Buchtipp: Die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmens

Ein Sammelband über Hintergründe, Schwerpunkte und Zukunftsperspektiven: Krombacher lässt seine Biertrinker den Regenwald retten, McDonalds macht sein neues Logo grün. Solche medienwirksame Maßnahmen sollen Konzerne in der Öffentlichkeit in ein besseres Licht rücken. Corporate Social Responsibility (CSR),

Ein Sammelband über Hintergründe, Schwerpunkte und Zukunftsperspektiven: Krombacher lässt seine Biertrinker den Regenwald retten, McDonalds macht sein neues Logo grün. Solche medienwirksame Maßnahmen sollen Konzerne in der Öffentlichkeit in ein besseres Licht rücken. Corporate Social Responsibility (CSR), wird dieses und anderes Engagement genannt. Auch in der Wissenschaft ist das Thema angelangt. Wenn es dort auch noch „noch relativ jung“ ist, so die Autoren des Buches „Die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmens“, herausgegeben von Rüdiger Hahn, Henrik Janzen und Dirk Matten. Angestoßen wurde die Debatte um CSR vor allem in den 70er Jahren durch einen Artikel von Milton Friedman.

Keine einheitliche Definition

Dieser Sammelband stellt nun gleich zu Beginn fest, dass gesellschaftliche Veränderungen in den letzten 30 Jahren dazu geführt haben, dass CSR einen festen Platz in der Betriebswirtschaftslehre gefunden hat. Dennoch fehlt eine einheitliche Definition von CSR. Diese können die Autoren auch nicht liefern. Zu viele Bereiche umfasst die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. So werden in sieben Abschnitten des Buches im Wesentlichen drei Schwerpunkte behandelt:

1. Die Standortbestimmung der Wissenschaft

2. Die Perspektive der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen

3.  Da es sich vor allem um eine Festschrift zu Ehren von Gerd Rainer Wagner handelt, werden dessen Forschungsergebnisse reflektiert

Der Band offenbart vor allem eines: Der Platz der CSR ist in der Wissenschaft „weder fest in Stein gemeißelt noch besteht Konsens über Ausmaß und Status des Feldes“. Ein Eingeständnis, das jedoch nicht umfassend genug scheint. Warum existiert die Forschung zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen erst seit so kurzer Zeit? Warum brauchte es den Anstoß durch amerikanische Wirtschaftswissenschaftler? Haben wir in Europa und Deutschland keine eigenen Traditionen?

Das Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns

Schon Aristoteles beschäftigte sich vor über 2.000 Jahren mit der Frage des nachhaltigen Wirtschaftens. In seinem ersten „Buch der Politik“ beschreibt er, dass das Wirtschaften keine in sich selbst zweckhafte Sphäre sei, sondern Mittel zum guten und rechten Leben, das es um Tugend geht, nicht um Besitz. Der älteste Unternehmerverband der Welt, die norddeutsche Hanse, war seit Mitte des 12. Jahrhunderts nicht nur Schutzschild der Städte und wohlstandsfördernde Handelsorganisation, sondern auch Quelle vielfältigen sozialen Engagements. Seit damals wird nachweislich in Europa das Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns in Kaufmannshandbüchern gelehrt. Das war Jahrhunderte vor der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus und vor dem Aufstieg Amerikas zur Weltmacht. Auch der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist übrigens keine Übersetzung aus dem Amerikanischen. Er stammt aus der deutschen Forstwirtschaft und wurde zum ersten Mal 1713 vom sächsischen Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz formuliert.

Dennoch: Aus unterschiedlichen Perspektiven kommen verschiedenste Wissenschaftler in diesem Sammelband zu Wort und sammeln Informationen zu den Auswirkungen und zum Umfang von regionalem und sozialem Engagement. Insofern gibt der Band einen guten Ausblick in die Zukunft und bewertet den aktuellen Stand der Forschung. Allein der Blick auf die unternehmerische Realität fällt zu kurz aus.

Mehr Infos unter Rüdiger Hahn/Henrik Janzen/Dirk Matten (Hrsg.): Die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmens – Hintergründe, Schwerpunkte und Zukunftsperspektiven. Schäffer-Poeschel Verlag, 99,95€wird dieses und anderes Engagement genannt. Auch in der Wissenschaft ist das Thema angelangt. Wenn es dort auch noch „noch relativ jung“ ist, so die Autoren des Buches „Die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmens“, herausgegeben von Rüdiger Hahn, Henrik Janzen und Dirk Matten. Angestoßen wurde die Debatte um CSR vor allem in den 70er Jahren durch einen Artikel von Milton Friedman.

Keine einheitliche Definition

Dieser Sammelband stellt nun gleich zu Beginn fest, dass gesellschaftliche Veränderungen in den letzten 30 Jahren dazu geführt haben, dass CSR einen festen Platz in der Betriebswirtschaftslehre gefunden hat. Dennoch fehlt eine einheitliche Definition von CSR. Diese können die Autoren auch nicht liefern. Zu viele Bereiche umfasst die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. So werden in sieben Abschnitten des Buches im Wesentlichen drei Schwerpunkte behandelt:

1. Die Standortbestimmung der Wissenschaft

2. Die Perspektive der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen

3.  Da es sich vor allem um eine Festschrift zu Ehren von Gerd Rainer Wagner handelt, werden dessen Forschungsergebnisse reflektiert

Der Band offenbart vor allem eines: Der Platz der CSR ist in der Wissenschaft „weder fest in Stein gemeißelt noch besteht Konsens über Ausmaß und Status des Feldes“. Ein Eingeständnis, das jedoch nicht umfassend genug scheint. Warum existiert die Forschung zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen erst seit so kurzer Zeit? Warum brauchte es den Anstoß durch amerikanische Wirtschaftswissenschaftler? Haben wir in Europa und Deutschland keine eigenen Traditionen?

Das Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns

Schon Aristoteles beschäftigte sich vor über 2.000 Jahren mit der Frage des nachhaltigen Wirtschaftens. In seinem ersten „Buch der Politik“ beschreibt er, dass das Wirtschaften keine in sich selbst zweckhafte Sphäre sei, sondern Mittel zum guten und rechten Leben, das es um Tugend geht, nicht um Besitz. Der älteste Unternehmerverband der Welt, die norddeutsche Hanse, war seit Mitte des 12. Jahrhunderts nicht nur Schutzschild der Städte und wohlstandsfördernde Handelsorganisation, sondern auch Quelle vielfältigen sozialen Engagements. Seit damals wird nachweislich in Europa das Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns in Kaufmannshandbüchern gelehrt. Das war Jahrhunderte vor der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus und vor dem Aufstieg Amerikas zur Weltmacht. Auch der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist übrigens keine Übersetzung aus dem Amerikanischen. Er stammt aus der deutschen Forstwirtschaft und wurde zum ersten Mal 1713 vom sächsischen Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz formuliert.

Dennoch: Aus unterschiedlichen Perspektiven kommen verschiedenste Wissenschaftler in diesem Sammelband zu Wort und sammeln Informationen zu den Auswirkungen und zum Umfang von regionalem und sozialem Engagement. Insofern gibt der Band einen guten Ausblick in die Zukunft und bewertet den aktuellen Stand der Forschung. Allein der Blick auf die unternehmerische Realität fällt zu kurz aus.

Info: Rüdiger Hahn/Henrik Janzen/Dirk Matten (Hrsg.): Die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmens – Hintergründe, Schwerpunkte und Zukunftsperspektiven. Schäffer-Poeschel Verlag, 99,95€

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