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Kommentar: Zukunft der Erwerbsarbeit: Ohne Grundeinkommen wird es nicht gehen

 

Doris Albiez, Deutschland-Chefin von Dell EMC,

Doris Albiez, Deutschland-Chefin von Dell EMC,

sieht im Zuge der Digitalisierung große gesellschaftliche Umwälzungen bevorstehen. Nach Ansicht von Albiez muss daher über die Zukunft der Erwerbsarbeit disruptiv nachgedacht werden. Dabei sollte das Modell des bedingungslosen Grundeinkommens, das in der Wirtschaft immer mehr Zustimmung erfährt, endlich ernster genommen werden.

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt ganz grundlegend. Wir stehen derzeit am Beginn einer enormen technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umwälzung. Dabei muss eines klar sein: Automatisierung, Vernetzung und Künstliche Intelligenz (KI) werden zahlreiche Arbeitsplätze und ganze Berufsbilder obsolet werden lassen. Anders als in früheren Umwälzungen sind diesmal auch höher qualifizierte Jobs massiv betroffen.

Wir können uns nicht darauf verlassen, dass die Digitalisierung für einen Ausgleich durch neue Arbeitsplätze sorgt. Und selbst für diesen Fall gilt: Die Friktionen werden gewaltig sein, weil diejenigen, die ihren Arbeitsplatz durch Digitalisierung verlieren, nicht automatisch die sein werden, die die neuen, digital ausgerichteten Arbeitsplätze einnehmen.

„Wir stehen mit der Digitalisierung nicht nur vor einer technischen, sondern auch vor einer sozialen Disruption“, meint Doris Albiez, Senior Vice President & General Manager Dell EMC Deutschland. „In der Wirtschaft schrillen längst die Alarmglocken, trotzdem wird das Thema in der Öffentlichkeit noch nicht so recht ernst genommen. Meist übt man sich in Beschwichtigung und hofft, dass es schon nicht so schlimm kommen wird. Tatsächlich aber steckt man bloß den Kopf in den Sand und verpasst dadurch die Chance, rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.“

Das Lebensmodell der Erwerbsarbeit wird sich nach Auffassung von Albiez in den nächsten Jahren verändern. Für jeden Einzelnen wird es Phasen von klassischer Beschäftigung, von Teilzeitarbeit, von selbständiger Tätigkeit und von Zeiten geben, in denen man sich um Familie, Bildung oder auch um gesellschaftliche Aufgaben kümmert. Zwischen solchen Phasen werden die Menschen flexibel hin und her wechseln. Darauf sind aber die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, allen voran die Sozialsysteme, nicht abgestimmt. Hier gilt beispielsweise Nicht-Beschäftigung immer noch als Ausnahme, die es unbedingt zu vermeiden gilt und die deshalb mitunter auch sanktionsbewehrt ist. Das ist aber ein Modell aus dem Zeitalter der Industrialisierung und passt überhaupt nicht mehr in die digitale Ära.

„Wir können es uns als Gesellschaft nicht leisten, dass diejenigen, die mit der Digitalisierung nicht Schritt halten können oder die sich einfach andere Prioritäten als Erwerbsarbeit setzen, aus dem sozialen Raster fallen. Eine Prekarisierung größerer Teile der Gesellschaft würde die Gesellschaft insgesamt gefährden“, warnt Albiez.

Daher muss ernsthaft über disruptive Modelle für die Organisation von Erwerbsarbeit und Lebensgrundlagen nachgedacht werden. „Führende Köpfe der Wirtschaft setzen sich schon seit längerem mit guten Argumenten für das bedingungslose Grundeinkommen ein. Ich habe trotzdem den Eindruck, dass das allzu oft leichtfertig vom Tisch gewischt wird, weil es zu unbequem ist, weil es die eingefahrenen Gleise verlässt und sicher auch manchen Besitzstand in Frage stellt“, sagt Albiez. „Aber es hilft nichts: Wir werden auch in diesen Fragen disruptiv denken müssen. Ich sehe das im Grunde wie Siemens-Chef Joe Kaeser: Auf Dauer wird eine Art Grundeinkommen völlig unvermeidlich sein . Umso wichtiger ist es, die Diskussion darüber nicht noch länger aufzuschieben.“

