland steht erst am Anfang. Damit die Entwicklung nicht gleich wieder ins Stocken gerät, müssen noch so manche Hürden genommen werden. Etwa die deutschen Datenschutzbestimmungen, die teils deutlich strenger ausgelegt werden als die europäische DSGVO. In vielen spanischen Regionen sind die städtischen Services intelligent miteinander verbunden. So konnte beispielsweise die Todesrate nach einem Herzinfarkt gesenkt werden.

Wie das geht? Beginnend mit dem Ausrücken des Krankenwagens und während des gesamten Einsatzes reduzieren digitale Technologien die Zeit und den Aufwand, die für Entsendung des Krankenwagens, Anfahrt und Krankenhausabwicklung erforderlich sind. Während der Fahrt erhalten die Sanitäter die digitale Patientenakte und haben so die notwendigen Informationen. In Deutschland ein Ding der Unmöglichkeit, denn bei uns dürfen aus Datenschutzgründen personenbezogene Informationen nicht übermittelt werden. Den Aspekt Datenschutz könnte ich verstehen, wenn meine Krankenakte einfach so an Versicherungen geschickt würde, in diesem Fall aber nicht.

Smarte Technologien sind eine, wenn auch nicht die einzige Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen. Wir müssen manche Bedenken über Bord werfen, gleichzeitig die Ängste des Einzelnen vor Datenmissbrauch ernst nehmen und gemeinsam an Lösungen und Infrastrukturen arbeiten. Denn eine digitalisierte Welt kann definitiv eine bessere Welt sein.

Autor: Doris Albiez ist Senior Vice President & General Manager bei Dell Technologies Deutschland

 

Phishing-Attacke für Instagram-Account nutzt 2FA-Köder

Instagram

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Als Cyberkriminelle das erste Mal Phishing in großem Stil einsetzten, gingen sie direkt dorthin, wo sie Geld vermuteten: zum Bankkonto. In Folge erhalten Nutzer bis heute Warnmeldungen von Banken, mit denen sie noch nie zu tun hatten. Ominöse Experten empfehlen mit schlechter Grammatik und kurioser Rechtschreibung auf noch merkwürdigere Webseiten zu gehen. Achtsamkeit ist also ein guter Rat, bis heute. Denn die meisten Betrüger machen Fehler, die sie entlarven. Schlimm genug, überhaupt Opfer eines Phishing-Angriffs zu werden. Aber es ist noch viel ärgerlicher, wenn man sich aus Unachtsamkeit bei der „Deutschenn Bank“ oder der „Volcksbank“ einloggt.

 Besonders wertvoll: Passwörter für Instagram, Facebook und Co.

Heutzutage sind nach wie vor Phishing-E-Mails im Umlauf, die versuchen, Bank-Zugangsdaten zu erbeuten. Hinzukommen aber zahlreiche Phishing-Mails, die nach weiteren Account-Passwörtern trachten. E-Mail-Konten etwa sind der Hauptgewinn für Betrüger. Sie dienen häufig als Referenzadresse zur Wiederherstellung vergessener Passwörter.

Gelangt ein Cyberkrimineller an einen E-Mail-Account, kann er damit diverse andere Konten (Paypal, Facebook, Instagram etc.) ins Visier nehmen und sich über die Funktion „Passwort zurücksetzen“ oder „Passwort vergessen“ dauerhaften Zugang zu vielen anderen Accounts zu verschaffen. Besonders gemein: das Opfer merkt davon meist gar nichts. Bis etwas passiert, natürlich.

Aber auch Passwörter für soziale Medien sind für Betrüger ein beliebtes Ziel. Denn die Inhalte dieser Konten offenbaren den Kriminellen weit mehr Informationen als sie mit regulärer Recherche je erfahren könnten. Dabei sind die Folgen mehrfach gemein: sie sind sehr persönlicher Natur und sie treffen zudem Dritte. So vermag der Betrüger beispielsweise auch den Account von Freunden oder Familienmitgliedern zu manipulieren.

Tatsächlich überwiegen bereits heute Phishing-Mails, die nach Passwörtern für E-Mail- und Social-Media-Accounts trachten, gegenüber denen, die hinter Bankzugängen her sind.

 Die Betrüger werden immer besser – ein „exzellentes“ Beispiel

Es fällt schwer es zuzugeben, aber die Betrüger arbeiten mittlerweile gut und überlegt, wie folgendes Beispiel zeigt:

Abgesehen von wenigen Interpunktionsfehlern und einem fehlenden Leerzeichen vor dem „Please“, ist diese Nachricht kaum als Fake zu erkennen. Sie ist klar und unauffällig genug, um unterhalb des menschlichen Alarmradars zu bleiben. Die Verwendung der Zahlenreihe, die auf den ersten Blick wie ein 2FA-Code erscheint, ist ein cleverer Schachzug. Die Verwendung impliziert, dass der Nutzer kein Passwort verwenden muss, sondern stattdessen einfach nur per Code bestätigen muss, dass ihn die E-Mail erreicht hat. Der F2A-Code täuscht Sicherheit vor.

