Bitcoins: Was man über die Internetsicherheit digitaler Währungen wissen sollte

Der Firewall-Spezialist ZoneAlarm rät dazu bei der Verwendung von Bitcoins verstärkt auf die Sicherheit zu achten und sich gegen spezielle Trojaner wie Hesperbot zu schützen, um Cyber-Kriminellen den Diebstahl der digitalen Währung so schwer wie möglich zu machen.Immer mehr Menschen verwenden Crypto-Währung, wie beispielsweise Bitcoins, und auch immer mehr Unternehmen beginnen, diese zu akzeptieren. Allerdings steigt mit der wachsenden Popularität auch das Interesse von Cyber-Kriminellen, diese zu stehlen.

Crypto-Währung ist eine digitale Währung. Es gibt nichts Physisches – keine Münzen oder Dollarscheine. Sie wird von Computern erzeugt („mined“), die komplexe mathematische Berechnungen durchführen. Bitcoin ist vielleicht die bekannteste digitale Währung, die es derzeit gibt, aber es gibt noch viele andere, wie Dogecoin, Mazacoin, Megacoin und auch Solarcoin.

Der Wert der verschiedenen Crypto-Währungen fluktuiert, aber in den letzten Monaten ist der Bitcoin-Wert ständig gestiegen. Was viele Leute veranlasste zu denken, es könnte eine praktikable Alternativ-Währung zum allmächtigen Dollar, dem Euro und anderen Währungen werden. Dies ist eine natürliche Entwicklung. Mehr Publicity führt dazu, dass mehr Menschen Bitcoin kaufen, was wiederum bedeutet, dass mehr Unternehmen zustimmen, die Crypto-Währung zu akzeptieren – und die Cyber-Kriminellen sind sich einig, dass die digitale Währung wertvoll genug ist, sie zu stehlen. Es ist wichtig, die Bitcoins zu schützen, denn es ist genauso wie mit Bargeld – einmal gestohlen, ist es unmöglich, es wieder zurückzubekommen oder überhaupt herauszufinden, wer es genommen hat.

Sicherheitsbedenken bei Bitcoin

Laut einer neuen Dell SecureWorks-Studie gibt es bereits mehr als 100 spezifische Malware-Familien, die die Fähigkeit besitzen, Crypto-Währung zu stehlen. Zu dieser Liste gehört sowohl Malware, die speziell darauf ausgelegt ist, digitale Währung anzugreifen, sowie bereits existierende Malware, die mit neuen währungsspezifischen Funktionen angepasst wurde. Das Beängstigende an diesem Bericht ist die Tatsache, dass die meiste Malware, die Crypto-Währungen stiehlt, nicht besonders raffiniert ist und von „Skript-Kiddies“ beziehungsweise von jedem, der rudimentäre Programmierkenntnisse besitzt, entwickelt werden kann.

Ein Beispiel, wenn der Trojaner bereits so gestaltet ist, dass er Credentials von Online-Banking-Seiten stehlen kann, ist es nicht sehr schwierig, seine Funktionen dahingehend zu ändern, dass er auch Credentials aus der Geldbörse der Bitcoin-Nutzer oder von digitalen Währungsbörsen abfangen kann. Die Malware überwacht die Nutzeraktivität und beginnt, Tastenfolgen erst zu protokollieren, wenn der Nutzer versucht, auf die Cloud-basierte Geldbörse zuzugreifen oder sich auf der Umtauschseite einzuloggen, um Bitcoins zu versenden oder zu erhalten. Die Credentials werden abgefangen und zum Angreifer gesendet, der dann die Login-Informationen verwenden kann, um die Konten zu leeren.

Für Cyber-Kriminelle ist es auch nicht schwer Malware-Kits, die für den Diebstahl von Bitcoins verwendet werden können, von Untergrund-Foren zu kaufen.

Sichern Sie Ihre Bitcoins

Der meistverbreitete Malware-Typ für den Diebstahl von Crypto-Währung ist der, der sich gegen Nutzer-Geldbörsen richtet, die auf dem Computer gespeichert sind. Die Malware sucht nach der Datei “wallet.dat” oder nach anderen üblicherweise verwendeten Dateinamen und Verzeichnissen auf dem Computer. Dann lädt die Malware die gesamte virtuelle Geldbörse auf einen Remote-Server, damit der Angreifer den Schlüssel entnehmen und die Gelder aus der Geldbörse auf ein anderes Konto transferieren kann. Ist das Geld erst einmal weg, kann es nicht zurückverfolgt werden. Deshalb ist es, um Malware-Infizierungen zu erkennen, so wichtig, dafür zu sorgen, dass die Antivirus-Software auf dem Computer regelmäßig aktualisiert wird und dass man vorsichtig ist mit dem, was man aus dem Internet herunterlädt.

Die zunehmende Nutzung von Bitcoin – und anderen Formen digitaler Währung – bedeutet, dass Diebe, auf der Suche nach einem leichten Ziel, unweigerlich kommen und schnüffeln. Man muss bedenken, dass eines der größten Probleme beim Online-Betrug die Barauszahlung der gestohlenen Mittel nach der Überweisung von einem Nutzerkonto ist. Dies ist bei Bitcoin nicht der Fall, da es nur an eine bestimmte Email-Adresse gebunden ist. Keine Namen, keine identifizierenden Informationen und keine Möglichkeit zur Nachverfolgung, wohin das Geld geflossen ist. Deshalb müssen sich Nutzer vor Malware-Infektionen in Acht nehmen.

Wenn man sich dazu entschließt in Bitcoin oder in eine andere Crypto-Währungen zu investieren, sollte man für gute „Sicherheitshygiene“ sorgen. Man muss vorsichtig mit dem Herunterladen aus dem Internet sein und die Antivirus-Software stets auf dem neuesten Stand halten. Es empfiehlt sich auf Phishing-Email-Maschen zu achten, mit denen versucht wird, Credentials der virtuellen Geldbörse zu stehlen. Hat man eine Firewall oder ein ähnliches Sicherheitsprodukt installiert, kann verhindert werden, dass die Malware-Dateien der virtuellen Geldbörse über das Internet versendet werden beziehungsweise dass sie zu einem Remote Server transferiert werden. Es ist wichtig E-Mail-Konten zu schützen und sichere Passwörter für Umtauschkonto und für die virtuelle Geldbörse zu wählen, so dass Angreifer sich ihren Weg dorthin nicht gewaltsam bahnen können.

Letztendlich könnte der Diebstahl der Bitcoin- und Crypto-Währung profitabler sein, als der Diebstahl konventioneller Kreditkarten oder Bankraub. Aber es gibt Maßnahmen, die ergriffen werden können, um sich selbst zu schützen.

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