Weitere Quellen zum BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen) aus Sicht der Wirtschaft

http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-12/digitale-revolution-telekom-timotheus-hoettges-interviewhttps://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/leben-in-wuerde-dax-chefs-fordern-bessere-soziale-absicherung/20457960.htmlhttp://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/weltwirtschaftsforum/sap-vorstand-leukert-sagt-ein-grundeinkommen-hilft-allen-14026906.html

Umfrage: Deutsche wünschen sich einen neuen digitalen Humanismus

Ein Beitrag in der „Funkschau“: Die Digitalisierung verändert einfach alles – wie wir arbeiten, uns fortbewegen und nicht zuletzt, wie wir unsere Freizeit verbringen. Die Aussichten für eine rosige digitale Zukunft könnten kaum besser sein: Doch 62 Prozent der Deutschen vermissen den „Fokus Mensch“ bei digitalen Technologien. .. mehr

 

Digitale Sprachassistenten erreichen den Massenmarkt

 

Smarte Speaker erobern die Wohnzimmer: Jeder achte Bundesbürger ab 18 Jahren (13 Prozent) nutzt bereits einen intelligenten Lautsprecher mit digitalem Sprachassistenten wie Amazon Alexa.

Das entspricht 8,7 Millionen Menschen in Deutschland. Auch das Wissen um Sprachsteuerung hat sich rasant verbreitet. Vier von fünf Bundesbürgern (84 Prozent) haben schon von digitalen Sprachassistenten gehört, 2017 waren es erst zwei Drittel (69 Prozent) und 2016 gerade einmal 5 Prozent. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) kann sich vorstellen, zukünftig per Sprache Geräte zu steuern und 4 Prozent wollen sich in den nächsten zwölf Monaten einen Sprachassistenten anschaffen.

Das zeigt die Trendstudie „Consumer Technology 2018“, die der Digitalverband Bitkom und das Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte  vorgestellt haben. „Wir erleben gerade den rasanten Aufstieg intelligenter Sprachassistenten”, sagte Dr. Christopher Meinecke, Leiter Digitale Transformation im Bitkom. „In den nächsten Jahren werden wir immer mehr Geräte wie selbstverständlich mit unserer Stimme steuern. Hier entsteht gerade ein neuer Milliardenmarkt.“

Sprachassistenten feiern Durchbruch im Smart Home

Vor allem die Möglichkeit, die digitalen Sprachassistenten mit Smart-Home-Geräten zu verbinden, ist sehr beliebt. So geben sieben von zehn Nutzern (70 Prozent) an, mit ihrem Smart Speaker andere Geräte im Haushalt zu steuern. Ein Drittel (37 Prozent) derjenigen, die Smart-Home-Anwendungen besitzen, steuert sie per Stimme. Der intelligente Lautsprecher liegt damit gleich hinter Smartphone (76 Prozent) und Tablet (44 Prozent). „Sprachassistenten werden in immer mehr Geräte integriert. Entscheidend für den Erfolg wird ein großes Angebot an Anwendungen sowie die Vernetzung mit anderen smarten Geräten sein“, so Meinecke.

Schon jetzt nutzen Verbraucher ihre Sprachassistenten vielseitig. Zwei Drittel (69 Prozent) spielen per Sprachbefehl Musik ab und hören Radio. Für viele steht der Informationsgewinn im Vordergrund: Jeder dritte Nutzer erfragt die Abfahrtszeiten von öffentlichen Verkehrsmitteln (34 Prozent) oder lässt sich Verkehrsnachrichten (32 Prozent) durchgeben.

Jeder Vierte (27 Prozent) lässt sich über aktuelle Sportergebnisse informieren, jeder Fünfte bestellt ein Taxi (22 Prozent) oder stellt ganz allgemein Suchanfragen (21 Prozent). Auch für die Organisation von Terminen und für Mails werden die Geräte eingesetzt: Jeder Vierte (24 Prozent) hat bereits per Spracheingabe seinen Kalender aktualisiert und 15 Prozent lassen sich von der künstlichen Intelligenz Mails vorlesen.

Erst wenige (8 Prozent) diktieren ihre Nachrichten ein. Meinecke: „Noch spielen Sprachassistenten vor allem Musik ab und geben das Wetter durch, künftig bilden sie die Grundlage eines selbstbestimmten Lebens im Alter. Zum Beispiel wenn ältere Menschen die Geräte nutzen, um mit ihrer Stimme Haushaltsgeräte zu steuern oder sich die Nachrichten ihrer Enkel vorlesen zu lassen.“

Tech-Trend Augmented Reality

Mit digitalen Sprachassistenten hat das Smartphone als Steuerungszentrale des vernetzten Zuhauses innerhalb von zwei Jahren große Konkurrenz bekommen. Nach wie vor stößt das Smartphone als Universalgerät in vielen Branchen entscheidende Entwicklungen an. Augmented Reality ist eine davon, die sich immer mehr in der Bevölkerung durchsetzt.

