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Buchtipp: „CSR und Digitalisierung“

Sie wollen mehr zu Themen rund um die Digitalisierung erfahren? Anfang 2017 erscheint im Fachverlag SpringerGabler der Band „CSR und Digitalisierung“. Autoren und Experten aus allen gesellschaftlichen Bereichen wie Wolfgang Schäuble, Fredmund Malik, Timotheus Höttges, Henning Kagermannm, Bert Rürup, Dieter Gorny, Christoph Keese oder Valerie Niehaus – und natürlich auch xethix – können hier mit einfachen Antworten nicht dienen. Sie malen die Digitalisierung nicht schwarz, bejubeln aber auch nicht deren Strahlkraft, ohne auf die Schattenseiten zu verweisen. Ein spannendes Buch, das Sie nicht übersehen sollten!

Smarte Maschinen werden ab 2021 Mainstream

Im Jahr 2021 werden 30 Prozent der großen Unternehmen smarte Maschinen einsetzen, die Technologie wird damit zum Mainstream, so das IT-Research und Beratungsunternehmen Gartner. Unter den Oberbegriff „smarte Maschinen“ fallen Technologien wie Cognitive Computing, Artificial Intelligence, intelligente Automation, Machine Learning und Deep Learning.

„Der Einsatz smarter Maschinen in Unternhmen hat transformative und disruptive Auswirkungen“, so Susan Tan, Research Vice President bei Gartner. „Smarte Maschinen verändern die Arbeit und die Wertschöpfung. Sie lassen sich in einer breiten Reihe von Anwendungen in allen Branchen einsetzen – von der Entwicklung dynamischer Preismodelle und der Betrugserkennung, bis zu Verbrechensprävention und Robotertechnik. Für Service-Provicer bedeutet das die Chance, Unternehmen bei der Bewertung, Auswahl und Implementierung der Technologien sowie beim Change-Management zu unterstützen.“

 

„Europäer müssen ihre Vorbehalte gegenüber der Digitalisierung überwinden“

Auf der Jahrestagung des Nachhaltigkeitsnetzwerks B.A.U.M. diskutieren Experten eine verantwortungsvolle Gestaltung der Digitalisierung, die neben technischen und wirtschaftlichen Fragen auch Auswirkungen auf die Umwelt sowie soziale und kulturelle Aspekte berücksichtigt.

Zum Auftakt der B.A.U.M.-Jahrestagung ging Peter Fatelnig, stellvertretender Leiter der Abteilung Internet der nächsten Generation bei der Europäischen Kommission, der Frage nach, ob Europa den Anschluss bei der Digitalisierung zu verpassen droht. Er forderte, die Europäer müssten ihre Vorbehalte gegenüber der Digitalisierung überwinden. Nachhaltigkeit müsse als managbarer Wirtschaftsfaktor begriffen werden, so Fatelnig, und die innovative Kraft der Digitalisierung habe das Potenzial, die nachhaltige Entwicklung zu stärken. Die Cyber Physical Systems seien die bisher größte Herausforderung für den Menschen.

Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Broy, Gründungspräsident und Geschäftsführer des Zentrums Digitalisierung.Bayern, beschrieb die Digitalisierung als die „wahrscheinlich größte Umwälzung, die wir auf technologischer Seite in diesem Jahrhundert erleben“. Und er fuhr fort: „Besonders faszinierend ist das Wechselspiel zwischen dieser Technologie, die in vielen Bereichen Möglichkeiten schafft, an die wir vor wenigen Jahrzehnten noch gar nicht zu denken wagten, und Veränderungen in allen Bereichen unseres Lebens – besonders in Wirtschaft und individueller Lebensführung, aber auch in Gesellschaft und Politik.“

Dagegen wies Prof. Dieter Gorny, Beauftragter für kreative und digitale Ökonomie des Bundesministers für Wirtschaft und Energie, auf soziale und kulturelle Aspekte jenseits von Technologie hin: „Technologie macht keine besseren Menschen, die digitale Welt ist keine andere, sondern wir müssen diese eine Welt, die auch eine digitale und ökonomische ist, gestalten – und das mehr denn je mit Verantwortung und Nachhaltigkeit, mehr noch, mit einer neuen Kultur der Verantwortung und Nachhaltigkeit.“

