1.Februar ist der „Change your Password Day“

Der 1. Februar ist der „Change your Password Day“. Aus diesem Anlass erinnert das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) an die wichtigsten Tipps zur Erstellung starker Passwörter.

HPI-Direktor Professor Christoph Meinel kritisiert, dass die Zahlenfolge „123456“ nach wie vor das weltweit beliebteste Passwort ist, dicht gefolgt von „12345678“, „111111“ und „qwerty“. Rund jeder fünfte Internetnutzer verwende nach einer Auswertung des Potsdamer Informatikinstituts das gleiche Passwort für mehrere Dienste. Dabei ließen sich Meinel zufolge die Risiken eines Identitätsdiebstahls leicht minimieren.

Einfache und kurze Passwörter können in nur wenigen Sekunden von professionellen Programmen geknackt werden

„Einfache und kurze Passwörter können in nur wenigen Sekunden von professionellen Programmen geknackt werden“, so der Informatikwissenschaftler. Zugleich seien sich viele Verbraucher der Folgen nicht bewusst, die ein Identitätsdiebstahl haben könnte: „Der Missbrauch von Passwörtern ist mittlerweile ein lukratives Geschäftsmodell“, warnt Meinel. Kriminelle könnten beispielsweise auf falschen Namen Einkäufe tätigen und E-Mails versenden.

Die wichtigsten Regeln zur Erstellung starker Passwörter

Die Länge des Passworts sollte mindestens 10 bis 15 Zeichen umfassen und verschiedene Zeichentypen (Buchstaben, Ziffern, Sonderzeichen) sowie Groß- und Kleinschreibung mit einbeziehen (ab 00:01:45). Beispiel: Während sogenannter Brute-Force-Attacken, bei denen Software die Abfolgen bestimmter Zeichen zum Entschlüsseln eines Passworts ausprobiert, wird für die Aufdeckung des Passworts „secret“ weniger als eine Sekunde benötigt. Für das Passwort „!sEcRe!2%9“ wären es nach aktuellem Stand über 19 Jahre.

Niemals persönliche Informationen wie Namen, Geburtsdaten, Haustiernamen, Namen der Partner oder der jeweiligen Anwendung (z.B. „Adobe“) verwenden. Diese Daten könnten leicht erraten werden.

Keine Begriffe aus dem Wörterbuch oder andere „sinnvolle“ Zeichenfolgen verwenden. Neben den Brute-Force-Attacken sind vor allem „Wörterbuchangriffe“ üblich, um Passworte zu knacken: Hierbei werden Listen mit Wörtern genutzt, um fremde Passwörter zu entschlüsseln.

Nie dasselbe Passwort für mehrere Konten verwenden. Wird ein Passwort geknackt, ermöglicht es Kriminellen sonst den Zugang zu allen anderen Diensten.

Meinel zufolge sollten Nutzer ihre Passwörter außerdem von Zeit zu Zeit auswechseln, keinesfalls sollte hierbei auf alte Passwörter oder Variationen zurückgegriffen werden (ab 00:03:21). Sofern Multi-Faktor-Authentifizierung angeboten wird, sollte diese Option genutzt werden. „Bei einem solchen Authentifizierungsprozess überprüft der jeweilige Dienst neben dem Passwort zusätzlich, ob der Nutzer einen bestimmten Gegenstand besitzt oder ein spezifisches Merkmal aufweist. Das macht es für Angreifer schwieriger, in ein fremdes Konto einzubrechen“, erklärt Meinel.

Opfer eines Datendiebstahls

Ob man selbst Opfer eines Datendiebstahls geworden ist, lässt sich mit dem Identity Leak Checker, einem Online-Sicherheitscheck des Hasso-Plattner-Instituts (HPI), sehr leicht überprüfen (ab 00:00:38). Seit 2014 kann dort jeder Internetnutzer unter https://sec.hpi.de/ilc kostenlos durch Eingabe seiner E-Mail-Adresse prüfen lassen, ob Identitätsdaten von ihm frei im Internet kursieren und missbraucht werden könnten. Die Sicherheitsforscher ermöglichen den Abgleich mit mittlerweile mehr als 5 Milliarden gestohlener und im Internet verfügbarer Identitätsdaten. Dabei liegt der Fokus auf Leaks, bei denen deutsche Nutzer betroffen sind.

Wie man sich sicher im Internet bewegen und dort seine Privatsphäre schützen kann, zeigt auch ein neuer Onlinekurs des HPI. Am 26. Februar startet der kostenlose Kurs „Internet Security for Beginners“ auf der interaktiven Bildungsplattform openHPI. Anmelden kann man sich unter https://open.hpi.de/courses/intsec2018

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