Zwei Drittel der Bundesbürger (68 Prozent) haben bereits von Augmented Reality gehört. Jeder Fünfte (21 Prozent) hat bereits eine Augmented-Reality-Anwendung mit dem Smartphone ausprobiert. „Das gesamte mobile Ökosystem wird von der Augmented Reality profitieren“, sagte Klaus Böhm, Director und Leiter Media bei Deloitte. „Im Jahr 2023 werden rund 20 Millionen Konsumenten in Deutschland mindestens einmal pro Woche Augmented-Reality-Angebote nutzen.“

Knapp jeder Fünfte (19 Prozent) will Augmented Reality in Zukunft ausprobieren. Das Interesse an Augmented Reality ist besonders beim Reisen groß. Ein Drittel der Internetnutzer (33 Prozent) kann sich vorstellen, diese zur Navigation und als Reiseführer zu nutzen. Jeder Fünfte (22 Prozent) würde mit Augmented Reality lernen. Auch Games (21 Prozent), Shopping (19 Prozent) und Social Media (15 Prozent) sind mögliche Anwendungsszenarien. „Augmented Reality wird zu einem wesentlichen Feature mobiler Navigationsangebote werden. Auch AR-basierte Reiseführer werden sich schnell etablieren“, sagte Böhm. „Großes Potenzial gibt es auch beim E-Learning: Augmented Reality veranschaulicht komplexe Zusammenhänge und schafft durch spielerische Elemente zusätzliche Motivation.“

Die Trendstudie „Consumer Technology 2018“ steht hier zum kostenlosen Download bereit.

Kundenservice & Co.: Wie Bots die Zukunft bestimmen

In nicht allzu ferner Zukunft übernehmen autonome Systeme eine Vielzahl von Aufgaben. Während Menschen von zahlreichen alltäglichen Aufgaben entlastet werden, besteht zugleich die Befürchtung, dass wir mit dieser Entwicklung auch an Autonomie verlieren könnten. (Copyright: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard)betroffenen wissenschaftlichen Disziplinen beleuchtet, wie autonome Systeme unser Leben und auch unser Selbstverständnis verändern werden. (Copyright: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard).

In nicht allzu ferner Zukunft übernehmen autonome Systeme eine Vielzahl von Aufgaben. Während Menschen von zahlreichen alltäglichen Aufgaben entlastet werden, besteht zugleich die Befürchtung, dass wir mit dieser Entwicklung auch an Autonomie verlieren könnten. (Copyright: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard)betroffenen wissenschaftlichen Disziplinen beleuchtet, wie autonome Systeme unser Leben und auch unser Selbstverständnis verändern werden. (Copyright: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard).

Künstliche Intelligenz verändert unser tägliches Leben. Galt der Touchscreen bei Smartphones vor zehn Jahren noch als Sensation, ist er heute völlig selbstverständlich geworden. Die nächste große Veränderung, die ähnlich einschneidend sein wird, erobert gerade weltweit die Märkte: Sprache als neues Interface. Stichworte: Amazons Alexa und Google Home. Millionen dieser Geräte stehen bereits in Haushalten in aller Welt. Auch beim Thema Kundenservice spielen Bots und Sprache eine immer wichtigere Rolle.

Chatbots und andere KI-gesteuerte virtuelle Agenten haben den Kundenservice bereits jetzt in seiner Struktur vollkommen verändert. Doch das ist nur der Anfang der „Bot-Revolution“, denn durch APIs werden Chatbots mit nachhaltigen Lernprozessen verknüpft und tauchen plötzlich an Orten auf, an denen man sie nie vermutet hätte.

Menschliche Züge: Chatbots verbessern den Service

Das Kontaktcenter der Zukunft erhält bereits beim Klingeln des Telefons Informationen über den Kunden und kann mit einer relativ großen Wahrscheinlichkeit voraussagen, worüber der Anrufer gleich sprechen möchte. Die dahinterstehende künstliche Intelligenz (KI) macht den Menschen jedoch nicht überflüssig, sondern ergänzt ihn. Sie erweitert bloß die Fähigkeiten der dort Angestellten, greift ihnen in vielen Situationen unter die Arme und macht sie so produktiver.