Auch für Jens Mühlner, Vorstand von Charta digitale Vernetzung e. V., ist die Digitalisierung nicht nur eine technologische Herausforderung: „Die Digitalisierung schafft auch eine neue Form der Unternehmensverantwortung. Die Chancen rechtzeitig zu nutzen, die Risiken im Griff zu behalten und die Menschen dort abzuholen, wo sie stehen – das ist eine komplexe Managementaufgabe.“

Vorstellungen von einer verantwortungsvollen Gestaltung der digitalen Transformation entwickeln die Teilnehmer der B.A.U.M.-Jahrestagung heute in „World-Cafés“ und mit der Methode des Design Thinking. „Methoden für die Innovation im Zeitalter der Digitalisierung“ präsentierte der Leiter der School of Design Thinking am Hasso Plattner Institut, Prof. Ulrich Weinberg, persönlich. Impulsreferate zu den Themen der Arbeitssessions hielten:

  • Intelligent Cities – Prof. Dr. Lutz Heuser, the urban institute
  • Automatisierung/Arbeitswelt – Prof. Dr. Wolfgang Ertel, Hochschule Ravensburg-Weingarten
  • Mitarbeiter/Arbeitswelt – Dr. Stefan Rief, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation
  • Energie – Jürgen Stetter, innogy Innovation Hub
  • Ressourcen – Alexander Holst, Accenture Strategy
  • Mobilität – Ulrich König, Deutsche Bahn AG

Die Jahrestagung ist für B.A.U.M. der Auftakt zu einer längerfristigen Beschäftigung mit dem Thema „Digitalisierung und Nachhaltigkeit„.

„Noch mehr Interfaces machen unsere Umwelt nicht smarter“

 

Prof. Dr. Tilo Böhmann, Lehrstuhlinhaber für den Bereich IT-Management und –Consulting an der Universität Hamburg.

Prof. Dr. Tilo Böhmann, Lehrstuhlinhaber für den Bereich IT-Management und –Consulting an der Universität Hamburg.

Es ist eigentlich schon eine Binsenweisheit, dass die Digitalisierung für die Entwicklung der Wirtschaft ziemlich wichtig ist. Dennoch wird hierzulande immer noch mehr diskutiert, als umgesetzt. Prof. Dr. Tilo Böhmann, Lehrstuhlinhaber für den Bereich IT-Management und –Consulting an der Universität Hamburg, hat mit seinen Forschungen herausgefunden, warum das so ist und verrät im Gespräch, welche Weltregion derzeit die Nase vorn hat.

xethix: Bei der Entwicklung von neuen Technologien stehen oftmals Startups oder neue Dienstleistungen am Anfang. Welche spannenden neuen Services treiben zur Zeit die technische Entwicklung?
Prof. Dr. Tilo Böhmann: Generell treiben uns die technologischen Megatrends weiter an. Smartphones erzwingen immer stärker überzeugende digitale Dienste für Kunden, jetzt ergänzt um die ersten Sprachplattformen (Siri, Amazon Echo, …). Das Internet der Dinge mit seiner Vernetzung ermöglicht intelligentere Infrastrukturen und auch konkrete Dienstleistungen in der vernetzen Steuerung und Optimierung technischer Systeme. Noch mehr am Horizont, aber doch schon sehr klar sichtbar, werden autonome Systeme (z.B. Fahrzeuge) auf der Bühne erscheinen.

xethix: Die Technisierung schreitet zwar schneller voran als vermutlich jemals zuvor, aber die Produktivität der Wirtschaft stagniert. Woran kann das liegen? 

Prof. Dr. Tilo Böhmann: Dazu kann ich nicht sehr viel sagen. Grundsätzlich müssen aber technische Fortschritte erst einmal in neue Produkte, Dienstleistungen oder gar Geschäftsmodelle umgesetzt werden bzw. innerhalb der Organisationen in verbesserte Prozesse und Arbeitsweisen. Dies erfolgt in der Regel mit einem gewissen Zeitverzug.

xethix: Amazon pusht gerade seinen Dash-Button in den Markt. Machen mehr Bildschirme und Knöpfe unsere Umwelt wirklich smart?