Klickt man in der Mail auf den Link, könnte man im Browser am Domainnamen (hier im Beispiel unkenntlich gemacht) den Betrugsversuch erkennen oder zumindest vermuten. Es ist eine Seite mit Domain-Endung „cf“ für Centralfrique, eine der vielen aufstrebenden Volkswirtschaften, die Domains für wenig Geld vergeben in der Hoffnung, möglichst viele User mit möglichst cool klingenden Domain-Namen zu ködern.

Experten der SophosLabs gehen davon aus, dass die Betrüger gezwungen waren, eine der frei verfügbaren, aber eben doch etwas weniger glaubwürdigen Domainnamen zu nutzen. Dennoch ist diese Phishing-Seite ein nahezu perfekter und glaubwürdiger Nachbau der echten Seite und verfügt sogar über ein valides HTTPS-Zertifikat.

Michael Veit, Security Experte bei Sophos, erklärt: „Web-Zertifikate sichern eine Verbindung zu einer Website und verhindern, dass Antworten angeschaut oder manipuliert werden können. Sie sorgen dafür, dass die Person, die das Zertifikat erworben hat, sich wirklich an der Website anmeldet und diese auch ändern kann. Die Zertifikate bürgen jedoch nicht für den tatsächlichen Inhalt der Webseiten oder dort verfügbare Dateien. Mit anderen Worten: einer Website ohne Vorhängeschloss ist definitiv nicht zu trauen, ebenso wenig wie einer mit Tipp- und Grammatikfehlern. Doch auch bei Webseiten mit „Vorhängeschloss“ und scheinbar fehlerfreier Umsetzung gilt grundsätzlich immer, Vorsicht walten zu lassen.“

 Prävention ist wichtig

Wie macht sich eine Phishing-Seite, die glaubhaft wirkt und ein HTTPS-Vorhängeschloss mitbringt, verdächtig? Michael Veit sagt: “Obwohl die Betrüger in diesem Beispiel einen ungewöhnlich glaubwürdigen Fake kreiert haben, gibt es verräterische Anzeichen von Phishing-Attacken, an denen man sich orientieren kann.“

 Drei Tipps für das Erkennen von Phishing-Aktivitäten:

  1.  Sign-in Links in E-Mails. Die einfache Lösung: ab in den Papierkorb. Warum sollte man sich via E-Mail in einen seiner Social-Media-Accounts einloggen? Das geht doch direkt. Wahlweise via App oder Lesezeichen im Browser anmelden.
  2. Überraschender Domainname. Wo hat der Browser mich hingeführt? Ist die Adresszeile zu kurz für die komplette URL? Ein einfacher Trick: die Adresszeile kopieren und in ein anderes Dokument einfügen. Sieht verdächtig aus? Dann ist sie es wohl auch. Besser ignorieren oder eine zweite Meinung dazu einholen.
  3. Anfrage ohne Grund. Besteht Grund zur Annahme, ein Fremder hätte sich in den eigenen Account eingeloggt, sollten Nutzer zur Prüfung der Login-Aktivitäten die offiziellen Möglichkeiten des Dienstanbieters wählen. Es gibt keinen Grund, Web-Links zu trauen, die von irgendwo kommen könnten. Ärgerlicherweise gibt es kein einheitliches Verfahren bei den verschiedenen Social-Media-Apps. Aber mit etwas gesundem Menschenverstand und Übung können betrügerische Prozesse schnell erkannt werden.

Umfrage: Jeder Fünfte hat Augmented-Reality-Anwendungen ausprobiert

Augmented Reality Brille (Bildquelle: Epson_Moverio_BT-300)

Augmented Reality Brille (Bildquelle: Epson_Moverio_BT-300)

Digitale Zusatzinformationen in ein Live-Bild einblenden lassen – das leisten Augmented-Reality-Technologien (AR). Jeder fünfte Bundesbürger (19 Prozent) hat bereits Augmented-Reality-Anwendungen ausprobiert – per Smartphone oder über eine AR-Brille. Darunter sind 4 Prozent, die eine eigene AR-Brille besitzen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter mehr als 1.200 Personen ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Ein weiteres Viertel (25 Prozent) würde AR-Lösungen nutzen, 46 Prozent können sich dies hingegen nicht vorstellen.