Auf diese Weise können Anfragen schneller und besser bearbeitet werden. Ein Beispiel: Man ruft seine Bank an und bleibt erst einmal in der Warteschleife stecken – oder muss sein Anliegen einem Mitarbeiter nach dem anderen immer wieder neu erklären.

Viele Finanzinstitute haben ihre Customer Journey deshalb mithilfe von Chatbots verkürzt, die häufig gestellte Fragen schneller und direkter beantworten können. Ist trotzdem ein Gespräch notwendig, wird der Kunde zu einem „echten“ Mitarbeiter weitergeleitet, der Zugriff auf die Vorgeschichte und die Chat-Kommunikation seines Gesprächspartners hat.

Das verbessert die Servicequalität und die Customer Experience insgesamt deutlich. Menschen haben gerne mit Menschen zu tun. Doch die künstliche Intelligenz sorgt dafür, dass immer häufiger menschenähnliche virtuelle Assistenten und Chatbots zum Einsatz kommen. Sie nutzen die natürliche Sprache, um – aufbauend auf der traditionellen Kommunikation zwischen Mitarbeiter und Klient – immer mehr Nuancen und Zusammenhänge zu verstehen. Viele Unternehmen integrieren Chatbots in ihre vorhandenen Applikationen, um den steigenden Kundenansprüchen gerecht zu werden und die Customer Experience zu optimieren.

Nahtlose Kommunikation

Schlechter Kundenservice kann einen Konzern teuer zu stehen kommen: Er beeinträchtigt die Kundenloyalität, führt zu Kundenabwanderungen und behindert die Akquise neuer Kundschaft. Doch Chatbots, CPaaS und andere Technologien mit kontextbezogener Kommunikation werden künftig dafür sorgen, dass weniger Applikationen benötigt werden, um Vorgänge abzuwickeln.

Und sie werden den Prozess beschleunigen, mit dem der Kunde über Verzögerungen beziehungsweise Änderungen benachrichtigt wird. Beides bringt den Unternehmen riesige Vorteile.

Die „Bot-Revolution“ hat Technologien hervorgebracht, die bei Kundenanfragen oder -problemen mehr Kontext liefern und im Handumdrehen eine Lösung parat haben. Doch damit nicht genug: Die Bots können überall mit dem Kunden kommunizieren – per Chat, per In-App-Mitteilung, per SMS oder per Sprachnachricht.

Diese nahtlose Kommunikation ist in vielen Bereichen immer noch eines der größten Probleme bei der Customer Experience: Unternehmen können die unterschiedlichen Kommunikationskanäle (SMS, Festnetz, Apps, Sprachnachricht, Social Media) oft nicht unter einen gemeinsamen Hut bringen.

Sprich: Sie sind nicht in der Lage, diese verschiedenen Kommunikationsstränge zu einem fortlaufenden Dialog zu verknüpfen. In jedem Kanal musste der Kunde immer wieder neu erklären, wer er ist und was er gerade möchte. Denn jedes Gespräch, das auf einem Kanal geführt wurde, fand isoliert von der Kommunikation auf den anderen Kanälen statt. Dies ändert sich gerade zum Positiven.

Chatbots in CRM-Plattformen oder Datenbanken einbetten

Einer der wichtigsten Treiber für die Weiterentwicklung der Chatbots ist die technische Integration. Bots können in CRM-Plattformen, Unified-Communications-Systeme oder interne Datenbanken integriert werden. Chatbots, die isoliert eingesetzt werden, sind lediglich vorprogrammierte Antwortpakete – sie verfügen weder über Daten, die einen weiterbringen, noch über ein Backup.

Ein integrierter Chatbot dagegen kann beispielsweise historische Daten nutzen, um sich wiederholende Fragen zu übergehen. Er kann auch durch Sentimentanalysen erkennen, wann ein Nutzer verärgert ist – und ihn dann umgehend an einen Call-Center-Mitarbeiter weiterleiten. Über APIs haben die Unternehmen die Möglichkeit, ihre Chatbots in ein breiter aufgestelltes Communications-Ökosystem einzubinden und sie nicht nur intelligenter, sondern auch nützlicher zu machen. Darüber hinaus wurden einige der wichtigsten KI-Innovationen der letzten Zeit im Bereich Voice-Bots entwickelt.