Prof. Dr. Tilo Böhmann: Nein. Aber es ist ein Versuch, die Möglichkeiten für eine vielfältigere Interaktion mit digitalen Diensten auszuweiten – wie auch die sprachgesteuerten Systeme. Wie erfolgreich das ist, wird man sehen.
xethix:  Warum schaffen es etablierte Unternehmen nur langsam, von der Produkt- auf die Nutzerzentrierung umzuschwenken und beispielsweise zu einer Plattform für Elektromobilität zu werden, die nicht nur Autos verkauft, sondern auch Batterien oder Aufladegeräte vermietet?

Prof. Dr. Tilo Böhmann:  Die kurze Antwort: weil es alles andere als trivial ist. Die lange Antwort: eine konsequente Nutzer- und Servicezentrierung ist oftmals mit einer deutlichen Veränderung des Geschäftsmodells verbunden. Diese will gut überlegt sein, weil neben neuen Umsatzpotenzialen auch nicht unerhebliche Risiken dabei entstehen. Zudem ändert sich die DNA des Unternehmens. Eine konsequente Nutzerzentrierung erfordert beispielsweise erheblich veränderte Organisations- und Vorgehensmodelle für die Entwicklung neuer digitaler Dienste. Wir nennen diese neuen Arbeitsweisen „Datengetriebe Agilität“. Zusammen mit der Unternehmensberatung SopraSteria haben wir eine Studienserie aufgelegt, die zeigt, wie Unternehmen interdisziplinäre Teams, nutzerdatengestützte Entscheidungsverfahren und eine für strukturiert-experimentierendes Ausloten von nutzerwirksamen Verbesserungen ihrer digitalen Dienste etablieren müssen, um digital exzellent und damit auch nutzerzentriert aufgestellt zu sein.

xethix:  Sind Dienstleistungen wie E-Commerce oder die per App gebuchte Haushaltshilfe der große Gewinner unserer zunehmend technisierten zwischenmenschlichen Kommunikation?

Prof. Dr. Tilo Böhmann: China zeigt uns, wie viele Alltagsdienstleistungen einfach und komfortabel vermittelt werden können. Die gedankliche Trennung zwischen digital und nicht-digital wird der Vergangenheit angehören. Ganzheitlich gedachte Lösungen werden der Gewinner sein.

xethix: Inwieweit können über Sensoren oder Dienstleistungsangebote gewonnene Daten dabei helfen, neue Geschäftsfelder zu begründen? 

Prof. Dr. Tilo Böhmann:  Grundsätzlich wird das eine wesentliche Komponente zukünftiger digitaler Innovationen von Unternehmen sein.

Das Interview führte nextMedia Hamburg für xethix.

 

 

Umfrage: Deutsche fühlen sich von Cyber-Terror bedroht

Die Angst vor Terroranschlägen hat auch den Cyber-Raum erobert: Zwei Drittel der Bevölkerung halten die Gefahr für groß oder sehr groß, dass staatliche Stellen und kritische Infrastrukturen in Deutschland über das Internet angegriffen werden. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach und das Centrum für Strategie und Höhere Führung  im Auftrag der Deutschen Telekom durchgeführt haben. Die Ergebnisse veröffentlicht die Telekom  im Sicherheitsreport „Bevölkerung“ 2016.

Noch nie seit der ersten Befragung im Jahr 2011 war die Bevölkerung so besorgt um ihre Sicherheit wie heute. Der von Allensbach ermittelte so genannte Risikoindex, der die Stimmungslage abbildet, stieg von 474 Punkten im Jahr 2015 auf 491 Punkte und liegt damit sogar noch über dem bisherigen Spitzenwert von 489 Punkten im Jahr 2013. Besonders der sprunghafte Anstieg der Angst vor Terroranschlägen ist auffällig. Gaben 2015 noch 28 Prozent der Befragten an, sich große Sorgen über Terroranschläge zu machen, sorgen sich heute 45 Prozent.