Der überwiegenden Mehrheit ist Augmented Reality aber ein Begriff: Sieben von zehn Befragten (71 Prozent) haben schon davon gehört oder gelesen. „Augmented-Reality-Anwendungen können in vielen Situationen einen Mehrwehrt für Nutzer bieten“, sagt Bitkom-Experte Dr. Sebastian Klöß. „Gegenstände lassen sich per virtuellem Maßband vermessen und Möbelstücke probeweise in den eigenen vier Wänden platzieren. Für Städtereisende gibt es etwa Anwendungen, die den Weg zu Sehenswürdigkeiten weisen, Wissenswertes einblenden und längst verschwundene Gebäude an ihrem früheren Standort wiederauferstehen lassen.“

Interesse für AR auf Reisen, beim Gaming oder im Beruf

Am häufigsten kommt AR bisher im Gaming-Bereich zum Einsatz. Fast jeder zweite AR-Nutzer (48 Prozent) hat Augmented-Reality-Spiele wie Pokémon Go oder Wizards Unite gespielt. Ähnlich viele (45 Prozent) haben AR-Filter in Videos eingesetzt, z.B. bei Snapchat oder Instagram. Gut jeder Dritte (37 Prozent) hat AR zur Orientierung und Information auf Reisen genutzt, 13 Prozent für Bildungs- und Lernprojekte.

Bei interessierten Nichtnutzern unterscheiden sich die Präferenzen. Wer bisher noch nicht mit AR in Kontakt gekommen ist, dies aber nutzen würde, sieht AR-Anwendungen im Reiseumfeld für sich an erster Stelle. Mehr als jeder zweite Interessierte (58 Prozent) gibt dies an. Dahinter folgen AR für Gaming (47 Prozent) und für Videofilter (32 Prozent).

Und fast drei von zehn Interessierten (28 Prozent) würden Augmented Reality im beruflichen Umfeld nutzen. „Business-Anwendungen werden Augmented Reality zum Durchbruch verhelfen“, so Klöß. „Schon heute existieren viele gebrauchsfertige Lösungen für immer mehr Einsatzszenarien. Bei Schulungen lässt sich die Technik genauso einsetzen wie als Unterstützung bei Wartungs- und Reparaturarbeiten, im Operationssaal von Ärzten genauso wie auf der Baustelle von Baggerfahrern.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.224 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Fragestellungen lauteten: „Haben Sie bereits von Augmented Reality gehört bzw. gelesen?“, „Können Sie sich vorstellen, Augmented Reality zu nutzen?“, „Für welche Inhalte haben Sie Augmented Reality bereits genutzt?“ & „Für welche Inhalte würden Sie gerne Augmented Reality nutzen?“

Start der Kampagne „Misch dich ein – für ein #NetzohneHass“

netzohnehass_headerbild03Über 80 Organisationen und Einzelpersonen aus Friedensbewegung, Politik und Medienpädagogik rufen dazu auf, Hetze und Hassangriffen im Netz ab sofort mit Zivilcourage zu begegnen. Angegriffene Menschen sollen gestärkt und den Angreifenden gewaltfrei Grenzen gesetzt werden.

„Wir wollen das Internet wieder zu einem Ort der freien Rede machen“, erklärt Björn Kunter, Projektleiter bei LOVE-Storm – Gemeinsam gegen Hass im Netz. LOVE-Storm koordiniert die Kampagne gemeinsam mit dem Internetaktivisten Ali Can, der Berghof Foundation, den Internationalen Ärzten für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), dem Courage Office und Liebe wen Du willst e.V.

Bis zum 15. November 2019 sollen tausende Menschen die Erklärung auf https://weact.campact.de/p/netzohnehass unterschreiben und sich verpflichten, Hass im Netz zukünftig mit Zivilcourage zu begegnen.

Über die Homepage www.netzohnehass.de erhalten alle Unterzeichnenden Tipps, Trainings und Unterstützung, damit sie im Ernstfall auch wirklich eingreifen.

„Nach dem Mord an Walter Lübcke, der monatelang (fast) unwidersprochen im Netz angefeindet wurde, können wir nicht einfach zur Tagesordnung zurückgehen“, sagt Björn Kunter. „Wir dürfen die Angegriffenen nicht länger alleine lassen.“

Drei von vier Menschen in Deutschland befürchten, dass die Vielfalt im Internet durch Hasskommentare eingeschränkt wird. Dieses Ergebnis einer repräsentativen Studie des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) zeigt: Das Problem ist erkannt. Doch in der konkreten Situation schauen noch zu viele weg, wenn sie Hassangriffe bemerken, anstelle sich einzumischen. So wird das Netz zur Echokammer, in dem sich Menschen, wie der mutmaßliche Mörder Walter Lübckes immer weiter radikalisieren.