Voice als User Interface

Immer mehr Geräte lassen sich per Sprache steuern, etwa die eingangs erwähnten Smart-Home-Assistenten Amazon Alexa und Google Home. Sprachbefehle sind nicht nur schneller, sie machen – anders als bei der manuellen Eingabe – den Blick auf den Bildschirm überflüssig. Mit dieser unkomplizierten Methode können private und berufliche Aufgaben in kürzerer Zeit abgearbeitet werden, ohne den Tagesablauf zu unterbrechen.

Und das ist erst der Anfang: Sprach- und Gestensteuerung halten zum Beispiel auch in Autos Einzug. In Zukunft werden wir per Sprachinterface unser Leben – privat wie beruflich – organisieren. Das gilt auch für das Einkaufen: Bald werden wir uns unter dem Stichwort „Voice Commerce“ online mit Sprachbots über die Produkte unterhalten, für die wir uns interessieren. Dadurch wird das Argument „Beratung bekommt man nur im Laden“ hinfällig, was wiederum die Art, wie wir shoppen, massiv beeinflusst. Mehr noch: Das gesamte Internet erfährt eine Transformation – von der bald altmodischen Texteingabe samt Maus und Tastatur hin zu einem von Videos und Sprache dominierten System. Bildschirme und Tastaturen werden irgendwann zu Raritäten zählen.

Oberste Priorität: Entwicklung von plattformübergreifenden Bots

Die Entwicklung von Programmen für Geräte mit künstlicher Intelligenz und virtuellen Agenten beziehungsweise Assistenten gehört für zukunftsorientierte Entwickler mittlerweile zu den obersten Prioritäten. In dieses Forschungsfeld werden derzeit Milliarden investiert. Zwar ist es nach wie vor eine Herausforderung, Bots zu entwickeln, die plattformübergreifend interagieren.

Doch in den nächsten Monaten und Jahren wird es immer mehr SDKs und andere Frameworks geben, mit denen plattformübergreifende Voice-Bots geschaffen werden können. Wir steuern auf eine Welt zu, in der API-gestützte Bots, die nahtlos zwischen verschiedenen Kanälen wie Telefon und Chat wechseln, die Norm sein werden. Den meisten Bots liegt eine Technologie zugrunde, die natürliche Sprachverarbeitung mit Spracherkennung kombiniert und auf beinahe jeden Kommunikationskanal angewendet werden kann.

Für den Kunden ist das ein Segen, denn so kann er mit den Bots interagieren, wie es ihm gerade gefällt: über Facebook Messenger, WhatsApp, per Voice, Chat oder Messaging. Diese Art flexibler, dynamischer künstlicher Intelligenz wird dafür sorgen, dass der Kundenservice konsistenter und umfassender wird. Kunden, die Hilfe brauchen, werden jederzeit Unterstützung bekommen, und zwar über jeden beliebigen Kanal.

Autor: Thomas Klar ist Country Manager Deutschland für Nexmo, der API-Plattform von Vonage. Er verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich Cloud Communication und Business Technology und konzentriert sich bei Nexmo auf den Ausbau der aktuellen Marktpräsenz und des vorhandenen EMEA-Kundenstamms sowie um die globale Expansion von Nexmo. Der Fokus liegt hierbei auf dem deutschen Markt. 

Studie: Jugend (ver)zweifelt an Smartphone-Kompetenz von Eltern und Großeltern

Egal ob Middle-, Best- oder Silver-Ager – aus Sicht der 16- bis 35-Jährigen haben Eltern und Großeltern in Sachen Smartphone den Anschluss verloren. So sagen 81 Prozent der für die aktuelle Studie „Familie und Smartphone“ Befragten, dass ihre Eltern langsamer mit dem Smartphone umgehen als sie.

Zudem kritisieren 66 Prozent der Kinder, dass ihre Eltern viele Funktionen des internetfähigen Handys nicht verstehen. In der Generation der Großeltern beschränken sich nach Aussage ihrer Enkel sogar 77 Prozent auf nur wenige Funktionen des Smartphones. Für die Studie hat der Mobiltelefon-Anbieter Emporia 1.000 junge Bundesbürger befragt.