Neben dem generellen Sicherheitsempfinden der Menschen in Deutschland, beschäftigt sich der Sicherheitsreport „Bevölkerung“ 2016 mit den Schwerpunktthemen Schutz des eigenen Smartphones vor Cyber-Angriffen, privater E-Mail-Verschlüsselung, und Cloud-Diensten.

 Sorgloser Umgang mit dem Smartphone

Auch wenn mittlerweile 66 Prozent der Bevölkerung ein Smartphone besitzen, hält weniger als ein Drittel es für wahrscheinlich, dass ihr Gerät angegriffen wird – und unterschätzen damit, dass Smartphones als leistungsfähige Computer im Taschenformat immer häufiger angegriffen werden. Immerhin ist ein Großteil der Smartphone-Nutzer im Umgang mit den Geräten vorsichtig, oder ergreift Sicherheitsmaßnahmen: So öffnen etwa 83 Prozent keine Anhänge von unbekannten Absendern, 77 Prozent laden keine Daten von verdächtig erscheinenden Quellen herunter. Fast jeder Dritte installiert  regelmäßig Updates seines Betriebssystems.

Das Sicherheitsverhalten von älteren Smartphone-Besitzern unterscheidet sich dabei von dem der jüngeren: Ältere Smartphone-Nutzer achten etwa häufiger darauf, keine unbekannten Nummern zurückzurufen und deaktivieren bestimmte Funktionen des Smartphones wie mobile Daten, Bluetooth oder GPS, wenn sie sie nicht benötigen. Außerdem laden sie eher nur Apps herunter bzw. nutzen Apps, die nicht automatisch auf sensible Anwendungen wie WLAN oder GPS zugreifen. Jüngere Smartphone-Nutzer aktualisieren in höherem Anteil regelmäßig ihr Betriebssystem, um Sicherheitslücken zu schließen.

 Nur jeder Dritte verschlüsselt seine E-Mails

E-Mail Verschlüsselung ist immer noch kein gängiges Mittel, um seine vertraulichen Daten zu schützen. Obwohl zwei Drittel der Bevölkerung die Verschlüsselung privater Mails wichtig oder sogar sehr wichtig findet, verschlüsselt nur ein Drittel der Nutzer E-Mails tatsächlich. Als häufigster Grund für die fehlende Verschlüsselung wird Bequemlichkeit genannt.

 Cloud-Lösungen haben ein Image-Problem

Jeder dritte Internetnutzer speichert Daten mittlerweile in der Cloud. Gleichzeitig halten selbst über die Hälfte der Nutzer solcher Dienste Cloud-Lösungen für unsicher. Deutsche Anbieter genießen dabei immerhin mehr Vertrauen als Wettbewerber aus dem Ausland: Ein Viertel aller Befragten sehen ihre Daten bei deutschen Anbietern besser geschützt als bei amerikanischen. Dennoch sind mit Dropbox, Apple und Google die drei meistgenutzten Cloud-Dienstanbieter amerikanische Unternehmen.

 Telekom erneut das vertrauenswürdigste Unternehmen

Beim Umgang von Unternehmen der Kommunikations- und Internet-Branche mit persönlichen Daten schenkt die Bevölkerung der Telekom erneut mit Abstand das größte Vertrauen. 47 Prozent halten die Telekom für vertrauenswürdig. Dabei konnte sie diesen Wert zum dritten Mal in Folge steigern und erreicht den höchsten Wert seit Beginn der Befragungsreihe.

Das Institut für Demoskopie Allensbach befragte für den Sicherheitsreport „Bevölkerung“ 2016 von Anfang bis Mitte August in knapp 1.500 Interviews einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahre. Im Spätherbst dieses Jahres wird der Sicherheitsreport „Entscheider“ 2016 erscheinen, in dem Führungskräfte in Unternehmen, sowie Politiker zu ihrem Sicherheitsempfinden und ihrem Umgang mit Cybersecurity befragt werden.

