Bauernhof 2.0: Landwirte setzen auf das Internet

VernetzterBauernhofEchtzeitlösungen halten Einzug in die Landwirtschaft. Landwirte können damit den Einsatz von Düngemittel, Saatgut oder Maschinen optimieren und wertvolle Zeit, Kosten und Ressourcen einsparen. Unter anderem die Echtzeitsteuerung von Landmaschinen und intelligente Lösungen zur Gebäudeüberwachung und -automation.

Keine Chance für Viehdiebe und Einbrecher

Über sein Tablet oder Smartphone hat der Landwirt stets im Blick, was im Stall oder auf der Weide geschieht: Sensoren an verschiedenen Stellen des Hofes senden einen Alarm auf das Mobilgerät, wenn Tore, Türen oder Gatter unbefugt geöffnet werden, Brandmelder warnen rechtzeitig bei Rauchbildung.

Eine sogenannte „Secure Building Solutions“ lassen sich nach Bedarf um Videosysteme ergänzen, so dass Landwirte bei einem Alarm auch aus der Ferne live über mobile Endgeräte verfolgen können, was auf dem Hof vorgeht. Die einzelnen Komponenten, wie Videoüberwachung oder Einbruchmelder, sind dabei vernetzt und auch das Fernsteuern von Rolltoren oder anderen Elektroeinrichtungen ist über das System möglich.

 Landmaschine mit Satellitenkontakt

Beim Bewirtschaften von Feldern hilft moderne Technik, Mehrfachüberfahrten oder Versatz beim Säen, Düngen oder Ernten zu vermeiden. Ein Beispiel dafür ist RTK (Real Time Kinematic). Das Verfahren korrigiert die oft ungenauen GPS-Daten und funkt präzise Standortdaten in Echtzeit an Landmaschinen. Eine vernetzte Pflugmaschinen kann ihre Fahrspur damit beispielsweise automatisiert und genau ausrichten. Bisher mussten Landwirte dazu eigene RTK-Basisstationen auf ihren Höfen oder am Feldrand aufstellen. Der Nachteil: hohe Investitions- und Betriebskosten und eine abnehmende Datengenauigkeit mit steigender Entfernung von der Basisstation.

Gemeinsam mit Leica Geosystems und Sensor-Technik Wiedemann (STW) hat beispielsweise die Telekom nun eine kostengünstige Nachrüstlösung entwickelt, die GPS-Korrekturdaten direkt über das Mobilfunknetz in das Lenksystem von Landmaschinen einsteuert. Die Anschaffung einer RTK-Station ist nicht mehr nötig. Die Maschine sendet ihre Position dazu über das Mobilfunknetz in die Telekom Cloud. Ein Korrekturdatensystem errechnet die präzisen Positionsdaten und schickt sie sofort zurück an die Maschine. Die wiederum passt Fahrspur, Düngemittel- oder Saatguteinsatz automatisch an und optimiert zusätzlich den Spritverbrauch.

Mehr Effizienz und Transparenz dank mobiler Zeiterfassung

Die Telekom hat mit ihrem Partner MobilZeit weiter eine mobile Zeiterfassungslösung entwickelt, die Landwirten hilft, den Verwaltungsaufwand zu verringern und neue gesetzliche Vorgaben zu Mindestlohn und Arbeitszeit einzuhalten. Das Zeiterfassungssystem hat die Größe eines Mobiltelefons und ist mit Display, Tastatur und Auswertungssoftware ausgestattet. Mitarbeiter des Hofes erhalten einen münzgroßen Chip, den sie zu Beginn und am Ende der Arbeitszeit vor das Lesegerät halten.

Dank integriertem RFID-Transponder (Radio Frequency Identification) lässt sich der Chip berührungslos auslesen und die Arbeitszeit automatisch erfassen. Die Daten werden über die Telekom-SIM-Karte im Lesegerät an einen zentralen Rechner übertragen und Landwirten über die Auswertungssoftware bereitgestellt. Neben der Dokumentationspflicht in Zusammenhang mit dem Mindestlohn hilft das System, die Arbeitszeiten bestimmten Kostenstellen zuzuordnen. In Relation zur Erntemenge lassen sich so Lohnkostenanteil und Gewinn berechnen.

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