„Wie unsere Studie weiter zeigt, geht es den Befragten dabei nicht um jugendliches Imponiergehabe, weil sie die gerade angesagte App praktisch mit geschlossenen Augen bedienen können“, sagt Eveline Pupeter, CEO und Eigentümerin von Emporia. „Im Gegenteil: Die so genannten Digital Natives haben ein gutes Gespür dafür, warum die ältere Generation oft größere Probleme mit dem Smartphone hat.“ So sagen 75 Prozent der Studien-Teilnehmer, dass es ihre Großeltern stresst, wenn sie sich an ein anderes System oder eine andere Art der Bedienung gewöhnen müssen. „Was für die Enkel ein cooles Update ist, wird für die Großeltern also schnell zur digitalen Hürde“, so Emporia-CEO Pupeter.

Neben dem Wunsch nach vertrauten Symbolen und Benutzeroberflächen werden die Smartphone-Ambitionen vieler älterer Menschen auch durch den Faktor Angst ausgebremst. Mehr als zwei Drittel der Enkelkinder beobachten bei ihren Großeltern, dass diese stets befürchten, etwas mit dem Smartphone falsch zu machen.

Kein Wunder: Denn während die mittlere Generation oft über den beruflichen Einsatz von PC und Internet eine eigene Technik-Kompetenz aufbauen konnte, haben die Älteren noch die „Fasse Dich kurz“-Aufkleber an der Telefonzelle oder Geschichten von horrenden Telefonrechnungen in der Fernsehsendung „Vorsicht Falle!“ vor Augen.

Abgesehen von diesen kulturellen Unterschieden zwischen den Generationen kommt als zusätzlicher Stress-Faktor noch das Thema Gesundheit hinzu. „Ältere Menschen wissen es beispielsweise sehr zu schätzen, wenn ihre Smartphone-Oberfläche vor allem das Ziel guter Lesbarkeit verfolgt und sie auch mit eingeschaltetem Hörgerät störungsfrei telefonieren können“, so Emporia-Chefin Pupeter. „Multi-Tap-Funktionalitäten, die nur mit ausgefeilter Finger-Akrobatik unfallfrei zu bedienen sind, überlassen die Senioren hingegen lieber ihren Enkelkindern.“

Cybermobbing, Bullying & Co – Profiler Suzanne Grieger-Langer meint: „Opfer haben das Recht auf Vergessenwerden!“

Laut aktuellen Schätzungen werden in Deutschland 1,5 Millionen Menschen gemobbt: In der Schule, auf der Arbeit – und zunehmend auch im Internet. Die Gründe dafür, dass jemand zum Opfer wird, sind denkbar banal: Oft reicht es schon aus, in irgendeiner Weise von der Norm abzuweichen, um in den Fokus der Hater zu geraten.

Während die Motive seit Jahren die gleichen sind, ist im Zuge der Digitalisierung ein neuer, unschöner Trend zu beobachten: Mobbing verlagert sich zunehmend ins Internet. Die Anonymität des Internets habe die Hemmschwelle für Mobber stark gesenkt, beobachtet Profiler Suzanne Grieger-Langer.

Der Fluch der Anonymität

„Das Internet bietet Mobbern den perfekten Rahmen für ihre perfiden Angriffe: Hier können sie Lügen über ihre Opfer verbreiten, ohne befürchten zu müssen, dafür zur Verantwortung gezogen zu werden. Denn das Internet bietet Trollen mannigfaltige Möglichkeiten, unerkannt und anonym zu bleiben“, hebt die Bestseller-Autorin hervor. Das virtuelle Bullying findet vorwiegend in den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter statt. Die Kommentare, die sich oft rasend schnell verbreiten, reichen von schlichten Beleidigungen bis hin zur Veröffentlichung unangemessener Fotos, die das Opfer denunzieren, oder privater Informationen. Dabei stehen sich die unterschiedlichen Geschlechter beim Cybermobbing in nichts nach – obwohl sich die Formen des Bullyings deutlich voneinander unterscheiden.

Frauen mobben subtil

„Während Frauen eher subtil mobben, indem sie schlecht über jemand anderes reden, sich lustig über ihr Opfer oder dieses lächerlich machen, kann Mobbing bei Männern in handfesten Drohgebärden münden: Mobbende Männer neigen dazu, ihr Opfer zu erniedrigen und schrecken oftmals auch nicht vor der Androhung von Gewalt zurück“, weiß die Persönlichkeitsexpertin. Viele Mobbingopfer gehen durch die Hölle – mitunter wird die psychische Belastung so groß, dass ein Ausweg nur noch im Suizid gesehen wird. „Mobbing-Opfer sollten nicht zu lange damit warten, sich Hilfe zu holen“, betont Suzanne Grieger-Langer. Mithilfe professioneller Unterstützung könne man aufkommendes Online-Mobbing bereits im Keim ersticken. „Je größer die Kreise werden, die das Mobbing im Internet zieht, desto schwerer ist es, die Reputation des Opfers wieder herzustellen“, weiß die gefragte Vortragsrednerin.