Terminhinweis: xethix auf dem gamescom congress (18.08.2017/Köln)

Der gamescom congress ist Deutschlands größter Kongress rund um digitale Spiele und Schnittstelle zu anderen Kultur- und Kreativbranchen sowie zur Digitalwirtschaft. Die Koelnmesse richtet den gamescom congress in Kooperation mit dem BIU, dem Verband der Computer- und Videospielbranche in Deutschland aus.

Zunehmend ergeben sich dabei für diverse Branchen aus der Computer- und Videospielbranche heraus wirtschaftlich relevante Spill-Over-Effekte sowie kulturelle Fragestellungen. Der gamescom congress ist die Plattform Deutschlands, die sowohl standortbezogen als auch im internationalen Kontext den notwendigen Austausch und kontroverse Diskussionen fördert und anregt.

Mit dabei -_ xethix als Plattform für Wissens Know-how-Transfer in der Digitalen Wirtschaft samt einem spannenden Diskussionspanel: Die Macht der Daten – Nutzen oder Schaden, und für wen?

 

 

 

Umfrage: So smart leben wir im Jahr 2025

Gemalto-Connected-Living2025-660px-2-660x285Wie die Welt von morgen aussieht – dazu hat Gemalto 1200 junge Erwachsene in verschiedenen Ländern befragt. Bei einer Prognose sind sich alle einig: Digitale Technologien werden unser Leben künftig noch viel stärker durchdringen. So gehen 87 Prozent der Befragten davon aus, dass sie Online-Inhalte mithilfe von 5G-Netzen überall und jederzeit reibungslos abrufen können. Jedoch bezweifeln 75 Prozent der Teilnehmer in Deutschland, dass 5G bis 2025 verfügbar ist.

Smartphone öffne dich

Science-Fiction wird Realität: Etwa ein Drittel kann sich vorstellen, dass sich Smartphones über eine DNA-Erkennung entsperren lassen. Dass Mobiltelefone künftig mit einem Netzhaut-Scanner ausgestattet sind, halten etwa 43 Prozent für wahrscheinlich, 44 Prozent glauben an die Gesichtserkennung. Bereits heute setzen einige Smartphones auf Iris-Erkennung, die das Entsperren des Smartphones durch einen Blick in die Kamera möglich macht.

Andere Länder andere Geschmäcker

Im Ländervergleich zeigt sich, dass junge Brasilianer und Chinesen optimistisch in die digitale Zukunft blicken. Deutsche und Franzosen hingegen beurteilen die technologischen Möglichkeiten etwas skeptischer. Beispielsweise erwarten lediglich 19 Prozent der Franzosen, dass sie über ihren Mobilfunkanbieter elektronisch bezahlen können, in Brasilien sind es immerhin 69 Prozent.

Schmelztiegel Technologie: Smart leben und arbeiten

  • Über die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass das Stadtleben 2025 noch mehr Vorzüge für ihre Bewohner bringt
  • 63 Prozent erwarten, dass selbstfahrende Autos 2025 zum Alltag gehören.
  • 69 Prozent gehen davon aus, dass überall im öffentlichen Nahverkehr schnelles Internet zur Verfügung steht.
  • Auch im Gesundheitsbereich erwarten die Befragten technologische Neuheiten:
  • 59 Prozent glauben, dass beispielsweise vernetzte Implantate Echtzeitdaten über ihren Blutdruck an Ärzte liefern können.
  • 63 Prozent können sich vorstellen, dass Gesundheits-Tracker ihnen auf Minibildschirmen ein 3D-Modell ihres Herzens zeigen.
  • 25 Prozent der Befragten haben sehr ausgefallene Vorstellungen: Sie gehen davon aus, dass Computer künftig Gedanken lesen können. Nüchterner fällt hingegen die Erwartung von mehr als 50 Prozent der Studienteilnehmer aus: Sie glauben, dass 2025 immer noch Laptops, Tablets und Smartphones unseren Arbeitsalltag dominieren werden.

Um die Erwartungen der Konsumenten zu erfüllen, müssen sich Mobilfunkanbieter noch stärker mit flexiblen Infrastrukturen beschäftigen und eine intelligente Vernetzung vorantreiben. Auch kommt es darauf an, für noch stabilere und sicherere Netze zu sorgen. Gemalto ist ein Unternehmen im Bereich digitale Sicherheit.

Wie uns künstliche Intelligenz im Haushalt unterstützen wird

 

Der Roboter als Paketzusteller: Um das Wissen des Roboters mit den Anforderungen der Welt zusammenzubringen, braucht es noch viel Grundlagenforschung, so IT-Experte Gerald Steinbauer. Quelle: Shutterstock/Blue Island

Der Roboter als Paketzusteller: Um das Wissen des Roboters mit den Anforderungen der Welt zusammenzubringen, braucht es noch viel Grundlagenforschung, so IT-Experte Gerald Steinbauer. Quelle: Shutterstock/Blue Island

Eine neue Generation autonomer Roboter soll künftig Aufgaben selbstständig lösen können, auch dann, wenn Unvorhersehbares passiert. Informatiker der Technischen Universität Graz treiben mit Unterstützung des Wissenschaftsfonds FWF die Entwicklung der künstlichen Intelligenz voran und bringen den Robotern Hausverstand bei.

Was Kinder spielend lernen und Erwachsene aufgrund ihrer Erfahrungen beherrschen, zum Beispiel auf unerwartete Situationen zu reagieren, stellt immer noch eine der großen Herausforderungen in der Robotik dar: Autonome Systeme sollen vom Menschen vorgegebene Aufgaben selbstständig lösen können.

Besonders in kritischen Situationen wäre der Einsatz von solchen intelligenten Robotern von großer Bedeutung – etwa bei Umweltkatastrophen oder Industrieunfällen. Weltweit beschäftigen sich Wissenschafterinnen und Wissenschafter daher mit der Frage, wie Roboter auch in ungewöhnlichen und neuen Situationen ihre Ziele mit den ihnen verfügbaren Ressourcen eigenständig erreichen können. Auch Gerald Steinbauer von der Technischen Universität (TU) Graz arbeitet seit Jahren in der Grundlagenforschung an der Entwicklung des intelligenten und autonomen Roboters mit.

Projekt des Wissenschaftsfonds FWF

In einem vor Kurzem abgeschlossenen Projekt des Wissenschaftsfonds FWF haben sich Steinbauer und sein Team der Aufgabe gestellt, einem Roboter so etwas wie Hausverstand beizubringen. „In unserer Umwelt passieren immer wieder Überraschungen oder kleine Irrtümer, wie etwa dass ich im fünften Stock eines Gebäudes lande, statt im dritten. Wenn ein Roboter nicht merkt, dass er im falschen Stockwerk ist, kann er seine Aufgabe nicht erfüllen“, nennt Steinbauer ein einfaches Beispiel.

In dem Projekt haben die Grazer Forscherinnen und Forscher nun eine Art Schlussfolgerungsmechanismus entwickelt, der es dem Roboter erlaubt, solche Irrtümer zu erkennen und daraus Reparaturaktionen für sein Wissen abzuleiten. „Wir haben Schlussfolgerungen mit dem sogenannten Situationskalkül in Logik abgebildet. Dieses ermöglicht, die von einem Agenten ausgeführten Aktionen und deren Effekte zu beschreiben“, erklärt Steinbauer.

Die Informatiker der TU Graz erstellen dabei laufend automatisch Diagnosen, indem sie beobachten, wo das Wissen des Roboters mit der aktuellen Situation nicht mehr zusammenpasst. Dabei konnten sie herausfinden, dass das Situationskalkül sowohl für die Überwachung und Diagnose genutzt werden kann als auch für die autonomen Entscheidungen des Roboters. Aus dem Wissen, was eine Aktion bewirkt, lernt der Roboter abzuleiten, was er als nächstes tun muss.