Die Expertin empfiehlt, sich zunächst einmal selbst zu googeln. „Wer weiß, welche Informationen über ihn im Internet kursieren, kann Gegenmaßnahmen ergreifen. So ist es etwa möglich, bei den Seitenbetreibern gezielt die sofortige Löschung von Beiträgen oder Bildern fordern“, betont Suzanne Grieger-Langer. Die rechtliche Grundlage dafür habe der Europäische Gerichtshof im Jahr 2014 mit einem Urteil geschaffen, dass das Recht auf Vergessenwerden im Internet verbrieft.

Hintergrund

Suzanne Grieger-Langer ist die Frontfrau der Grieger-Langer Gruppe und seit rund 25 Jahren erfolgreiche Unternehmerin in einem volatilen Markt. Suzanne Grieger-Langer ist Wirtschaftsprofiler. Die Erkennung von persönlichen Potenzialen, aber auch von Betrug, sind ihr tägliches Geschäft. Die von ihr entwickelten Methoden gelten als Meilenstein der Betrugserkennung. Die Bestseller-Autorin und Vortragsrednerin lehrte an verschiedenen Hochschulen und ist auch heute noch als Dozentin und Lehrbeauftragte aktiv. Sie ist gefragte Expertin in der Wirtschaft und in den Medien, wenn es um Persönlichkeitsentwicklung, Sicherheit und Schutz vor Unternehmensrisiken geht. Sie kreiert mentale Sicherheitsarchitekturen für Top-Entscheider und analysiert Gegner in existentiellen Verhandlungen. Ihr Profiling ist der Schlüssel zu 7 Milliarden Menschen. Sie hilft, die Untiefen des Lebens zu umschiffen.

Rhetorik im digitalen Zeitalter – eine Frage der Glaubwürdigkeit?

Die Digitalisierung, die inzwischen in nahezu allen Bereichen unserer heutigen Gesellschaft einen Wandel ausgelöst hat, macht auch vor der Kunst und Wissenschaft der Überzeugung nicht halt. Sprache und die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren, haben sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Kommunikation ist schneller, unmittelbarer und so vielleicht auch manipulativer geworden. Softwareentwickler arbeiten inzwischen schon an eigenen Argumentationssystemen, die sich mit dem Menschen messen können. Im Interview mit politik-digital.de spricht Prof. Dr. Till über die Rolle der Rhetorik in der digitalen Gesellschaft, die Gefahren von Manipulation im Netz und welche Bedeutung die Glaubwürdigkeit des Redners dabei hat. … mehr …

 

Gesellschaftliche Entwicklun­gen als Treiber neuer Technologien im Banking

Ist die Rede von Technologie, denken viele von uns wohl an Roboter, selbstfahrende Autos oder Virtuelle Realitäten. Im Zentrum steht dabei die Datenverarbeitung. Dabei kann der Eindruck entstehen, als würde die Technologie ihre Verbreitung der Tatsache verdanken, dass sie einen neuen Bedarf in der Gesellschaft erzeugt, der ohne sie unentdeckt geblieben wäre, ist im „IT Finanzmagazin“ zu lesen. … mehr

 

Fünf Megatrends, welche die Grenzen zwischen Mensch und Maschine verwischen werden

blitzeVon den 35 Must-Watch-Technologien, die im Emerging Technologies Hype Cycle 2018 vertreten sind, hat das Research- und Beratungsunternehmen Gartner fünf Megatrends identifiziert, welche die Grenzen zwischen Mensch und Maschine verwischen werden. Gerade Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) spielen eine entscheidende Rolle dabei, dass Unternehmen flächendeckend, immer verfügbar und mit Unternehmens-Ökosystemen verbunden sind, um in naher Zukunft bestehen zu können.