Stimmt das Wissen des Roboters mit den Anforderungen in der realen Welt nicht mehr überein, weil sich eben eine Situation verändert hat, wird das „Weltbild“ des Roboters zurechtgerückt. „Wir versuchen in Einklang zu bringen, was der Roboter geplant hat und was wirklich passiert ist, indem wir es formal niederschreiben“, so Steinbauer. Im Test hat sich das Modell bereits bewährt: Ein Roboter, der mehrere Tage durchgehend im Forschungsinstitut mit einfachen Lieferaufgaben betraut wurde, ließ sich auch durch Tricks nicht irritieren.

 Um die aufwändigen Codierungen solcher Modelle zu erleichtern, teilen die verschiedenen Forschungsgruppen weltweit inzwischen ihr Know-how. So stehen etwa Common-Sense-Datenbanken frei zur Verfügung. Auch die Grazer haben auf dieses Wissen zurückgegriffen, um ihre Modelle anzureichern. „Das sind Sammlungen von Wissen, das für den Menschen ganz trivial ist, zum Beispiel, dass ein Objekt nie an zwei Orten sein kann“, sagt Gerald Steinbauer. Die Informatiker wollen nun das Wissen des Roboters kontinuierlich ausbauen. Denn noch reicht dieses nicht aus, um sich in einer komplexen Welt zurechtzufinden.

Hinzu kommen weitere Faktoren, die die Grundlagenforschung im Bereich der Robotik vor große Aufgaben stellt. Autonome Systeme auszutesten, verlangt den Computern enorme Rechenleistung ab. Diese „Computational Complexity“ ist noch sehr groß. „Da wir mit der Rechenleistung nicht zusammenkommen, können wir derzeit keine aufwändigen Beispiele durchtesten“, erläutert der Experte. Das bedeutet: Stößt der Roboter auf ein Problem, kann es Stunden oder Tage dauern, bis er sie lösen kann. – Zeit, die im realen Leben nicht gegeben ist.

 Das spannende in der Robotik sei, so Gerald Steinbauer, das Wissen des Roboters mit den Anforderungen der Welt zusammenzubringen. Hier brauche es jedoch noch viel Grundlagenforschung, betont der Informatiker. Etwa in den Bereichen Wahrnehmung und Kognition seien noch viele grundlegende Fragen zu lösen. „Wir müssen verstehen, wie zum Beispiel biologische Systeme wirklich funktionieren“, betont Steinbauer in Hinblick auf die Umsetzung in der Praxis. Dass solide Grundlagenforschung der beste Wegbereiter für die angewandte Forschung ist, beweist unter anderem ein Start-up, das Doktoranden aus Steinbauers Team gegründet haben. Auch die Beteiligung des Instituts für Software Technologie an Bridge-Projekten des Wissenschaftsfonds FWF und der Forschungsförderungsgesellschaft FFG soll ermöglichen, dass Innovation in der Anwendung Wurzeln schlagen kann.

Zur Person: Gerald Steinbauer ist Assistenzprofessor am Institut für Software Technologie an der Technischen Universität Graz mit den Schwerpunkten Robotik und Künstlicher Intelligenz. Sein besonderes Interesse gilt der Entscheidungsfindung von Robotern nach dem Modell des menschlichen Hausverstands.

 

Petition gegen die Vorratsdatenspeicherung: Vorratsdatenspeicherung? Nicht schon wieder!

Sowohl das Bundesverfassungsgericht als auch der Europäische Gerichtshof in Luxemburg haben die Vorratsdatenspeicherung als grundrechtswidrig abgelehnt. Da der Bundestag nun wider besseres Wissen das neue Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung beschließt, wird das Portal „Digitalcourage“ mit dem Rechtsanwalt Meinhard Starostik Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe einlegen. Wer diese Petition unterstützen will, der sollte sich bitte hier eintragen!

 

Zahnärztekammer mahnt: Vorsicht bei Gesundheits-Apps

In der aktuellen Debatte um die Gefahren und Chancen bei Gesundheits-Apps, die zum Teil auch von Krankenversicherern gefördert werden, mahnt nun auch die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zur Vorsicht. „Für alle (Zahn-)Mediziner gilt die ärztliche Schweigepflicht“, sagt BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel in der „Ärztezeitung“. „Persönliche Daten sollten ausdrücklich geschützt sein.“ Die Kammer fordert, die im „analogen“ Alltag gebräuchlichen ethischen und rechtlichen Standards auch im Umgang mit digitalen Daten anzuwenden. … mehr

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Wer ist schuld am Internet-Pranger? Vermutlich jeder ein wenig….

Ein falscher Twitter-Eintrag, und das bisherige Leben ist zu Ende. Mobbing, Shitstorms, Hass-Mails treffen viele Menschen. Ein Brite hat die Opfer solcher Kampagnen besucht, schreibt Autorin Iris Alanyali in der „Welt“: Lange vor Facebook und Twitter gab es die Richter von Texas. Richter Ted Poe aus Houston trug einem Teenager 1996 folgendes auf: Zehn Jahre lang musste Mike Hubacek einmal im Monat vor Bars und Schulen ein Schild umhertragen, auf dem „Ich bin betrunken Auto gefahren und habe zwei Menschen getötet“ stand. „Den meisten Menschen ist es wichtig, was andere von ihnen denken“, sagte Poe. … mehr

Alle Wege führen zu xethix: www.xethix.com, www.xethix.de & www.ethik-portal.de

Lieber Leser,

wer xethix bislang besuchen wollte, musste bis dato www.xethix.com in die URL-Zeile tippen. Um es jedem, der sich mit dem Thema „Ethik & Internet“ beschäftigen will, noch einfach zu machen, führt der Weg zu unserem Portal jetzt auch über www.xethix.de und www.ethik-portal.de zu den vielen spannenden News und Stories.

Wir freuen uns auf Ihre Anregungen!

Ihr xethix-Team

 

Buchtipp: Einzeln sind wir intelligent – aber nicht im Schwarm

dueck_schwarmdummheitIm seinem neuen Buch geht Gunter Dueck der Schwarmintelligenz an den Kragen. In „Schwarmdumm. So blöd sind wir nur gemeinsam“ zeigt der frühere Cheftechnologe bei IBM, dass uns die „Schwarmintelligenz“ geradewegs ins Verderben treibt. Denn statt einer Konzentration an Intelligenz regiere im Schwarm oft das Prinzip: Viele Köche verderben den Brei.

Eine kleine Leseprobe: „Derzeit kursieren Hymnen über die neue Schwarmintelligenz! Um sie herum haben sich etliche neue schillernde Heilslehren gebildet. Man bejubelt die Höchstleistungen von Internet-Communitys und der Fruchtbarkeit des Team-Design-Thinking-Ansatzes. Viele träumen von Open Innovation et cetera.

Loblieder auf die Schwarmintelligenz klingen so: »Teams können Dinge erreichen, die einem Einzelnen für immer verwehrt sind! Ein Team verfügt in den Mitgliedern über verschiedenste Talente, die kein Einzelner allein vorweisen kann. Teams können über sich hinauswachsen, das Team ist mehr wert als die Summe der Einzelpersonen. Ein Team bildet Schwarmintelligenz aus!«

Von diesem Modebegriff der Schwarmintelligenz leitet sich der Titel dieses Buches ab. Der Begriff der Schwarmintelligenz stammt aus dem Umfeld des Internets. Dort ist es unter weltweiter Vernetzung von untereinander ganz unbekannten Personen zu erstaunlichen Problemlösungen gekommen. Im Internet trafen sich Menschen und arbeiteten an Erfindungen, schufen gemeinsam OpenSource-Software oder stürzten Diktatoren. Was immer das Problem ist – im Internet weiß bestimmt jemand Rat. Auf der anderen Seite kann sich jeder von uns irgendwo einklinken und mitmachen. Irgendwo kann jeder von uns beitragen. Die Welt weiß insgesamt, was lokal oder am eigenen Arbeitsplatz unbekannt ist.

Wer mehr lesen möchte:

Gunter Dueck: Schwarmdumm. So blöd sind wir nur gemeinsam.

Campus Verlag 2015, Hardcover gebunden,324 Seiten

24,99 Euro, EAN 9783593502175