Diese Megatrends werden laut Gartner die Zukunft maßgebend prägen

  1. Demokratisierung von KI: Auf KI basierende Technologien werden in den nächsten zehn Jahren virtuell jedem zur Verfügung stehen. KI wird einem breiten Publikum zugänglich und Early Adopter werden auf neue Situationen treffen und Probleme lösen, die ihnen bislang unbekannt waren. Demokratisierte KI wird unter anderem folgende Technologien voranbringen: Autonomes Fahren (Level 4 und 5), intelligente Roboter, virtuelle Assistenten, AI Platform as a Service, autonome mobile Roboter und viele weitere.
  1. Digitalisierte Ökosysteme: Diese werden zum Grundstein von New Business Modellen, die Menschen und Technologien verbinden. Dieser Trend wird von Technologien wie Blockchain, IoT Plattformen, Digital Twin, Data Security Blockchain und Knowledge Graph vorangetrieben.
  1. Do-It-Yourself Biohacking: Die nächste Dekade wird zum transhumanen Zeitalter– in dieser kann Biologie gehackt werden. Besonders hier stellt sich die Frage, inwiefern die Gesellschaft verschiedene Anwendungsbereiche akzeptieren wird und welche ethischen Fragen sich daraus ergeben werden.
  1. Transparente immersive Erfahrungen: Der Mensch wird auch weiterhin im Mittelpunkt von Technologie stehen, bei der Menschen, Unternehmen und Dinge zunehmend transparenter werden. Dies ermöglicht neue Bereiche und ein smarteres Leben und Arbeiten.
  1. Flächendeckende Infrastruktur: Infrastruktur ist nicht länger auf Unternehmensziele ausgerichtet. Die Einführung und breite Popularität von Cloud Computing und seinen vielen Varianzen ermöglichen ein stets verfügbares und grenzenloses Umfeld.
(Bildquelle: Gartner August 2018)

(Bildquelle: Gartner August 2018)

„Wirtschafts- und Technologieführer werden weiterhin mit einer sich rasant beschleunigenden technologischen Innovation konfrontiert sein, die die Art und Weise, wie sie mit ihren Mitarbeitern interagieren, mit ihren Partnern zusammenarbeiten und Produkte und Dienstleistungen für ihre Kunden schaffen, tiefgreifend beeinflussen wird“, betont Mike J. Walker, Research Vice President bei Gartner. „CIOs und Technologieführer sollten stets den Markt im Blick haben und neue Technologien prüfen und bewerten. So lassen sich neue Möglichkeiten mit hohem Wirkungspotenzial und strategischer Relevanz für ihr Unternehmen identifizieren.“

Der Emerging Technologies Hype Cycle ist der am längsten bestehende jährliche Gartner Hype Cycle und bietet einen branchenübergreifenden Ausblick auf die Technologien und Trends, die Unternehmensstrategen, Chief Innovation Officers, R&D-Leiter, Unternehmer, globale Marktentwickler und Teams im Bereich Emerging Technologies bei der Entwicklung ihres Portfolios berücksichtigen sollten.

Smartphones im Supermarkt führen zu Kaufrausch

Zum wöchentlichen Einkauf sollten Nutzer ihre Smartphones lieber nicht mitnehmen. Denn andernfalls laufen sie Gefahr, wesentlich mehr Geld auszugeben als geplant. Ladenbesitzer könnten von dieser Erkenntnis hingegen profitieren. Das zeigt eine aktuelle Studie der Stockholm School of Economics  und der University of Tennessee   laut „Pressetext“ … mehr

 

Neue Netzpolitische Gremien: Datenethikkommission besetzt, Digitalrat noch nicht

Ein Viertel der aktuellen Legislaturperiode ist bereits um und noch immer sind nicht alle netzpolitischen Gremien der Bundesregierung besetzt. Wer in den von der Union forcierten Digitalrat kommt, ist weiterhin unklar. Dafür nimmt die Ethikkommission in den nächsten Wochen ihre Arbeit auf. Sie soll eine Neuordnung des Datenrechts vorbereiten, berichtet „Netzpolitik.org“ . … mehr

 

What does the US government know about you?

Article in “privacy.net” by Dennis Anon: How much does the US government know about you? It’s not a question easily answered. The US government operates the largest and most advanced spying, surveillance, and data collection programs on the planet. It’s made up of multiple law enforcement and intelligence agencies, some of which operate in secret. The federal government, of course, consists more than two dozen major agencies that perform regular record keeping for operational purposes, such as the Internal Revenue Service, Department of Housing and Urban Development, and Social Security Administration. ..read more